Die „Mission 2030“ klar im Fokus

Interview mit dem neuen Krug+Priester-Geschäftsführer Florian Lehmann

Am 1. Juli 2025 übernahm Florian Lehmann die Position des CEO als Vorsitzender der Krug+Priester-Geschäftsführung und trat zusätzlich dem K+P-Gesellschafterkreis bei. Der Fokus des gebürtigen Rheinländers und zweifachen Familienvaters liegt auf der Strategie- und Organisationsentwicklung sowie der Weiterentwicklung aller weltweiten Marketing- und Vertriebsaktivitäten.

Mit Florian Lehmann übernimmt ein ausgewiesener Generalist die Geschäftsführung von Krug+Priester. Im Interview spricht er über seine Motivation, die „Mission 2030“, strategische Wachstumsfelder und die Bedeutung von Innovation, Internationalisierung und Nachhaltigkeit. Zudem gibt er Einblicke in neue Technologien, Geschäftsfelder und seine Vision einer starken, zukunftsorientierten Marke Ideal.

Grafische Palette: Herr Lehmann, was hat Sie besonders an der Aufgabe als neuer Geschäftsführer von Krug+Priester gereizt?

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Florian Lehmann: Ich war schon immer daran interessiert, ganzheitlich die Verantwortung für etwas zu übernehmen. Ich fühle mich in der Rolle des Generalisten sehr wohl. Generalist heißt für mich, einen ganzheitlichen Blick auf die wesentlichen Themen und Werttreiber eines Unternehmens zu haben. Mein Schwerpunkt im Studium war neben der internationalen Unternehmensführung auch der Bereich Marketing/Vertrieb. Es ist mir seither sehr wichtig, auch als Generalist stets nahe am Kunden und am Markt zu sein. Diese Position bei Krug+Priester vereint all dies perfekt.

Grafische Palette: Welche Vision und Ziele verfolgen Sie in Ihrer neuen Rolle?

Florian Lehmann: Mit meinem großen Erfahrungsschatz werde ich mich stark in die Weiterentwicklung „des Systems“ einbringen. Das heißt, ich sehe meine Rolle insbesondere darin, die Ausrichtung des Unternehmens auf profitables Wachstum zu begleiten, bestehende Organisationsstrukturen zu optimieren sowie die Hauptprozesse zu hinterfragen und, wo nötig, entsprechend anzupassen. Darüber hinaus möchte ich den internationalen Fußabdruck noch stärker ausbauen.

Grafische Palette: Wie möchten Sie die Unternehmenskultur in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Florian Lehmann: Wir haben uns eine ambitionierte „Mission 2030“ vorgenommen und wollen profitabel wachsen. Diese Mission beschreibt konkrete qualitative und quantitative Ziele für eine nachhaltige Ausrichtung in unruhigen Zeiten. Mit klarem Fokus auf Kundenzentrierung, neue Produkte und Services, wegweisende Technologien, ökologische Verantwortung und organisatorische Weiterentwicklung werden wir die Zukunft unseres Unternehmens gestalten. Mit viel Leidenschaft, aber auch mit der notwendigen Resilienz.

Grafische Palette: Welche strategischen Prioritäten setzen Sie aktuell für Krug+Priester?

Florian Lehmann: Wir müssen uns noch stärker mit den Themen Innovation, neue Geschäftsmodelle und neue Geschäftsfelder auseinandersetzen. Obwohl wir bei den Aktenvernichtern und im Bereich der Schneidemaschinen in den gehobenen Preissegmenten eine sehr starke, teilweise sogar marktführende Stellung einnehmen, müssen wir dennoch auch in den anderen Preissegmenten überzeugende Lösungen anbieten. Das Kaufverhalten unserer Zielgruppen verschiebt sich zunehmend. Stichwort: Multichannel-Vertrieb. Hiervor können und dürfen wir uns als Hersteller nicht verschließen und müssen Antworten finden. Eines aber ist auch klar: Bei allem, was wir tun, werden wir natürlich weiterhin ein verlässlicher Partner für den (graphischen) Fachhandel bleiben.

Angeregte Diskussion über die grafische Branche und Informationsaustausch im K+P-Showroom: PR & Communication Managerin Silke Naeschke, Geschäftsführer Florian Lehmann und Matthias Siegel von der Grafischen Palette.

Grafische Palette: Welche Rolle spielen Innovationen bei Aktenvernichtern und Schneidemaschinen für Ihre Wettbewerbsfähigkeit?

Florian Lehmann: Innovationen sind ein zentraler Treiber für unsere Wettbewerbsfähigkeit – gerade in einem Markt, der stark von Präzision, Effizienz und Zuverlässigkeit geprägt ist. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere neue Generation Stapelschneider mit THE 56 und THE 68 sowie unsere Schneidesoftware Speedcut. Besagte Stapelschneider „Made in Balingen“ stehen für mehr Leistung, mehr Geschwindigkeit und mehr Produktivität. Im Vergleich zur vorigen Serie bieten sie einen um 40 Prozent schnelleren Press-/Schneidevorgang, einen um 50 Prozent höheren maximalen Pressdruck und einen um 100 Prozent schnelleren Rückanschlag. Ein echter Gamechanger ist zudem unsere Software Speedcut. Sie erstellt vollautomatisch Schnittprogramme für die Stapelschneider THE 56/THE 68 und revolutioniert die Produktivität in der Druckweiterverarbeitung.

Grafische Palette: Gibt es neue Geschäftsfelder oder Märkte, die Sie erschließen möchten?

Florian Lehmann: Wir haben im Zuge unserer „Mission 2030“ neben der Business Unit Office und Postprint ebenfalls die Business Unit Ideal Industrial gegründet. Im Bereich Industrial Solutions bieten wir maßgeschneiderte Zerkleinerungslösungen für Industriekunden. Von individuellen Komponenten bis hin zu Endprodukten werden wir für eine Vielzahl von Material- und Wertstoffströmen Lösungen entwickeln. Ideal Industrial steht für Innovation und höchste Qualität im Bereich der Zerkleinerungstechnologie.

Grafische Palette: Wie integriert Krug+Priester Nachhaltigkeit in der Produktion und der Produktentwicklung?

Florian Lehmann: Unsere Produkte sind vom ersten Zeichnungsstrich an auf Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Ressourcenschonung ausgelegt – ganz bewusst ohne „eingebautes Verfallsdatum“. In der Produktion setzen wir auf energieeffiziente Prozesse, CO2-Reduktion und ein durchdachtes Abfallmanagement. Ein großer Teil unserer Materialien stammt von regionalen Lieferanten, um Transportwege kurz zu halten und die lokale Wertschöpfung zu stärken. Dass dieser Weg Wirkung zeigt, bestätigt unter anderem die EcoVadis-Bronzemedaille, mit der wir zu den besten 35 Prozent der weltweit bewerteten Unternehmen zählen.

Grafische Palette: Wie möchten Sie die internationale Marktposition von Krug+Priester stärken?

Florian Lehmann: Im Auslandsgeschäft sind wir bereits gut aufgestellt. Seit jeher spielt für Krug+Priester die internationale Ausrichtung eine sehr wichtige Rolle. Wir erwirtschaften aktuell rund 80 Prozent unseres Umsatzes in ca. 140 Ländern außerhalb unseres Heimatmarktes. Als Teil unserer „Mission 2030“ und der damit zusammenhängenden Zielsetzung, profitabel zu wachsen, haben wir eine Hand voll strategischer Fokusmärkte definiert, denen wir besondere Aufmerksamkeit schenken werden. Neben Deutschland ist es naheliegend, dass unter anderem unsere Schwestergesellschaften in den USA und in Frankreich noch stärker in den Fokus rücken. In diesen Märkten verfügen wir über eigene Strukturen und damit über maximale Nähe zum Markt und zum Kunden.

Grafische Palette: Auf welche Projekte oder Entwicklungen möchten Sie persönlich besonderen Fokus legen?

Florian Lehmann: Meiner Meinung nach müssen wir viel stärker in dem Zusammenspiel „Hardware+Software+Service“ denken. Sprich in der Komplettlösung. Darüber hinaus funktioniert ein nachhaltiges und ertragreiches Geschäftsmodell nur mit einer starken (Premium-)Marke, die eine klare Identität samt einer eindeutigen Positionierung hat und ein attraktives Markenversprechen bietet. Hier sehe ich Potenzial für unsere Marke Ideal.

HIGHLIGHT DES IDEAL-PROGRAMMS

THE 68 ist ein programmierbarer Stapelschneider der neuesten Generation – entwickelt für höchste Ansprüche an Effizienz, Bedienkomfort und Präzision. Mit einer Schnittlänge von 680 mm und einer Schnitthöhe von bis zu 80 mm sowie dem integrierten Lufttisch eignet sich dieses Modell ideal für Druckereien, Buchbindereien und Weiterverarbeiter mit regelmäßigen hohen Schneidvolumina.

 

Kontakt:

Krug+Priester
www.krug-priester.com / www.ideal de