Von links: PPL-Geschäftsführer Jan Schölzel, die Bediener Hendrik
Klebe und Michaela Müller sowie Geschäftsführer Marcus Kalle.
Da man im Hause Printec Solutions stets mit Backup arbeitet, ist
der Kauf einer zweiten DX-50 nicht ausgeschlossen.(Bild: Christian Lukas)
Weselberg in der Südpfalz ist die Heimat von Printec Solutions, einer Digitaldruckerei mit Fokus auf hochwertigen Buchproduktionen und Wall-Art. Im Mai letzten Jahres hat PostPrint Leipzig eine Smyth DX-50 in der 2022 neu ausgerichteten Druckerei installiert. Das Produktionssystem für die Fadenheftung kleiner Auflagen schließt eine Lücke im Maschinenportfolio des Unternehmens.
Geschäftsführer Marcus Kalle ist gelernter Offsetdrucker. Nach der Ausbildung hat er BWL und Verlagswirtschaft studiert und in kleinen wie großen Druckunternehmen gearbeitet. Bei Printec Solutions spricht er von einer Re-Gründung: Der Betrieb hatte einen Vorgänger, doch 2022 erfolgte eine umfassende Neuausrichtung mit neuer Gesellschafterstruktur des inzwischen 18 Mitarbeiter starken Unternehmens.
Anzeige
Printec Solutions ist Druckerei und Produktionsagentur in einem. Von der Druckvorstufe über Druck und Weiterverarbeitung bis hin zu Web-to-Print und Logistik bietet das Haus alles aus einer Hand an. „Hauptstandbein unserer Druckerei sind Fotobücher“, erklärt Kalle, „Reisetagebücher oder Storybooks. Außerdem drucken wir Brandbooks für große, international tätige Firmen.“ Für den Integrations-Fan Marcus Kalle war klar: Eine Druckerei braucht eine eigene IT, um die Onlineschnittstellen zu den Kunden selbst programmieren und pflegen zu können. „Deshalb entwickeln wir unsere eigenen Shops, betreuen Portale und unterstützen sogar andere Druckereien beim Shopgeschäft.“
Da hilft nur eins: Selber machen!
Der Geschäftsführer hat kein Problem damit, sein Unternehmen eine „Werkbank für App-Anbieter“ zu nennen: Diese holen die Aufträge ein, die dann in der Südpfalz produziert werden. Die App-Anbieter sitzen in mehreren europäischen Ländern, und über 80% der Aufträge laufen über diese digitalen Partner.
Was bei Printec in der Druckweiterverarbeitung aber fehlte, war Technik zur Fadenheftung. „Wir produzieren Bücher ab Auflage 1. Wenn wir aber an Industriebuchbinder als externe Partner mit Kleinstauflagen bis 50 Stück herantreten, ist das für die total unlukrativ.“ Auf der anderen Seite ist Fadenheftung eben das Qualitäts-Nonplusultra, da will man gerade bei so emotionalen Kundenprodukten nicht darauf verzichten. „Da stecken viele Erinnerungen drin“, weiß Kalle, „und niemand möchte nach ein paar Jahren eine Loseblattsammlung haben, weil der Kleber nicht mehr hält.“
Der Printec-Geschäftsführer hatte sich lange nach einem kleineren System für die Inhouse-Produktion umgeschaut. „Da gibt es tatsächlich nicht viel am Markt.“ Schließlich führte er ein erstes Telefonat mit Jan Schölzel von PostPrint Leipzig. Die Sachsen kommen eigentlich aus dem Bereich technischer Service Weiterverarbeitung, haben ihr Angebot dann um Gebrauchtmaschinen erweitert, führen inzwischen einen Shop für Komponenten – und sind die Deutschlandvertretung des italienischen Herstellers Smyth. „Die DX-50“, schmunzelt Kalle, „klang zu gut, um wahr sein zu können! Denn sie hat im Angebot all das versprochen, was wir wollten.“ Es musste einen Haken geben. Aber spätestens nach dem Besuch zusammen mit PPL bei Smyth in Coniolo stand fest: „Es gibt keinen.“
Die Heftstation der Fadenheftmaschine Smyth DX-50. (Bild: Christian Lukas)
Robustes System, flexibel einsetzbar
Ein wichtiger Grund, weshalb sich PPL damals entschieden hatte, die Deutschlandvertretung für Smyth zu übernehmen, ist die konsequent hochwertige Verarbeitungsqualität der Maschinen. „Da ist kein Plastik verbaut, das nach zwei Jahren spröde wird. Alles ist massiv gefertigt und auf lange Laufzeiten ausgelegt.“ Die Smyth DX-50 ist nicht nur eine Fadenheft-, sondern auch Falzmaschine, die speziell für die effiziente Produktion von Einzelstücken und Kleinauflagen entwickelt wurde. Sie eignet sich sowohl für Digitaldruck- als auch für gefalzte Offsetbogen und erlaubt damit eine direkte Verarbeitung ohne zusätzliches Falzen. Dank der Kombination aus Handanlage, integrierter Falzeinheit und Fadenheftmodul können fadengeheftete Buchblöcke mit minimalem Rüstaufwand hergestellt werden. Die halbautomatische Beschickung er-leichtert die Kleinauflagenproduktion zusätzlich, und die sehr kurzen Rüstzeiten ermöglichen schnelle Auftragswechsel. Mit einem Formatbereich bis 510 x 640 mm bietet die Maschine zudem Flexibilität für unterschiedliche Anforderungen im Digital- und Offsetdruck.
Die Installation vor Ort in Weselberg hat PPL zusammen mit einem Techniker aus Italien vorgenommen; das System läuft seit Monaten tadellos und hat die Erwartungen erfüllt. „Obwohl die DX-50 für Kleinstauf-lagen ausgelegt ist, haben wir natürlich auch schon 500er-Auflagen bearbeitet“, freut sich Marcus Kalle.