Produkt: Deutscher Drucker 7/2020
Deutscher Drucker 7/2020
Schwerpunkt: VERPACKUNGPRODUKTION +++ Folienkaschierung von Digitaldrucken +++ Potenzial im Tiefdruck? +++ Alternative Metallic-Effekte
Neue Lösungen für die Etiketten- und Verpackungsindustrie

Bobsts Vision: Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette

Die neue Bogen-Kaschiermaschine Masterstar (Leistung von 10.000 Bogen pro Stunde) mit progressiver Bogenausrichtung – Power Aligner S und SL. (Bild: Bobst)

Die Bobst Group SA rückt Aspekte wie Vernetzung, Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit als Eckpunkte der Verpackungsherstellung in den Fokus ihrer „Vision“. Das Schweizer Unternehmen ist Hersteller und Lieferant von Anlagen und Services für die Substratverarbeitung, den Druck und die Weiterverarbeitung in den Bereichen Etiketten, flexible Materialien, Faltschachteln und Wellpappe. Jetzt ergänzt Bobst sein Portfolio um zusätzliche Intelligenz, Software-Möglichkeiten sowie cloud-basierte Plattformen, „um die Verpackungsherstellung besser denn je zu machen“, so Jean-Pascal Bobst, CEO der Bobst Group, auf einer virtuellen Pressekonferenz.

Derzeit ist die Wertschöpfungskette der Verpackungsherstellung nach wie vor stark fragmentiert. Die neuen Anforderungen verlangen von allen wichtigen Akteuren einen Blick auf den gesamten Prozess. Druckereien und Verpackungshersteller wollen Abfälle und Fehlerquellen aus ihren Prozessen eliminieren.

Anzeige

In der Zukunftsvision von Bobst ist die gesamte Wertschöpfungskette der Verpackungsproduktion vernetzt. Markenartikelhersteller, Verpackungshersteller, Werkzeughersteller, Abpackbetriebe und der Handel werden Bestandteile einer nahtlos vernetzten Lieferkette und über den gesamten Prozess hinweg auf Daten zugreifen können. Alle Maschinen und Werkzeuge werden miteinander „sprechen“ und Daten nahtlos über eine cloud-basierte Plattform übermitteln, die den gesamten Produktionsprozess mit Qualitätssicherungssystemen steuert und überwacht…

Im Mittelpunkt dieser Vision steht mit Bobst Connect eine cloud-basierte offene Architektur, die Lösungen für Druckvorstufe, Produktion, Prozessoptimierung, Wartung und den Zugang zu Märkten umfasst. Sie soll einen effizienten Datenfluss zwischen der digitalen und der physikalischen Welt ermöglichen – alles im Sinne des sich selbst gestellten Anspruchs, den Wandel der Verpackungsbranche entlang der gesamten Wertschöpfungskette hin zu einer digitalen Welt aktiv vorantreiben zu wollen, wie es Jean-Pascal Bobst einmal formuliert hat.

Die Produkt-Präsentation enthielt auch die Vorstellung der neuesten Generation von Kaschiermaschinen, Flexodruckmaschinen, Flachbettstanzen, Faltschachtel-Klebemaschinen etc. So zum Beispiel für die Faltschachtelherstellung die Mastercut 106 PER (die es schon gibt). So seien zusätzlich zu den bereits vorhandenen automatischen Funktionen in die Maschine neue Leistungsmerkmale implementiert worden, die ein vollautomatisches Einstellen vom „Einzug bis zur Auslage bei minimalen Bedienereingriffen erlauben“ sollen. Die neuen Automatisierungsfunktionen ermöglichen um bis zu 15 Minuten verkürzte Einstellzeiten. Zum Beispiel die Ausbrech- und Nutzentrennwerkzeuge wie auch der Nonstop-Rechen in der Auslage werden automatisch eingestellt. Für Verpackungshersteller bedeutet dies, sie können alle Arten von Aufträgen unabhängig von ihren Größenordnungen annehmen.

TooLink – Flachbettstanzen erkennen in Chips auf Werkzeugen gespeicherte Aufträge

Ein neues digitales Werkzeug für die Verwaltung der Spezifikationen für die Werkzeugherstellung beim Stanzen ist TooLink Connected. In Kombination mit automatischen Funktionen sollen sich pro Auftragswechsel bis zu 15 Minuten Rüstzeit sparen lassen. Die Zusammenarbeit zwischen Verpackungsherstellern und ihren Werkzeugherstellern wird so laut Bobst vereinfacht. Bei TooLink Connected Tooling werden mit Chips ausgestattete Werkzeuge und die auf ihnen gespeicherten Auftragsdaten von den Stanzen automatisch erkannt. Das verkürzt die Rüstzeiten und verringert den Abfall, was wiederum die Nachhaltigkeit erhöht.

Accucheck ist ein System für die Inline-Qualitätskontrolle. Beim neuen Accucheck können Faltschachteln anhand verschiedener Kriterien inspiziert werden, die alle Anforderungen von Kunden abdecken. Das System inspiziert auch lackierte, metallisierte und geprägte Zuschnitte. Darüber hinaus soll das System viele weitere Optionen wie unter anderem PDF-Proofing bieten. Zudem stellt es Inspektionsberichte und eine intelligente Texterkennung mittels maschinellen Lernens zur Verfügung.

Die neue Bogen-Kaschiermaschine Masterstar wartet mit einer Leistung von 10.000 Bogen pro Stunde auf, unterstützt von einer progressiven Bogenausrichtung – Power Aligner S und SL. Sie erübrigt das Anhalten der Bogen und ermöglicht das Arbeiten mit bedrucken Bogen mit erheblich niedrigeren Grammaturen als zuvor, wie Bobst weiter ausführt. Die Bogenausrichtung stimmt die Druckbogen und die Kaschiermaterialien mit einer laut Bobst hohen Präzision aufeinander ab. Die Maschine kann optional um ein vollautomatisches Anlegesystem für Einzelbogen und eine vollautomatische Auslage erweitert werden.

Der feste Farbsatz

oneECG heißt die Technik von Bobst für den Druck mit festem Farbsatz, die im analogen und digitalen Druck von Etiketten, flexiblen Verpackungen, Faltschachteln und Verpackungen aus Wellpappe zum Einsatz kommt. Diese Technik arbeitet mit einem festen Satz von Druckfarben – typischerweise sechs oder sieben Druckfarben – und erreicht im Vergleich zum konventionellen Druck mit den Prozessfarben CMYK einen größeren Farbraum, wobei sie unabhängig von den Fähigkeiten der Maschinenführer die Wiederholbarkeit der Farben ermöglicht. Kürzere Produktionszeiten, Einsparungen bei den Verbrauchsmaterialien einschließlich der Bedruckstoffe und bei allen Auflagen eine höhere Rentabilität sowie erheblich kürzere Rüstzeiten, da es keine Wechsel der Druckfarben, kein Waschen der Druckwerke und kein Mischen von Farben mehr gibt, sind das Resultat.

Bei der neuen Großformatversion des digitalen Prüftisches handelt es sich um eine neuartige Technik zur Steigerung der Produktivität und für das weitgehende Eliminieren von Fehlern im Druck. Sie kombiniert digitale Projektionen für das Proofing bedruckter Bogen und gestanzter Zuschnitte mit visuellen Darstellungen in Echtzeit für die Abstimmung von Druckerzeugnissen mit digitalen Proofs. Indem HD-Projektoren Qualitätskontrollbilder auf die Produktmuster projizieren, können die Maschinenführer leicht erkennen, ob die Produktionsergebnisse den vorgegebenen Qualitätsstandards entsprechen oder von diesen abweichen.

Lesen Sie auch Flexo+Tiefdruck.

Teilen Sie diesen Beitrag
Produkt: Deutscher Drucker 7/2020
Deutscher Drucker 7/2020
Schwerpunkt: VERPACKUNGPRODUKTION +++ Folienkaschierung von Digitaldrucken +++ Potenzial im Tiefdruck? +++ Alternative Metallic-Effekte

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren