Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der Druckindustrie

BVDM und Verdi: Keine Einigung in der zweiten Tarifrunde

Frank Werneke, stellv. Verdi-Vorsitzender (l.) und Sönke Boyens, Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses des BVDM.

Bei den Tarifverhandlungen für die 134.000 Beschäftigten der Druckindustrie ist auch die zweite Runde, die gestern im Berlin stattgefunden hat, ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter hatten rund vier Stunden getagt.

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Das Angebot der Arbeitgeber beinhaltete eine Lohnerhöhung von 2,4 % bei einer Laufzeit von 24 Monaten ab dem 1. April 2019 sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro zum 1. Dezember 2018. Dieses Angebot berücksichtigt nach Aussage des Bundesverbandes Druck und Medien (BVDM) die kontinuierlich steigenden Produktionskosten sowie den starken Konkurrenzdruck, der von den digitalen Medien sowie ausländischen Wettbewerbern ausgehe.

Die Gewerkschaft Verdi nannte das Angebot „unzureichend“ und verwies dabei auf den Tarifabschluss von 4,6 Prozent, der in der vergangenen Woche in der chemischen Industrie erzielt worden war. Der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke warf den Arbeitgebern vor, sie wollten „die Beschäftigten in der Druckindustrie schlechter stellen als in allen anderen Branchen in Deutschland.“ Zudem würden die Preise für die Lebenshaltung in den nächsten zwei Jahren um insgesamt rund 4 Prozent steigen.

BVDM-Verhandlungsführer Sönke Boyens wiederum argumentierte: „Verdi fordert eine Erhöhung, von der sie weiß, dass viele Betriebe sie nicht vertragen könnten.“ Das sei unverantwortlich gegenüber den Unternehmen und ihren Mitarbeitern und schade der gesamten Branche. „Wir erwarten daher, dass Verdi unser Angebot noch mal in Ruhe überdenkt“, so Boyens. „Denn wir haben damit ein faires Signal gesendet.“

Am 19. Oktober 2018 wollen sich die beiden Parteien zur dritten Runde in Berlin treffen.

Hintergrund

Deutscher Drucker hat die Vertreter der sich gegenüberstehenden Tarifparteien, Sönke Boyens für den BVDM und Frank Werneke für Verdi, in seiner Ausgabe 17/2018 nach den jeweils aktuellen Forderungen befragt. Lesen Sie mehr darüber in dieser Ausgabe, die im print.de-Shop zur Bestellung bereit steht.

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