Darum spielt der Buchmarkt dem Digitaldruck in die Karten

Das sind die wichtigsten Buchtrends in Deutschland

Der Nachwuchs liest: Auf der Frankfurter Buchmesse entdecken Kinder die Faszination von Büchern. (Bild: Bernd Hartung / Frankfurter Buchmesse)

Bücher sind in. Der Markt mit gedruckter 
Literatur ist erfreulich dynamisch: Sowohl die Umsätze als auch die Zahl der Neuerscheinungen belegen ein dauerhaft werthaltiges Geschäftsfeld für Druckdienstleister. Nimmt man den Buchmarkt genauer unter die Lupe, erkennt man ausgezeichnete Wachstumschancen für Digitaldrucker.

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Die wichtigsten Trends auf dem deutschen Buchmarkt:

  • Zunehmende Fragmentierung der Interessen der Leser
  • Anhaltend hohe Zahl an jährlich produzierten Buchtiteln
  • Kürzere Lebenszyklen von Büchern
  • Kleinere Auflagen pro Titel
  • Koexistenz von gedruckten Büchern, Audio-Books, E-Books und Filmen
  • Stark wachsender Self-Publishing-Anteil am Büchermarkt
  • Verleger scheuen bei Neuerscheinungen hohe Auflagen
  • Megatrend in Verlagen und im Handel: Keine Lagerhaltung
  • Buchhandel funktioniert sehr gut im E-Commerce
  • Chancen für Long-Tail-Business für Backlists
  • Weltweite Verfügbarkeit von Büchern, dadurch mehr fremdsprachige Titel

Fast alle diese Buchmarkt-Trends spielen dem Digitaldruck in die Karten. Besonders die kleineren Auflagen, der Self-Publishing-Boom und das Bestreben, jegliche Lagerhaltung zu vermeiden, sind entscheidende Faktoren. Viele Verlage entdecken soeben erst, welchen Schatz sie mit ihrem Content in ihrer Backlist besitzen. Neuauflagen in veränderten Layouts können einst publizierten Inhalten ein zweites Leben einhauchen. Und selbstverständlich lassen sich die im Internet gewonnen Marktdaten hervorragend für die Optimierung des Verlagsportfolios verwenden. Der Digitaldruck mit seiner Fähigkeit, auch kleine Auflagen wirtschaftlich abzubilden, bietet hier ganz neue Möglichkeiten.

„Wir merken, dass sich gerade jetzt viele Druckereien mit den Themen Prozessoptimierung und Digitaldruck mit größerer Konsequenz befassen“, berichtet Roland Reinheimer (Sales Director Professional Print bei Canon Deutschland). Die Corona-Situation mit ihrer deutlichen Digitalisierung im Schlepptau hat zahlreiche Druckunternehmer regelrecht in Richtung Industrie 4.0 „geschubst“. „Diese Entwicklung ist ein immenser Beschleuniger in Richtung Digitaldruck“, so Reinheimer.

Einstieg in den digitalen Bücherdruck?

Druckereien, die jetzt in den digitalen Bücherdruck einsteigen wollen, sollten sich aber im Klaren sein, dass sich dieses Geschäftsfeld grundlegend von anderen Bereichen wie dem Akzidenzdruck, dem Large Format Printing oder dem Verpackungsdruck unterscheidet.

Eine Besonderheit des Büchermarktes ist es etwa, dass dieses Marktsegment fast zur Hälfte vom Schwarzweiß-Druck dominiert wird. Wie die Federation of European Publishers berichtet, sind derzeit 47,4 Prozent aller Bücher nahezu nur monochrom gedruckt. Im Wesentlichen handelt es sich hier um die Belletristik. Schulbücher sowie Fach- und Sachbücher weisen hingegen einen Mix an Farb- und Schwarzweiß-Seiten auf, wobei der Farbanteil wächst. Nur Kinderbücher haben schon heute fast durchgängig Farbseiten.

Noch mehr Infos zum deutschen Buchmarkt mit aktuellen Trends und Marktzahlen gibt es in Deutscher Drucker 23/2020. Das Heft gibt’s im print.de-Shop zum Download oder als Printprodukt zum Bestellen.

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