Produkt: Deutscher Drucker 22/2020
Deutscher Drucker 22/2020
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Computer-to-Plate / prozessfreie Platten

Die 5 wichtigsten Fragen an Druckplatten-Hersteller

Aktuelle prozessfreie Druckplatten der wichtigsten fünf Hersteller (mit der relevanten Auflagenbeständigkeit), die heutzutage zumindest im Akzidenzdruck fast alle Anforderungen erfüllen sollten.
Aktuelle prozessfreie Druckplatten der wichtigsten fünf Hersteller (mit der relevanten Auflagenbeständigkeit), die heutzutage zumindest im Akzidenzdruck fast alle Anforderungen erfüllen sollten. (Bild: Eberhard Friemel)


Passt eine Druckplatten-Bebilderung mit chemischer Entwicklung, Entschichtung und Gummierung – eine Art »Alchemie von gestern« – überhaupt noch in die heutige digitalisierte und immer nachhaltigere Welt? Prozessfreie Offsetdruckplatten, 
vom CtP-System direkt in die Druckmaschine, versprechen hier seit geraumer Zeit die Problemlösung. Doch die Platten sind teuer. print.de sprach hierzu mit den wichtigsten Herstellern.

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Druckplatten ohne chemische Entwicklung

 

In Gesprächen mit Platten- und Druckmaschinen-Herstellern hat print.de versucht, Fragen nach der Markt- und Preisentwicklung sowie dem Entschichtungsverhalten und der Standfestigkeit prozessfreier Platten in den Druckmaschinen zu klären. Neben den »drei großen Playern« am Markt – Agfa, Fujifilm und Kodak – wurden auch der brasilianische Hersteller IBF (Indústria Brasileira de Filmes) und die spanische Agfa-Tochter Ipagsa befragt. Beide Hersteller sind seit Jahren auf dem deutschen Markt aktiv und haben neben den thermischen auch UV-Platten im Angebot.

 

Die Fragen im Detail:

 

  • Frage 1: Etwa 80% aller Offsetaufträge sollen für den Druck mit prozessfreien Platten geeignet sein. Wo bestehen aus heutiger Sicht noch Einschränkungen und im welchem Zeitrahmen werden die letzten Limitationen fallen?

 

  • Frage 2: Die Preise der prozessfreien Druckplatten sollen um ca. 15 bis 20% über den Standard- Thermoplatten liegen, während UV-Platten um ebenfalls 15 bis 20% unter Standard-Thermo liegen sollen. Sind diese Prozentangaben korrekt und ist davon auszugehen, dass die Preise der prozessfreien Platten sinken? Bei welchem Plattenbedarf pro Jahr liegt etwa die Wirtschaftlichkeitsgrenze der prozessfreien Offsetdruckplatten im Vergleich zu Standard-Thermo- und UV-Platten?

 

  • Frage 3: UV-Druckplatten für Bebilderungen mit Violett-Dioden sind bei Druckereien mit hohem Plattenbedarf aus Kostengründen nach wie vor aktuell. Planen die Hersteller die Markteinführung entsprechender prozessfreier Platten?

 

  • Frage 4: Es wird kolportiert, dass die Druckmaschinen durch das Plattenentschichten verschmutzen und in kürzeren Intervallen gereinigt werden müssen. Welche Erfahrungen und Stellungnahmen von Anwendern liegen den Herstellern hierzu vor?

 

  • Frage 5: Wie beurteilen die Hersteller die künftige Marktentwicklung bei den prozessfreien Druckplatten im Vergleich zu Standard-Thermo- und UV-Platten in den kommenden Jahren?

 

Die teils ausführlichen Antworten der Druckplatten-Hersteller wurden aus Platzgründen unter Sinnwahrung der Aussagen komprimiert und im Fachmagazin Deutscher Drucker (Ausgabe DD21/2020) veröffentlicht. Wer die Antworten der Hersteller lesen möchte: Das Heft liegt im Onlineshop von print.de vor und kann hier bestellt werden:

 

Deutscher Drucker 21/2020

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Zusammengefasst und bewertet von der Redaktion können sich aus den Aussagen der Druckplatten-Hersteller für Druckereien Konsequenzen ergeben, die sowohl das kurz- bis mittelfristige Eliminieren des Chemieumfelds betreffen. Sie können aber auch richtungsweisend sein, wenn über komplette Neuinvestitionen diskutiert wird:

 

  • Zu Frage 1:
    Zwar gibt es noch einige Auftragssegmente, die für den Druck mit prozessfreien Platten ungeeignet sind, doch für die Mehrzahl der Betriebe sind die Platten eine echte Alternative.

 

  • Zu Frage 2:
    Über Preise wird nicht gern gesprochen. Die Druckplatten-Hersteller sollten jedoch akzeptieren, wenn die Drucker den Preisdruck ihrer Kunden an die Lieferanten weitergeben. Interessant ist die Kodak-Aussage, dass prozessfreie Platten nur um etwa 10% teurer als Standard-Thermoplatten sind. Ipagsa nennt dagegen 25 bis 30%. Bezogen auf die Kodak-Aussage sollten sich durch das Eliminieren des Chemieumfelds (fast?) immer Kostenvorteile errechnen. Wenn jedoch ein noch nicht abgeschriebener oder in einem Leasingvertrag gebundener Prozessor stillgelegt werden soll, addieren sich diese Kosten für einen bestimmten Zeitraum zu den höheren Plattenkosten.

 

  • Zu Frage 3:
    Haben Drucker, die heute mit kostengünstigen UV-Platten produzieren, eine prozessfreie Zukunftsperspektive? IBF macht darauf aufmerksam, dass in CtcP-Betriebsräumen mit Produktion unter dem Licht spezifischer Leuchtstoffröhren und sofortiger Entwicklung Vor- und Nachbelichtungen der Platten ausgeschlossen sind. Doch die Beleuchtung in Drucksälen entspricht dem Tageslicht (mit beträchtlichen UV-Anteilen). Prozessfreie, nicht entschichtete UV-Platten reagieren auf dieses Licht mit Nachbelichtungen. Ipagsa kann (oder will) derzeit keine Aussagen über prozessfreie UV-Platten treffen. Wird hier an einer spezifischen prozessfreien CtcP-Platte experimentiert, die letztlich Investitionen sichert?

 

  • Zu Frage 4:
    Wenn es mit den ersten prozessfreien Platten Probleme mit Druckmaschinen-Verschmutzungen gegeben hat, sollten diese bei den neuen Plattengenerationen nicht mehr auftreten. Auch die Druckmaschinenhersteller sehen kaum Probleme.

 

  • Zu Frage 5:
    Alle Plattenhersteller sehen die Marktentwicklung für prozessfreie Druckplatten in den kommenden Jahren positiv. Wenn die Aussagen über die aktuellen Marktanteile der verschiedenen Platten und die künftigen Veränderungen differieren, so liegt das an den gegenwärtig unterschiedlichen Ausgangspositionen der Hersteller. Und Zukunftsperspektiven beinhalten immer auch einen gewissen Anteil an Kaffeesatzleserei.

 

 

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Produkt: Deutscher Drucker 4/2021
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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Wichtig ist im Zusammenhang dieser Diskussion auch der „Richtige“ Feuchtmittelzusatz.

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