Druckfarbenverband warnt vor Lieferkettenrisiken durch Nahost-Konflikt
von Redaktion,
Umroutungen über das Kap der Guten Hoffnung verlängern die Transportzeiten für Rohstoffe der Druckfarbenindustrie um bis zu zwei Wochen. (Bild: Ian Taylor auf Unsplash)
Die European Printing Ink Association (EuPIA) beobachtet die Eskalation der Lage im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf Energiemärkte, Rohstoffversorgung und Logistik für die europäische Druckfarbenbranche mit großer Sorge. Längere Transportwege zu höheren finanziellen Belastungen. Die EuPIA vertritt nach eigenen Angaben über 90 Prozent der europäischen Druckfarbenproduktion.
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Störungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zwingen Reedereien zur Umroutung über das Kap der Guten Hoffnung. Laut EuPIA verlängern sich dadurch die Transportzeiten für chemische Vorprodukte und Rohstoffe um rund 10 bis 14 Tage. Gleichzeitig sind Kriegsrisikoversicherungen und Frachtkosten deutlich gestiegen – mit weiteren Erhöhungen rechnet der Verband. Auch der Luftfrachtverkehr ist betroffen: Einschränkungen im regionalen Luftraum verändern Transportrouten und treiben die Kosten zusätzlich in die Höhe.
Rohölpreis belastet Vorprodukte
Ein Brent-Rohölpreis von über 100 US-Dollar je Barrel erhöht die Kosten für petrochemische Derivate, die als Lösemittel, Bindemittel, Harze und Additive in Druckfarbenformulierungen eingesetzt werden. Auch bei Energie- und Versorgungskosten in der Produktion erwartet die EuPIA schrittweise steigende Belastungen.
Branche setzt auf Resilienz
Die EuPIA und ihr Council verfolgen die Entwicklungen nach eigenen Angaben intensiv und setzen auf eine robustere Rohstoffbeschaffung sowie auf Innovationen bei nachhaltigen Materialien. Der Verband steht nach eigener Aussage im Austausch mit Partnerverbänden. EuPIA-Direktorin Cornelia Tietz: „Wir sind im aktiven Dialog mit unseren Mitgliedern und Partnerverbänden, um die Auswirkungen der Situation auf unsere Branche zu verfolgen. Wir setzen uns für Bedingungen ein, die die Versorgungssicherheit europäischer Druckfarbenhersteller unterstützen.”