Produkt: Bundle: Schadensfälle aus der Druckindustrie – Ausgabe 1+2
Bundle: Schadensfälle aus der Druckindustrie – Ausgabe 1+2
90 interessante neue Gutachterfälle mit businessrelevanten Handlungsempfehlungen von Dr.-Ing. Colin Sailer.
"Strukturell schwierige wirtschaftliche Lage"

Druckhaus Nomos in Sinzheim wird geschlossen

Die Gesellschafter des Druckhauses Nomos (Sinzheim/Baden-Württemberg) haben entschieden, den Betrieb im 4. Quartal 2020 zu schließen. Dies gab die Druckerei in einer Pressemitteilung bekannt. Es sind 46 Mitarbeitende von der Schließung der Druckerei betroffen. Das Unternehmen will, wie es heißt, „alle Möglichkeiten ausschöpfen, um diesen Schritt sozialverträglich zu gestalten“.

Anzeige

Als Hintergrund dieser Maßnahme wird die „seit langem strukturell schwierige wirtschaftliche Lage“ angegeben. Im „gesamten Druckgeschäft“ habe sich – so Nomos – die Lage in den vergangenen Jahren „stark verändert“; Überkapazitäten stünden einer unzureichenden Nachfrage aus den Abnehmerbranchen auch infolge des Vordringens elektronischer Medien gegenüber. Die Preise für Druckleistungen seien in den letzten Jahren immer weiter abgesunken, während zugleich die Kosten für Papier und Energie stetig gestiegen sind.

Das Unternehmen weist darauf hin, dass der in Baden-Baden ansässige Nomos Verlag unabhängig von der Druckerei sei und durch die Schließung „in keiner Weise beeinträchtigt“ werde.

Teil der Mediengruppe C.H.Beck

Das Druckhaus Nomos erzielt zuletzt einen Umsatz von 6 Mio. Euro und produziert im klassischen Bogenoffsetdruck sowie im Digitaldruck Bücher, Broschuren und Zeitschriften für Fach- und Publikumsverlage. Seit 1999 gehört der Betrieb zur Mediengruppe C.H.Beck, die in Nördlingen einen weiteren Herstellungsbetrieb – die Druckerei C.H. Beck – betreibt.

Gegründet wurde die heute als „Nomos Druckhaus“ firmierende Druckerei 1936 von August Lutzeyer unter dessen Namen als klassische Verlagsdruckerei unter dem Dach des Verlages in Baden-Baden. 1963 erfolgte die Umbenennung in Nomos Verlagsgesellschaft, die bis Ende 1998 von den Gesellschaftern des Suhrkamp Verlages getragen wurde. Seit Mitte 1999 gehört die Nomos Verlagsgesellschaft zur C.H.Beck-Gruppe.

Der Suhrkamp Verlag nahm in den 70er Jahren eine Vorreiterrolle für die Taschenbuchproduktion ein. Wegen der eigenen Taschenbuchproduktion und der stetig wachsenden Anforderungen des Nomos Verlages wurde 1983 in Sinzheim, in unmittelbarer Nähe von Baden-Baden, ein Neubau für die Druckerei errichtet. Wenig später wurde ein Hochregallager für ca. 12.000 Palettenplätze hinzu gebaut.

Laut Firmen-Website werden in Sinzheim drei Zwei-Farbmaschinen im Format 75 x 106cm, eine Heidelberg Fünffarbenmaschine mit Lackwerk CD-74 sowie ein Digitaldrucksystem Océ VarioPrint 6320 betrieben. Die Weiterverarbeitung verfügt über einen Klebebinder für Dispersions-Klebebindung mit Schneidestraße und einen Sammelhefter.

Teilen Sie diesen Beitrag
Produkt: Deutscher Drucker 14-15/2020
Deutscher Drucker 14-15/2020
Schwerpunkt: E-Commerce Etikettendruck +++ Print Innovation Week +++ Unternehmensleitbilder +++ Erfolgreiche Führungsstrukturen +++ Das aktuelle Gutachten

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren