Grundstein für Kopierer und Digitaldrucksysteme

Erste xerografische Kopie der Welt entstand vor 80 Jahren

Am 22. Oktober 1938 entstand dank des amerikanischen Physikers und Patentanwalts Chester Carlson die erste xerografische Kopie der Welt.
(Bild: Xerox)
Am 22. Oktober 1938 entstand dank des amerikanischen Physikers und Patentanwalts Chester Carlson die erste xerografische Kopie der Welt.

“10.-22.-38 Astoria”. Ganz unspektakulär, in einfacher Handschrift gehalten, auf einer Glasscheibe und vielleicht auch etwas unscharf war sie, die erste xerografische Kopie der Welt. Doch sie legte den Grundstein für eine Technologie, die nicht nur die Druckindustrie nachhaltig verändert hat: auf dem Grundprinzip der Xerografie arbeiten nicht nur Kopierer, wie wir sie heute kennen, sondern auch alle tonerbasierten Digitaldruckmaschinen. Am 22. Oktober feierte die erste xerografische Kopie der Welt ihr 80. Jubiläum.

Anzeige

Erfunden wurde die Xerografie von Chester Carlson, einem amerikanischen Patentanwalt, zu dessen Aufgaben es gehörte, Patentschriften und -Zeichnungen von Hand zu vervielfältigen. Dass es keine bequemere und schnellere Lösung dafür gab, störte ihn so sehr, dass er anfing, zu experimentieren. Mit Hilfe von Bärlappsamen, Schwefel und einer Zinkplatte gelang es Carlson am 22. Oktober 1938 erstmals, einen  Schriftzug von einem Blatt Papier auf ein anderes zu übertragen. Es wurde eine mit Schwefel beschichtete Zinkplatte mit einem Taschentuch elektrisch aufgeladen, und von einer Lampe belichtet. Zwischen Lampe und Platte befand sich eine Glasplatte, die den Tinten-Schriftzug “10-22-38 Astoria” trug. Nachdem die Platte belichtet wurde, bestreute man sie mit Lycopodium (Bärlappsamen), wodurch der Schriftzug auf der Platte sichtbar wurde. Das Lycopodium wurde nun auf ein über die Metallplatte gelegtes Wachspapier übertragen. ¹

So entstand in einem kleinen angemieteten Raum in Astoria, Queens, die erste Fotokopie der Welt. Die Erfindung der so genannten “Xerographie”, das sich im übrigen aus den griechischen Wörtern xerox für “trocken” und “graphein” für schreiben ableitet, gilt als Geburtstunde von Kopierern und führte schlussendlich zur Gründung der Xerox Corporation und zur Entwicklung der heute bekannten laserbasierten Drucksysteme. ² Das Verfahren ist aber auch als “Elektrofotografie” bekannt.

Von der Fotokopie zum Digitaldruckverfahren

In den 1960er-Jahren gelang der Xerografie schlussendlich – und unter dem Namen “Xerox” – der Druchbruch am Markt. Canon, Océ, HP, Ricoh, Kodak, Konica und Minolta folgten mit eigenen Produkten. Mittlerweile hat sich, wie das Motio, Netzwerk für Medienkommunikation, erklärt, die analoge Kopiertechnik in eine digitale gewandelt. Der Digitaldruck löste das klassische Kopieren zum Ende der 1980er Jahre ab. Die ersten Digitaldrucksysteme für den Einsatz in der grafischen Industrie wurden in der ersten Hälfte der 90er Jahre von Indigo und Xeikon vorgestellt. Weitere Hersteller folgten. Heute ist die Elektrofotografie/Xerografie ein etabliertes Druckverfahren, das sich vor allem dadurch auszeichnet, dass es ohne Druckform aufkommt und mit jedem neuen Druck ein anderes Motiv abgebildet werden kann. Zum Digitaldruck zählt heute darüber hinaus auch das Inkjetdruckverfahren, das vor allem in den letzten Jahren ein starkes Wachstum erfährt.

Weitere Informationen zur Entwicklung des Digitaldrucks gibt es auch in unserer Bildergalerie “Geschichte des Drucks: historische Meilensteine im Digitaldruck”.

––––––––

¹ https://www.copyhouse.de/xerographie.php

² https://german.news.xerox.com/de-de/2018/10/22/xerox-feiert-erfindung-der-xerografie/

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: