Bildergalerie

Geschichte des Drucks – die Entwicklung des Bogendrucks

Im Jahr 1454 wird die erste "Gutenberg-Bibel" mit einem 42-zeiligen Seitenaufbau gedruckt.

Auch die bewegte Geschichte des Bogendrucks geht auf die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg zurück. Sie lässt sich auf das Jahr 1440 datieren. Schon zuvor, im 11. Jahrhundert, gab es in China den Druck mit beweglichen Lettern für einzelne Schriftzeichen. Das Besondere an Gutenbergs Erfindung war genau genommen nicht die Erfindung des Buchdrucks, sondern der Beginn der Buchdruckerkunst mit seriell gefertigten Metalllettern für die Druckform. Das Innovative: die Lettern sind beliebig oft reproduzierbar. Unsere Bildergalerie zeigt, wie sich der Bogendruck seitdem entwickelt hat.

 

Im Jahr 1454 wird die erste "Gutenberg-Bibel" mit einem 42-zeiligen Seitenaufbau gedruckt.
Mehrfarbendruck mittels Hochdruck-Metallklischee im Mainzer Psalter.
1. Juli, 1650. Fast 200 Jahre später: Die erste Tageszeitung der Welt, genannt "Einkommende Zeitungen", wird in Leipzig von Timotheus Ritzsch herausgebracht.
Auf der Suche nach einem kostengünstigen Vervielfältigungsverfahren entdeckt Alois Senefelder die Lithografie. Er druckt von einem flachen Stein - dem Solnhofer Kalkstein. Senefelder zeichent mit Fettkreide seitenverkehrt auf die Kalksteinplatte. Diese Stellen nehmen beim Einwalzen die Druckfarbe an, während alle anderen, vorher mit Wasser befeuchteten, Stellen die Farbe abstoßen. Dieser Flachdruck bereitet den Weg für den modernen Offsetdruck.
Der Buchdrucker Friedrich Koenig baut in Suhl eine mechanische, zum Teil automatische Gutenbergpresse ganz aus Holz.
Friedrich Koenigs Zylinderdruckmaschine (Doppelmaschine) druckt zum ersten Mal die Londoner Tageszeitung "The Times" mit Dampfmaschinenkraft. In England lernt Koenig den Feinmechaniker Andreas Bauer kennen. Eine Zusammenarbeit beginnt.
Friedrich Koenig und sein Kompagnon Andreas Bauer gründen die Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer im Kloster Oberzell bei Würzburg, 25 Jahre vor Beginn des eigentlichen Maschinenzeitalters in Deutschland.
Andreas Albert, ehemaliger Werkmeister bei Koenig & Bauer und Andreas Hamm gründen im pfälzischen Frankenthal die Schnellpressenfabrik Albert & Hamm. Aus dieser entsteht später die Albert-Frankenthal AG. Zuvor hatte der Glockengießer Andreas Hamm 1850 in Frankenthal eine Maschinenfabrik, die Keimzelle der heutigen Heidelberger Druckmaschinen AG, gegründet.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstehen in Frankreich die ersten Steindruck-Schnellpressen. Louis Faber und Adolf Schleicher, die beim Steinpressen-Hersteller Alexander Dupuy in Paris beschäftigt sind, müssen wegen des deutsch-französischen Kriegs zurück nach Deutschland und bauen in Offenbach am Main eine eigene Werkstätte zum Bau lithografischer Maschinen – den Bogenoffset-Teil der heutigen Manroland Sheetfed GmbH, auf.
Die britische George Mann & Co. wird die erste Offsetdruckmaschinenfabrik in Europa.
Joseph Hauss, Ingenieur bei Albert-Frankenthal, und Albert Sparbert gründen in Radebeul die Dresdner Schnellpressenfabrik, aus der das heutige Werk Radebeul der Koenig & Bauer AG (Planeta-Bogenoffset) hervorgegangen ist. (Der Name "Planeta" leitet sich von dem 1910 konzipierten Planeten-Antrieb ab.)
1904 machen zwei Pioniere zur gleichen Zeit die gleiche Entdeckung. Der Amerikaner Ira Washington Rubel und der in Baltimore (USA) lebende Deutsche Caspar Hermann legen unabhängig voneinander den Grundstein für das Offsetdruckverfahren. Offset leitet sich vom englischen "offset/set off" ab und bedeutet nichts anderes als das "Absetzen"/die Übertragung der Druckfarbe von der Druckform (Druckplatte) auf ein Drucktuch (Gummituch) und von dort auf die Oberfläche des Bedruckstoffes. Dank der hohen Druckqualität breitet sich das Offset-Verfahren aus.
Die Faber & Schleicher AG in Offenbach beginnt mit dem Bau von Bogenoffsetmaschinen mit der Bezeichnung "Roland" (heute: Manroland Sheetfed GmbH). Albert und Cie. in Frankenthal beginnt ebenfalls mit dem Bau von Bogenoffsetmaschinen.
Auf der internationalen Messe für "Buchgewerbe und Grafik" (Bugra) in Leipzig wird der Heidelberger Tiegeldruckautomat vorgestellt. Das Bild zeigt das Ausstellungsgelände der Bugra im Jahr 1914.
Die erste Bogenoffsetdruckmaschine "Planeta" verlässt das Werk in Radebeul bei Dresden.
Erste Vierfarben-Bogenoffsetmaschine der Welt (Planeta-Deca) wird in Radebeul gebaut.
1957 geht in Wiesloch bei Heidelberg die größte Druckmaschinenfabrik der Welt in Betrieb.
Heidelberg beginnt mit dem Bau von Offset-Druckmaschinen (erstes Modell: KOR, Format 40x57 cm – eine auf Offset umgebaute Buchdruckmaschine).
Erste Bogenoffsetmaschine der Welt in Aggregratbauweise: "Variant 4" (Planeta).
Patent für die umstellbare Schön- und Widerdruckeinrichtung für Aggregatmaschinen (Planeta, Radebeul). Zwei amerikanische Unternehmen (3M und Geipe) bringen fast zeitgleich die ersten "wasserlosen" Druckplatten auf den Markt.
Umsteuerbare Schön- und Widerdruckmaschinen für Offset und Letterset von der Miller Johannisberg Druckmaschinen GmbH.
Einführung der Roland 800 mit integriertem Farbregelsystem (bis zu 10.000 Bogen/h).
Einführung der Speedmaster-Baureihe mit der Vierfarbenmaschine Speedmaster 72 V im Format 52x72 cm. Erste Bogenoffsetmaschine mit acht Druckwerken (aus Radebeul).
Die japanische Toray Ind. präsentiert ihre erste Druckplatte für den wasserlosen Offsetdruck. Seitdem ist die in Mühlheim an der Ruhr ansässige Marks-3zet GmbH & Co. KG (erster Händler für den wasserlosen Offsetdruck in Europa) Toray-Vertriebspartner.
Erste Bogenoffsetmaschine Koebau-Rapida 104 in Reihenbauweise (15.000 Bogen/h).
Presstek stellt die Direct-Imaging (DI)-Technologie (Direktbebilderung der Druckform in der Druckmaschine) vor.
Der japanische Druckmaschinenhersteller Komori stellt einen vollautomatischen Plattenwechsler vor.
Einführung der DI-Technologie bei Heidelberg. Entwicklung der GTO-DI. KBA: Übernahme von 75,2% des Grundkapitals der Planeta Druckmaschinenwerke und Umfirmierung in KBA-Planeta AG, Radebeul. Drei Jahre später Erwerb der restlichen 24,8%.
Heidelberg Quickmaster DI vorgestellt
Karat Digital Press GmbH wird gegründet. Das Joint-Venture-Unternehmen soll die Computer-to-Press-Anlage 74 Karat entwickeln.
Vier-über-vier-Druck im Großformat mit der KBA-Rapida-162-Achtfarbmaschine mit Wendung. Im Jahr 2004 feiert KBA Premiere der KBA Rapida 205. Außerdem wird die Kaltfolienapplikation "Inline Foiler" Prindor vorgestellt (Manroland Sheetfed).
Die neue "Direct Drive"-Technik von Manroland Sheetfed kommt auf den Markt. Heidelberg präsentiert seine Anicolor-Technik und stellt 2008 die neuen Modelle XL 145 und XL 162 vor.
Manroland Sheetfed wird von der britischen Langley Holdings übernommen.
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