Geschichte des Drucks – der Rollendruck und seine Entstehungsgeschichte

Während der Bogendruck auf eine deutlich längere Geschichte zurückblicken kann, beginnt die Geschichte des Rollendrucks erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Aber auch für das jüngere Druckverfahren spielte die Londoner Tageszeitung “The Times” eine wichtige Rolle. Schon 1814 druckte Friedrich Koenigs Zylinderdruckmaschine die Times mit Dampfmaschinenkraft. 1866 leitet John Walter III. (damaliger Inhaber der Times) schließlich mit der ersten Rollenrotationsmaschine das Zeitalter des Rollendrucks ein. Lesen Sie mehr in unserer Bildergalerie.

 

Anzeige

 

Der damalige Inhaber der Times, John Walter III., und zwei Techniker seiner Druckerei, J. C. MacDonald und J. Calverly, bauen zwischen 1862 und 1866 eine Rollenrotationsmaschine. Diese wurde später "Walterpresse" genannt. Von 1869 bis 1895 sind drei Maschinen dieses Typs ständig für die Herstellung der Times in Gebrauch. 1885 werden sie durch ein Schneide- und Falzwerk ergänzt.
Der Würzburger Maschinenhersteller Koenig & Bauer liefert seine erste Rollen-Rotationsmaschine an die Magdeburger Zeitung.
Bau der ersten doppelbreiten Zeitungsrotation von R. Hoe & Co. für die "New York World" des Verlegers Joseph Pulitzer, gefolgt von Mehrbahnen-Maschinen (bis zu 128 Seiten über einen Falzapparat).
Erste Rollenrotationsmaschine von Albert & Cie. aus Frankenthal.
Dem Maschinenbauer Carl Holweg in Straßburg/Elsass wird die Erfindung des Anilindrucks zugeschrieben. Ein deutsches Patent sichert ihm ein Verfahren, bei dem eine Papierbahn auf einer – der Papierbeutelmaschine vorgeschalteten – Rotationsdruckmaschine mittels elastischer Gummidruckplatten und in Alkohol gelöster Anilinfarben bedruckt werden kann.
Koenig & Bauer liefert seine erste Tiefdruckrollenrotation aus. Im selben Jahr wird die erste Zeitungs- Rollenoffsetmaschine "Universal" im Gummi-Gummi-Prinzip von Caspar Hermann bei Felix Böttcher in Leipzig (später bei der Vomag gefertigt).
Das Druckmaschinenwerk in Frankenthal beginnt mit dem Bau von Rollenoffsetmaschinen.
Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) liefert eine Hochleistungs-Rotationsdruckmaschine mit der 25.000 Zeitungen zu je 16 Seiten in der Stunde gedruckt werden können.
Entwicklung des vollautomatischen Rollenwechslers durch die Firmen Witton-James (England) und Cline Electric (USA).
Windmöller & Hölschers erste Zentralzylinder-Flexodruckmaschine Olympia 1275 geht für die Bedruckung von Zellglas in die USA.
Die MAN stellt eine neue Rollenoffsetmaschinen-Generation für Illustrationsdruck mit Heatset-Farben auf gestrichenem Papier vor – die Baureihe "Lithoman".
Lieferung der damals größten Zeitungsrotation der Welt, einer Jumbo-Courier, durch Koenig & Bauer an die Gazet van Antwerpen.
Weltweit erste Anilox-Offsetmaschine Albert Alfra CX für mehrfarbigen Zeitungsdruck.
Entwicklung des ersten wellenlosen Antriebs bei Zeitungsrotationen mit fliegendem Platten- und Umfangswechsel durch die Schweizer Firmen Wifag und ABB.
Koenig & Bauer stellt zur Ifra-Expo 1999 in Amsterdam das Konzept der im wasserlosen Offset druckenden KBA Cortina vor.
Die erste KBA TR12B, mit 4,32 m bis heute breiteste Tiefdruckrotation der Welt, geht im Herbst 2004 bei Maul-Belser in Nürnberg in Betrieb.
Manroland installiert den vollautomatischen Druckplattenwechsel per Roboterarm an einer Zeitungsrotation in Osnabrück.
Bei Grafiche Mazzucchelli (Italien) geht mit einer Goss Sunday 5.000 die erste 96-Seiten-Akzidenzrotation in Betrieb. Sie kann bis zu 2,86 m breite Papierbahnen bedrucken. 2011 laufen die ersten 96-Seiten Manroland-Maschinen an.
KBA und der Druckereikonzern Donnelley geben ihre Kooperation zur Entwicklung von Digitaldrucklösungen bekannt. Die Inkjet-Rotation Rotajet 76 hat bei der Drupa 2012 ihre Premiere.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: