Hardcover per Klebebinder

(Bild: Wilh. Leo's Nachf. )
Das Casing-In Sheet fungiert im Klebebinder als Umschlag und ist komplett selbstklebend zum Einhängen. Mit dem Überzugsmaterial lassen sich auch personalisierte Hardcover im Digitaldruck herstellen.

Der finnische Hersteller Fastbind hat eine neue Hardcover-Technik entwickelt. Mit dem Produkt Casing-In Sheet sollen sich mit jedem vorhandenen Profi-Klebebinder mit Umschlaganleger – gleich ob Hotmelt oder PUR – auch Hardcover in Kleinauflage erstellen lassen – laut Hersteller ohne großen Investitionsaufwand.

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Fotobücher, Books on Demand – auch im Hardcoverbereich nehmen kleine Auflagen immer mehr zu. Mit der Lösung Casing-In Sheet von Fastbind sollen sich Hardcover einfach und zu geringen Kosten auf dem vorhandenenen Klebebinder fertigen lassen. Dabei werde schlicht ein Soft- in ein Hardcover umgewandelt. So lasse sich beispielsweise bei einer Gesamtauflage von 1000 Exemplaren 900 Bücher als Softcover und 100 als Hardcover produzieren, so die Beispielrechnung des Herstellers. Pro Hardcover müssten lediglich noch ein paar Sekunden in das manuelle Einhängen in den Umschlag gerechnet werden.

Dabei handelt es sich um ein beidseitig selbstklebendes Vorsatzpapier, das im Klebebinder als Umschlag fungiert. Dieses wird in den Umschlaganleger des Binders eingelegt, im gewohnten Prozess mit dem Buchblock verheiratet und dreiseitig beschnitten – fertig ist zunächst das Softcover. Die Hardcoverfertigung erfolgt im Anschluss daran manuell: Dabei wird das selbstklebende Vorsatzmaterial in die vorgefertigte Buchdecke eingehängt. Der Rücken bleibt frei, so dass auch dickere Bücher haltbar sind.

Die Technik funktioniert laut Hersteller mit jedem Ein- bis Vier-Zangen-Klebebinder, unabhängig vom Automatisierungsgrad. Es spielt auch keine Rolle, ob mit PUR-Klebstoff oder mit EVA-Hotmelt gerabeitet wird. Benötigt wird für das Einhängen – neben dem Vorsatzpapier – lediglich das Falzeinbrenngerät Fastbind-Presso, mit dessen Hilfe der Vorsatz mit dem Cover verbunden wird. Fastbind Casing-In Sheet ist verfügbar für Buchformate bis DIN-A4 Hochformat für unterschiedliche Rückenstärken. Innenspiegel und Vorsatzblatt können individuell gestaltet werden.

„Natürlich ersetzt Fastbind nicht die Handwerksqualität des Buchbinders“, erklärt Jochen Fürchtenicht, Geschäfstführer des Fachhandelsunternehmens Wilh. Leo’s Nachfolger in Unterensingen. „Man muss aber im Einzelfall sehen, was man will und wie es bezahlt wird.“ Leo’s vertreibt seit 2009 die Fastbind-Produkte und hat jetzt auch Casing-In Sheet im Programm.
Mit der Fastbind-Technik, so Fürchtenicht, könne auch in der Digitaldruckerei ein vernünftiges Ergebnis erzielt werden. Sie eröffne eine Möglichkeit, für den Endkunden einen Mehrwert zu schaffen und die Wertschöpfung in der eigenen Druckerei zu generieren. So ließen sich beispielsweise mit den Buchdecken-Fertigungsmaschinen aus der Casematic-Reihe in Kleinststauflagen individuell bedruckte Buchdecken herstellen.
Die Fastbind-Geräte und Systeme werden von Maping Co in Espoo in Finnland entwickelt und hergestellt. Die patentierten, selbstklebenden Casing-In-Sheet-Vorsatzblätter haben neben Wilh. Leo’s Nachf. übrigens auch die Fachhändler Stamagraph (München), Richter + Menzel (Neukirchen), sowie Mehring (Troisdorf) im Programm. [5269]

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