Produkt: Deutscher Drucker 7/2020
Deutscher Drucker 7/2020
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Vorläufige Geschäftszahlen für das Gesamtjahr 2019/2020

Heidelberger Druckmaschinen AG mit weniger Umsatz und negativem Ergebnis

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat die vorläufigen Geschäftszahlen für das Gesamtjahr 2019/2020 vorgelegt.(Bild: Heidelberger Druckmaschinen AG)

Das konjunkturelle Umfeld hat sich durch die Covid-19-Pandemie in den zurückliegenden Wochen und Monaten zunehmend verschlechtert. Dadurch wurde auch der Geschäftsverlauf der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) im Geschäftsjahr 2019/20 (1. April 2019 bis 31. März 2020) geprägt. Die konjunkturbedingte Investitionszurückhaltung vor allem in Europa beeinträchtigte das Geschäft, wie Heidelberg in einer aktuellen Medienmitteilung bekannt gegeben hat. So lag der Konzernumsatz auf Basis vorläufiger, noch nicht testierter Zahlen mit 2,349 Mrd. Euro rund 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das vorläufige Ergebnis nach Steuern wird sogar mit –343 Mio. Euro (Vorjahr: 21 Mio. Euro) angegeben. Weltweit sollen 1.600 Stellen gestrichen werden.

Im vierten Quartal verschlechterten sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen durch die Covid-19-Pandemie nochmals erheblich, was sich deutlich im Umsatz niederschlug, der mit 659 Mio. Euro signifikant unter dem Vorjahresquartal lag (797 Mio. Euro).

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Im Gesamtjahr lag das vorläufige operative Ergebnis (Ebitda) ohne Restrukturierungsergebnis bei 102 Mio. Euro, nach 180 Mio. Euro im Vorjahr. Die Ebitda-Marge ohne Restrukturierungsergebnis erreichte damit 4,3 Prozent und volumenbedingt und aufgrund von Produktmixeffekten nicht den Vorjahreswert von 7,2 Prozent. Darüber hinaus belasteten insbesondere die im Geschäftsjahr 2019/20 gebuchten Einmalaufwendungen für die Neuausrichtung des Unternehmens (275 Mio. Euro) das Ergebnis des Geschäftsjahres 2019/20 planmäßig. So lag das vorläufige Ergebnis nach Steuern bei –343 Mio. Euro (Vorjahr: 21 Mio. Euro).

Um den sich im Jahresverlauf verschlechternden Rahmenbedingungen entgegenzutreten und die finanzielle Stabilität zu erhöhen, hatte Heidelberg bereits Mitte März 2020 ein umfassendes Maßnahmenpaket verabschiedet. Es umfasst zum einen die Erhöhung der Liquidität und eine signifikante Verringerung der Nettoverschuldung durch die nahezu vollständige Rückübertragung von rund 380 Mio. Euro aus dem Treuhandvermögen des im Jahr 2005 gegründeten Heidelberg Pension-Trust e.V. Die Nettoverschuldung konnte damit per Ende März 2020 auf 43 Mio. Euro deutlich gesenkt werden (Vorjahr: 250 Mio. Euro).

„Durch die Fokussierung auf das profitable Kerngeschäft – inklusive der Beendigung der Produktion von Primefire- und Großformatdruckmaschinen – sowie dem geplanten Personallabbau werden die Produktions- und Strukturkosten gesenkt, um die Profitabilität nachhaltig zu steigern“, so Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg bei der Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen für 2019/2020.

Wie das Unternehmen zudem bekannt gab, sollen weltweit 1.600 Stellen wegfallen, ungefähr 1.000 davon in Wiesloch.

Die Gesellschaft will ihre Jahresabschlüsse und den Geschäftsbericht für 2019/20 am 9. Juni 2020 veröffentlichen.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Das jahrelange Trauerspiel bei Heidelberg ist selbst gemacht, vor allem durch immer wieder die gleichen Managementfehler, egal welcher Vorstand auch gerade tätig war. Kein Unternehmen in der Branche hat solch eine schlechte Bilanz über Jahre hinweg hingelegt (siehe als Beispiel KBA).
    Zum Pfennigstock verkommen.
    Aber das Trauerspiel geht noch weiter, jetzt werden sogar Pensionsrückstellungen angezapft- das ist traurig aber war.

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  2. Wie es möglich ist, ein bereits über Staatssubventionen gestütztes, ehemals so renommiertes deutsches Unternehmen durch immer neue – gleich unfähige Vorstände – in immer höhere Verluste zu steuern. Das ist völlig unverständlich .
    Und offensichtlich wird dies mitgetragen durch den Aufsichtsrat, was noch
    schmerzlicher ist.
    Die angekündigten Maßnahmen, sich nach hohen Ihnvestitionen zuerst aus dem Digitaldruck, jetzt aus dem Großformat mit hohen Folgekosten zu verabschieden, und u.a. auch aufgrund dessen 1.600 Mitarbeitern zu entlassen und das einzige, noch expandierendem Geschäft im Verpackungs-und Internetdruck Geschäft aufzugeben, zeugt von der zu hinterfragenden Kompetenz der Unternehmensstrategie.
    Schade, dass nicht die bestehenden Wachstumsperspektiven im Managment erkannt werden, die dieses renommierte Unternehmen mit eigentlich viel mehr Potential als mancher Mitbewerber wieder zu seiner gebührenden Markposition zurückführen würde.

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  3. Dass die Pensionsrückstellungen quasi als Kreditgeber gebraucht werden, um die Liquidität zu erhöhen lässt tatsächlich nichts Gutes erwarten. Man fragt sich wie das alles mit einer bilanz- und liquiditätsbelastenden “Verleihstrategie” im Maschinengeschäft zusammenpasst. Bestehen da nicht erhebliche Ausfallrisiken, da evtl. Betriebe animiert werden, die sich eigentlich den Kauf einer Maschine gar nicht leisten könnten? Man könnte sagen, wenigstens ist in solchen Fällen die Maschine dann noch Eigentum von HD, aber die Zweitvermarktung gebrauchter Maschinen aus Insolvenzen wird doch wohl kaum angestrebt sein. Alles ein bisschen merkwürdig…

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