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Entwicklung in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 – Gewinnwarnung – Aktie auf 0,95 Euro gefallen

Heidelberger Druckmaschinen: Umsatz und Auftragseingang stabil

Druckmaschinen-Montage im Werk Wiesloch-Walldorf der Heidelberger Druckmaschinen AG.(Bild: Heidelberger Druckmaschinen AG)

In den ersten neun Monaten (1. April bis 31. Dezember 2019) des Geschäftsjahres 2019/20 zeigt die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) in Summe bei Umsatz und Auftragseingang eine stabile Entwicklung. Das anhaltend schwierige Marktumfeld führte allerdings im dritten Quartal zu einer rückläufigen Entwicklung bei Umsatz und operativem Ergebnis. Aktuell wurde sogar eine Gewinnwarnung herausgegeben. Der Kurs der Aktie fiel auf 0,95 Euro (s.u.).

So konnte beim Auftragseingang nach neun Monaten mit 1,9 Mrd. Euro insgesamt das Vorjahresniveau erreicht werden (Vorjahr: 1,912 Mrd. Euro). Der Auftragseingang lag im dritten Quartal mit 636 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 606 Mio. Euro. Insbesondere in China und den USA ließ sich das Auftragsvolumen weiter steigern, während das Geschäft in Deutschland und weiteren Teilen Europas weiter schwach ist.

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Der Umsatz lag nach neun Monaten des Geschäftsjahres mit 1,69 Mrd. Euro noch auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 1,693 Mrd. Euro). Der Umsatz im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres fiel jedoch aufgrund der konjunkturbedingten Investitionszurückhaltung in Deutschland, Großbritannien und im Rest Mitteleuropas mit 567 Mio. Euro geringer aus als erwartet und lag unter dem Vorjahreswert von 579 Mio. Euro.

Das Ebitda ohne Restrukturierungsergebnis betrug im dritten Quartal (1. Oktober bis 31. Dezember 2019) 47 Mio. Euro, nach 39 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres beinhaltet einen positiven Einmalertrag von rund 25 Mio. Euro aus dem Verkauf der Gesellschaft Hi-Tech Coatings. Belastend wirkten insbesondere das geringere Volumen, unter Druck stehende Margen im Handelsgeschäft mit Verbrauchsmaterialien und regionale Verschiebungen mit einem unvorteilhafteren Produktmix. Gleichzeitig standen hohen Vorleistungen im Bereich des Digitaldrucks noch zu geringe Umsätze entgegen. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen zu Kostensenkungen konnten diese Entwicklung noch nicht ausgleichen.

In den ersten neun Monaten lag das Ebitda ohne Restrukturierungsergebnis bei 117 Mio. Euro, nach 101 Mio. Euro im Vorjahr. Dementsprechend fiel das Vorsteuerergebnis mit rund 5 Mio. Euro leicht positiv aus (Vorjahr 1 Mio. Euro), nach Steuern war das Ergebnis mit –10 Mio. Euro leicht negativ (Vorjahr –2 Mio. Euro). Der Free Cashflow verbesserte sich nach neun Monaten inklusive des Verkaufs der Hi-Tech Coatings auf –73 Mio. Euro (Vorjahr: –120 Mio. Euro).

Prognose für das Gesamtjahr 2019/20

Die Entwicklung im dritten Quartal und die Erwartung einer weiterhin geringen Investitionsneigung in wichtigen Märkten Europas führt dazu, dass der Heidelberg-Vorstand auch im traditionell starken vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit einem Umsatz- und Ertragsniveau unter dem Vorjahr rechnet, mit Auswirkungen auf die Jahresprognose. So wird erwartet, dass der Umsatz im Gesamtjahr leicht unter dem Niveau des Vorjahres von rund 2,490 Mrd. Euro liegen wird. Bisher ging das Unternehmen von einer stabilen Umsatzentwicklung aus. Das Ebitda ohne Restrukturierungsergebnis und ohne den Einmalertrag aus dem Verkauf der Hi-Tech Coatings wird aufgrund der geringeren Umsatzerwartung, rückläufiger Handelsmargen und dem nachteiligen Regionen- und Produktmix in einer Bandbreite von 5,5 bis 6,0 Prozent vom Umsatz (bislang 6,5 bis 7,0 Prozent) erwartet. Das Nachsteuerergebnis wird entsprechend leicht negativ ausfallen (bisher: ausgeglichenes Nachsteuerergebnis).

Update 24. Januar 2020: Inzwischen wurde von der Heidelberger Druckmaschinen AG eine Gewinnwarnung herausgegeben, wie verschiedene Finanz-Medien melden. Danach sackte der Kurs der Aktie innerhalb von zwei Handelstagen (an der Börse) um 11 Prozent und lag am 22. Januar bei 0,95 Euro.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich denke, der Aufmacher der Nachricht entspricht nicht dem, was dem Ernst der Lage entspricht. Heideldruck hat eine Gewinnwarnung veröffentlicht!
    Da ist also dringend Handlungsbedarf. Und das noch vor der DRUPA.
    Bin mal gespannt wie das Drupa Loch in Q1 gemanaged wird, wenn Geld für die Restrukturierung fehlt.
    Neuer Ankerinvestor? Produktionsverlagerung nach Asien? Portfoliobereinigung oder neue Köpfe? Kommt mir irgendwie bekannt vor.

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