Produkt: Deutscher Drucker 22/2018
Deutscher Drucker 22/2018
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Insider-Kolumne von Torsten Uhlig aus Deutscher Drucker 11/2019

Wie die Druckveredelung der Zukunft aussieht …

In unserer reizüberfluteten und ereignisreichen Zeit ist es nicht ganz einfach, nachhaltig Aufmerksamkeit zu generieren. Der Informationsfluss ist schnell, nur Auffälliges wird einprägsam und damit auch wahrgenommen und gespeichert. Auf unsere Druckindustrie und deren Produkte bezogen heißt das: Wer unbedingt Aufmerksamkeit erzielen möchte, muss sich vom Standard abheben und etwas Besonderes anbieten.

Kaufentscheidungen werden oft in Bruchteilen von Sekunden getroffen und dabei durch Funktion, Design und Wertigkeit der Verpackung beeinflusst. Die Druckveredelung, in welcher Form auch immer, spielt hierbei eine wesentliche Rolle, um die gewünschte Botschaft zu unterstützen und das Produkt gezielt hervorzuheben. Dies gilt nicht nur für Verpackungen und Etiketten, sondern generell für alle Printprodukte.

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Doch wie werden solche Techniken zur Veredelung in Zukunft aussehen? Der digitale Inkjetdruck ist das am stärksten wachsende Druckverfahren, das noch über sehr viel Entwicklungspotential verfügt. Beeinflusst diese Tendenz auch die Veredelung?

Es gibt Beispiele, sowohl für die Lackierung als auch für den Folientransfer, die jedoch nicht marktprägend sind, da Flexibilität und Wirtschaftlichkeit gegenüber herkömmlichen Veredelungsverfahren noch keinen Bestand haben. So kann zum Beispiel die Vielfalt der Lackapplikationen des Siebdrucks nicht erreicht werden.

Weiterhin eine tragende Rolle werden die analogen Veredelungsarten spielen, wie beispielsweise der Kalt- und der Heißfolientransfer, die Verfahren „Cast and Cure“, der Siebdruck, die Hoch- und die Tiefprägung und das gesamte Portfolio der flexobasierten Funktions- und Effektlackierungen.

„Zukunftsweisend ist die Betrachtung von digitalem Druck und analoger Veredelung, wie beispielsweise im Schmalbahn-Etikettenbereich bereits vielfach umgesetzt.

Zukunftsweisend ist die Betrachtung von digitalem Druck und analoger Veredelung, wie zum Beispiel im Schmalbahn-Etikettenbereich bereits vielfach umgesetzt. Grundlegend wird aber auch die Entwicklung der Nachfrage nach nachhaltigen und funktionelleren Druckprodukten und Verpackungslösungen sein. Inwieweit werden diese Aspekte das Kaufverhalten der Kunden beeinflussen und gegebenenfalls neue Wege vorgeben?

Es bleibt spannend zu beobachten: Werden die Kunden bzw. Endverbraucher in Zukunft nach dem Motto „Masse statt Klasse“ vorgehen? Oder werden sie weiterhin Spaß und Freude an hochwertigem Verpackungsdesign haben und somit der Druckindustrie die Entscheidung über weiere Innovationen und Entwicklungen im Bereich der Veredelung indirekt vorgeben?

→ Ihre Meinung? insider@print.de

Torsten Uhlig (48) ist Druckexperte, Techniker und Berater in der grafischen Industrie. Mit seinem Unternehmen TU Solutions setzt er den Fokus auf Oberflächen: Veredelungen, Lacke, Beschichtungen, Spezialanwendungen und Problemlösungen.

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Deutscher Drucker 4/2019
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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Druck ohne Veredelungen ist schon schwer genug in Zeiten digitaler Dauerbelastung. Veredelung ohne Druck geht nicht. Print wirkt – wenn alles in sich stimmig ist und es sich auch für die Kunden auszahlt. Kompetente Partner von der Idee bis zum fertigen Printprodukt sind unabhängig von der Technik ein wesentliches Element für eine erfolgreiche Zukunft unserer Industrie.

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