Produkt: Deutscher Drucker 7/2019
Deutscher Drucker 7/2019
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Zukunftsthemen in der Druck- und Papierbranche

Recycling wird zum dringenden Thema

Allein der Pro-Kopf-Papierverbrauch in China hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. (Bild: Grafik: Prof. Volker Jansen (HDM))

Zu den Zukunftsthemen, mit denen sich auch die Druckbranche beschäftigen muss, gehören das Thema Nachhaltigkeit und in diesem Zusammenhang das Thema Recycling. Dies stellte Prof. Volker Jansen (HDM) in einem Vortrag auf den Buchbindertagen 2019 heraus. Angesichts des weltweiten Wachstums müsse man sich über kurz oder lang die Frage nach der Ressourcennutzung stellen.

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Die vier größten Volkswirtschaften der Welt – das sind die USA, China, Japan und Deutschland – sind auch zugleich die größten papierkonsumierenden Länder der Welt. Mehr als die Hälfte der gesamten weltweiten Papierproduktion entfällt auf diese vier Protagonisten (absolute Mengen), wobei Deutschland und die USA die führenden Papierimport- und -exportländer sind. Ein Großteil dieser Produktion ist für den Verpackungssektor bestimmt. Wird sich allein der Verpackungsmarkt, wie prognostiziert, in den nächsten 15 bis 20 Jahren verdoppeln, wird Nachhaltigkeit zum Problem. Dies gab Prof. Volker Jansen zu bedenken. Jansen ist Studiendekan für den Bereich Postpress Technologies an der Hochschule der Medien (HDM) in Stuttgart und sprach im Rahmen der Buchbindertage 2019 an der HDM über Trends, mit denen sich die Printproduktion in den kommenden Jahren auseinandersetzen muss. Nachhaltigkeit und Recycling gehören demnach zwingend dazu.

Steigender Papierverbrauch pro Kopf

Allein China verbraucht aktuell 78 kg Papier pro Jahr und Kopf – die doppelte Menge wie noch vor zehn Jahren. Das Land ist laut Jansen zudem der weltgrößte Papierhersteller, habe allerdings die geringsten Recyclingquoten. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Papier in Afrika liegt aktuell bei 8 kg pro Jahr, doch auch Afrika ist ein Wachstumsmarkt, der, so Jansen, sehr schnell wachsen wird. Generell gehe man von einem weltweiten Wachstum des Papiermarkts um sechs Prozent Jahr aus. Da stellt sich recht durchaus die Frage nach den Rohstoffen.

Das bedeute, so Jansen, dass China, Indien, Brasilien sowie die afrikanischen Länder unbedingt effiziente Recyclingstrategien und -verfahren bräuchten. Es werde daher innerhalb des nächsten Jahrzehnts zu einem deutlichen Wachstum der Recyclingindustrie kommen, wenn in Asien und vor allem China das Verpackungsaufkommen wie prognostiziert steigen werde. Jansens Apell daher: „Wir müssen jetzt damit anfangen, innovative neue Lösungen für Probleme zu etablieren, bevor sie auftreten.“ Eine Herausforderung, die laut Jansen aber gleichzeitig auch eine Chance für kleine Unternehmen sein kann, wenn diese entsprechende Konzepte entwickeln können. „Dann können kleine Unternehmen auf einmal sehr schnell sehr groß werden.“

Welchen Trends beeinflussen derzeit die Entwickungen und das Geschäft der grafischen Industrie? Eine ausführliche Analyse der Wachstumsmärkte lesen Sie in Deutscher Drucker 23/2019. Das Heft kann im print.de-Shop bestellt werden.

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Produkt: Deutscher Drucker 14-15/2019
Deutscher Drucker 14-15/2019
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Alle reden nur davon, dass wir unsere Produktion umstellen müssen, um einen höheren RC-Anteil zu erlangen. Es wird über Graspapier und viele Varianten hiervon gesprochen. Auf der FachPack haben viele Hersteller ihre innovativen Produkte ausgestellt und man hatte das Gefühl, hier bewegt sich etwas. Im Gegenzug liest man von einer UV-Druckmaschine nach der anderen, die installiert wird. Aber auch der Bereich Digitaldruck nimmt rasant zu. Hält man sich aber vor Augen, dass ein Großteil der so produzierten Auflagen nicht RC-fähig sind. Zwar sind die Farbhersteller auf dem Weg, UV-Farben zu kreieren, die deinkbar sind, aber die Praxis zeigt, dass der Weg noch lange ist, bis der Markt es auch umsetzt. Ob uns diese Zeit bleibt?
    Wir alle müssen umdenken und wieder anfangen, regional und nachhaltig zu denken, sowohl im Geschäfts- als auch im Privatbereich.

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    1. Ein wahnsinnig innovative Lösungen des Problems ist nicht besser zu recyceln, sondern Verpackungsmüll zu vermeiden. Verdient natürlich keiner dran und deshalb machen wir schön so weiter wie bisher.

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      1. Ich gebe Ihnen Recht, dass kein Müll die beste Variante ist. Aber wie groß ist hier die Umsetzbarkeit? Als ich vor 5-6 Jahre mit meiner Brotdose an der Wursttheke stand wurde mir noch erklärt, dass es aus Hygienegründen nicht gehen würde. Heute ist es kein Problem mehr. Aber bis ein Umdenken stattfindet sollten wir unseren RC-Bereich möglichtst hoch halten und keinen Sondermüll produzieren.

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