Heute: Bestimmung von Feuchtigkeitsgehalt und Rauheit, Faserorientierung und Maschinenlaufrichtung

Papiernormen für den Druck

(Bild: BVDM)
Dieter Kleeberg, Referent Technik + Forschung beim Bundesverband Druck und Medien, ist der Autor der fünfteiligen Artikelserie zum Thema "Standardisierung von Papier" in Deutscher Drucker.

Durch ihre Wechselwirkungen mit Druckfarbe und Feuchtmittel haben bestimmte mechanische Kenngrößen unmittelbaren Einfluss auf die Bedruckbarkeit von Papier sowie ggfs. auch auf seine Verklebbarkeit in Nachfolgeprozessen. Wie sich diese Kenngrößen bestimmen lassen, erläutert die Folge 3 der fünfteiligen Artikelserie “Standardisierung von Papier” in Deutscher Drucker 21/2018. Einen Auszug daraus lesen Sie heute auf print.de

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Laborgeräte vs. mobile Messgeräte

Viele Papierhersteller können in ihrer Versuchsdruckerei ausgewählte Kundenanfragen klären. Treten zusätzliche Fragen auf, hilft sich die Druckindustrie in der Regel selbst, z.B. mit Probedruckgeräten zur Simulation bestimmter Probleme. Nur wenige Druckereien, meist im Verpackungssektor, leisten sich ein Prüflabor. Die anderen Druckereien müssen notgedrungen mit Überraschungen leben. Außerdem werden viele Verfahren, die an proprietäre Lösungen gebunden sind, also den Erwerb der betreffenden Testgeräte voraussetzen, nicht standardisiert. Jeder Praktiker benötigt jedoch möglichst rasch und ohne Laboraufwand ermittelbare und vor allem druck- und verabeitungstechnisch verwertbare Aussagen. Auf derartige Prüfmethoden wird nachfolgend ausführlicher eingegangen.

Feuchtigkeitsgehalt

Der Feuchtigkeitsgehalt – absolut oder relativ (Wasseranteil) – ließ sich früher nur im Labor in einem sogenannten Exsikkator per Wägung feststellen, vor und nach der Wasserverdunstung bei 105 °C . Heute wird dieser Wert mit speziellen Handhygrometern gemessen: Der Stromfluss zwischen zwei Elektroden ist das indirekte Maß für den Wassergehalt und erlaubt die Einteilung in feuchte und trockene Papiere. Heatset-Drucker können so den Bedarf der Wiederbefeuchtung abschätzen. Buchbinder und Faltschachteldrucker erkennen die Grenzen der Wasseraufnahme, wenn das Papier oder der Karton mit Dispersionsklebstoff weiterverarbeitet werden soll. Im Normalfall informiert der Lieferant über die Verklebbarkeit. Mit einer Probeklebung ist der Anwender aber auf der sicheren Seite.

Rauheit

Neben der zu erwartenden Druckqualität und dem haptischen Erlebnis ist die Rauheit für die Qualität von Klebestellen interessant. Wie rau ein Papier ist, wird standardmäßig indirekt mit Luftdurchflussmethoden ermittelt: je mehr Luft zwischen „Berg und Tal“ hindurchpasst, umso rauer ist das Papier. Der Papierpass ISO 15397 fordert für gestrichene Papiere die Parker-Print-Surf-Methode (PPS), für Naturpapiere den Bendtsen-Test; die ältere DIN 19306 nennt nur PPS.

Dem gegenüber stehen moderne Standardverfahren (ISO 25178), die direkt Mikrometerwerte ermitteln: durch mikromechanische oder Laserabtastung oder durch Interferenzbildanalysen – zwei- oder dreidimensionales Oberflächenprofil, max. Rauhtiefe, mittlerer Rauheitswert und Porosität, d. h. Poren pro Fläche auf Naturpapieren und Größe der Mikroporen auf gestrichenen Papieren.

Faserorientierung und Maschinenlaufrichtung

Auf die generelle Bedeutung dieser Kenngrößen für Druck und Weiterverarbeitung wurde bereits in Teil 1 und 2 (Deutscher Drucker 15-16 und 18/2018) dieser Serie verwiesen. Zu ihrer Ermittlung existieren keine standardisierten Tests, wohl aber bewährte Methoden. Dazu zählen der Reiß- und Falztest oder die Durchleuchtung am Lichttisch. Ist die Laufrichtung automatisch zu bestimmen, um z. B. Formatware in Schneidanlagen korrekt einzudrehen, werden Laserinterferenzmuster erzeugt und analysiert. Normalerweise reicht das Auslesen der Maschinenlaufrichtung aus dem Barcode-Etikett der Ries- oder Stapelverpackung, um der langen und kurzen Seite des Formats die richtige Laufrichtung zuzuordnen. Beim Wellpappendirektdruck ist die Ausrichtung der Wellen maßgeblich. Im Bogen-
offsetdruck muss wegen der Zylinderkrümmung die Welle parallel zur Zylinderachse verlaufen; wegen der Zusammendrückbarkeit der Anlegekante spricht man von „soft-edge feed“. Im Flexo- und Inkjetdruck auf Wellpappebogenmaschinen werden die bis zu 10 mm dicken Bogen natürlich nicht gekrümmt und vorzugsweise im „hard-edge feed“ eingezogen.

Den gesamten Beitrag zum Thema “Standardisierung von Papier” (3) lesen Sie in Deutscher Drucker 21/2018, der im print.de-Shop zur Bestellung bereit steht. Hier erfahren Sie auch alles über die jeweiligen Normen zur Prüfung und Standardisierung bestimmter mechanischer Eigenschaften. Stets auf dem neuesten Stand der Informationen aus der Druckbranche sind Sie mit einem Abonnement von Deutscher Drucker, hier geht es zu den Abo-Modellen.

 

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