Keine Einigung über die Reform des MTV

Vierte Runde der Tarifverhandlungen: Noch immer kein Ergebnis

Frank Werneke, stellv. Verdi-Vorsitzender (l.) und Sönke Boyens, Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses des BVDM.

Die vierte Verhandlungsrunde für die rund 134.000 Beschäftigten der Druckindustrie ist am Abend des 30. Oktober 2018 in Berlin erneut ergebnislos zu Ende gegangen. Am 22 November 2018 sollen die Gespräche in Berlin fortgesetzt werden. In den vergangenen Tagen gab es bereits Warnstreiks in mehreren Betrieben. 


Das Angebot der Arbeitgeber sah folgende Eckpunkte vor:

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November 2018: Einmalzahlung von 200 Euro
April 2019: lineare Erhöhung um 2,4 %
April 2020: lineare Erhöhung um 1,4 %
Februar 2021: Einmalzahlung von 200 €
Laufzeit: 30 Monate (bis Ende Februar 2021)

Zusätzlich ging es bei den Verhandlungen um eine Reform des Manteltarifvertrages (MTV). Das Angebot des BVDM sieht vor, den MTV für bestehende Arbeitsverhältnisse wieder in Kraft zu setzen. Bei neuen Arbeitsverhältnissen solle über eine Neufassung des gesamten Tarifvertrags verhandelt werden. Zusätzlich sollten “Öffnungsklauseln für freiwillige Betriebsvereinbarungen zur Beschäftigungssicherung und zum altersgerechten Arbeiten” integriert werden. Es habe auf Seiten der Arbeitgeber die Bereitschaft bestanden, einen Großteil des bisherigen MTV auch für Neueinstellungen zu akzeptieren.

Verdi warf dem BVDM vor, mit der unterschiedlichen Regelung für bestehende und neue Arbeitsverhältnisse die Belegschaften in der Druckindustrie zu spalten, indem für Neueinstellungen überhaupt kein Tarifschutz mehr gelten solle. Zudem kritisierte die Gewerkschaft, dass Regelungen zur Maschinenbesetzung gestrichen werden sollten.

Der BVDM bezeichnete die Haltung der Gewerkschaft als “destruktive Blockadepolitik”. Es sei gegen die Interessen des Großteils der Beschäftigten, wenn die Gewerkschaft weiterhin zu Streiks aufrufe. “Ich bin enttäuscht, dass Verdi so leichtfertig die Chance verspielt, den MTV für bestehende Arbeitsverhältnisse wieder in Kraft zu setzen”, so BVDM-Verhandlungsführer Sönke Boyens.

In den vergangenen Tagen gab es in mehreren Betrieben der Druckindustrie Warnstreiks.

Die Gespräche in Berlin werden am 22. November in Berlin fortgesetzt.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Was für ein Witz. Da geht eine nach der anderen Druckerei in Insolvenz oder macht zu, zig tausende von Arbeitsplätzen gehen verloren, die Kosten für Papier und Energie explodieren und können den Kunden nicht vermittelt werden, ein Verband der in der Öffentlichkeit völlig unbekannt ist und dann verhandeln zwei, wohl aus dem letzten Jahundert übrig gebliebene, um irgendwelche Lohnerhöhungen – bestimmt in ganz wichtigen Nachtsitzungen.
    Wenn es nicht so ernst wäre, ich könnte mich tot lachen

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  2. Nun da haben die AG wohl die Zeichen der Zeit eher nicht erkannt. Wie kann ich auf der einen Seite den MTV aufweichen und somit wieder eine Verschlechterung für die AN erreichen und auf der anderen Seite wird groß rumgeschrienen das wir einen Fachkräftemangel haben. Wenn ich als junger Mensch und Berufseinsteiger derartige blumige Arbeitsverhältnisse sehe, werde ich doch ein Teufel tun in die Druckindustrie einzusteigen, welche bei den jungen Berufseinsteigern eh schon ein nicht gerade gutes Image hat.

    Viel Spaß noch

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  3. Das sehe ich auch so! Jedem Berufseinsteiger rate ich DRINGEND
    vom Beruf Drucker ab, da gibt es aktuell viel bessere Chancen, zumal gefühlt jeder zweite Abi hat und auch studieren kann.
    Wieso mit Farbe an den Fingern und auf den Klamotten drei-Schicht-arbeiten, wenn man für’s Anzug tragen im Tagesjob mehr kriegt?

    Naja, in den nächsten Jahrzehten treffen wir uns eh alle am JobCenter, um dann die Rente mit Hartz4 aufzustocken -.-

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