Produkt: Deutscher Drucker 22/2018
Deutscher Drucker 22/2018
Druck&Medien Awards 2018 +++ Kyana: Künstliche Intelligenz für den Verpackungsprozess +++ Toner oder UV-Inkjet? +++ Veredelung +++ Dialogmarketing
Finnischer Hersteller bietet Produkte mit tallölbasierten Barrieren und bald zirkulären Polymeren

Walki: Wie sich nachhaltigere Verpackungen erzeugen lassen

Klassischerweise werden Wasserdampf-Barrieren aus erdölbasierten Polymeren hergestellt. Walki hat ein nachhaltiges Konzept mit dem Namen „Walki-Pack-D“ und „Walki-Wood-Pack-D“ entwickelt, das für die Barriere Alternativen aus Tallöl einsetzt. (Bild: Walki Group)

Die im finnischen Espoo ansässige Walki Group stellt u.a. Verpackungslösungen her. In diesem Bereich bietet Walki jetzt kartonbasierte Laminatkonstruktionen für Waschpulver und andere hygroskopische Produkte, die besonders nachhaltig sein sollen – gleichzeitig das Produkt schützen und sich gut verarbeiten lassen sollen. Hierzu setzt das Unternehmen tallölbasierte Barrieren anstelle erdölbasierter ein und ist nach eigenen Angaben zudem bereits dabei, Laminate mit zertifizierten zirkulären Polymeren zur Marktreife zu bringen, um so den Materialkreislauf zu schließen.

Die Qualität, die speziell für die Verpackung von Waschpulvern entwickelt wurde, nennt sich „Walki-Pack-D“. Dabei steht „D“ für „Detergent“ (englisch für Waschmittel). Sie besteht aus einem starken Graukarton als Basismaterial, einer Barriereschicht, die vor Wasserdampf schützt sowie einem dünnen, gestrichenen Papier zum Bedrucken und Veredeln.

Anzeige

Klassischerweise fertigt man solche Wasserdampf-Barrieren aus erdölbasierten Polymeren. Walki hat darüber hinaus ein noch nachhaltigeres Konzept mit dem Namen „Walki-Wood-Pack-D“ entwickelt, das für die Barriere Alternativen aus Tallöl einsetzt. Tallöl fällt als Nebenprodukt bei der Zellstoffgewinnung an. Es wird folglich aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen, tritt jedoch nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Tallöl lässt sich für die Herstellung von Beschichtungen nutzen, die dieselben Eigenschaften und Barriere-Werte aufweisen, wie aus Erdöl produzierte.

Eigenschaften wie bei herkömmlichen Beschichtungen

So schützt die tallölbasierte Barriere das Produkt laut Hersteller ebenso wirksam vor Verklumpungen, hält es trocken und rieselfähig und verhält sich in der Weiterverarbeitung identisch. „Die Laminatkonstruktion gleicht mit der alternativen Barriereschicht exakt der bisherigen und kann ohne Anpassung in der Verpackungsproduktion oder Abfülllinie ersetzt werden. Sie besteht zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und ist vollständig recycelfähig“, betont Stefan Erdmann, Technical Service & Development Manager Barrier Board bei Walki. Walki-Wood-Pack-D lässt sich zur Verpackung jeder Art pulverförmiger, hygroskopischer Produkte verwenden, wie Tapetenkleister oder Fliesenkleber.

Zertifizierte zirkuläre Polymere für eine „Zero-Waste-Zukunft“

Noch einen Schritt weiter geht ein Konzept, das derzeit kurz vor der Marktreife steht und voraussichtlich ab 2020 im industriellen Stil verfügbar sein wird: Hier setzt Walki zertifizierte zirkuläre Polymere ein – und schließt so den Materialkreislauf. Denn diese werden in einem neuartigen Verfahren aus geringwertigem, gemischtem Plastik-Haushaltsabfall gewonnen, der sonst verbrannt oder deponiert würde. Hergestellt werden sie von Sabic, einem Langzeit-Partner von Walki.

„ …Schon heute bestehen mehr als 80 Prozent unserer Produkte aus erneuerbaren oder recycelten Rohmaterialien. Unser Ziel ist es, uns bis zum Jahre 2030 auf 100 Prozent zu steigern“, ergänzt Leif Frilund, President und CEO Walki Group.

Teilen Sie diesen Beitrag
Produkt: Download » Monografie Verpackungsdruck «
Download » Monografie Verpackungsdruck «
In dieser Sonderpublikation stellen wir Ihnen einige Unternehmen mit ihren Konzepten und Produkten vor. Die Spannbreite ist dabei so groß wie die des Verpackungsdrucks selber: Material- und Farbprofis sind ebenso dabei wie große Hersteller von Druck- und Weiterverarbeitungsmaschinen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren