Geschäftsjahr 2017 – Ziele meist voll erreicht bzw. überschritten

Koenig & Bauer: Wachstum aus Verpackungsmärkten und Service

Für den großen und signifikant wachsenden Markt des analogen Direktdrucks auf Wellpappe hat Koenig & Bauer die Bogen-Flexomaschinen Corruflex und Corrucut (mit integrierter Rotationsstanze) entwickelt. Eine Corrucut (Bild) soll Anfang 2019 beim Pilotkunden Klingele installiert werden.

Der Druckmaschinen-Hersteller Koenig & Bauer hat „mit einem umsatz- und ertragsstarken vierten Quartal seine Ziele für 2017 voll erreicht bzw. überschritten“, wie das Unternehmen jetzt bekannt gab. Die vom Druckmaschinenhersteller vorgelegten Konzernzahlen weisen einen Anstieg bei Umsatz, Ertrag und Auftragseingang aus. Dies entspreche den bis 2021 angestrebten Mittelfristzielen, so Koenig & Bauer weiter.

Besonders in den Verpackungsmärkten Kartonagen-, Blech-, Glas-/Hohlkörper- und Kennzeichnungsdruck sowie mit neuen Produkten wie den Rotations- und Flachbettstanzen ist Koenig & Bauer gewachsen. In allen Geschäftsfeldern konnten weitere Marktanteilsgewinne erzielt werden, wie weiter betont wird. Neben der Rotationsstanze lagen die gegenüber dem Vorjahr stark gestiegenen Verkaufsabschlüsse für Flachbettstanzen „deutlich über unseren Erwartungen“, wie CEO Claus Bolza-Schünemann ausführt.

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Weiter habe besonders das expandierende Servicegeschäft zum Umsatz- und Ergebnisanstieg im Konzern beigetragen. Der Anteil der Serviceerlöse am Konzernumsatz sei von 23,5 % im Vorjahr auf 25,6 % gestiegen, so Bolza-Schünemann weiter. Bis 2021 soll der Service-Umsatzanteil sukzessive auf 30 % gesteigert werden.

Für zusätzliches, nicht in den Mittelfristzielen enthaltenes profitables Wachstum arbeitet Koenig & Bauer an weiteren Applikationen im Verpackungs-, Digital- und Industriedruck. Ein Schwerpunkt ist der durch langfristige Trends wie Homeshopping und aufwendigere bzw. farbigere Umverpackungen „überdurchschnittlich prosperierende Wellpappendruck“, so CEO Claus Bolza-Schünemann. Für den großen und signifikant wachsenden Markt des analogen Direktdrucks auf Wellpappe habe man die Bogen-Flexomaschinen Corruflex und Corrucut (mit integrierter Rotationsstanze) entwickelt. Eine Corrucut soll Anfang 2019 bei dem Pilotkunden Klingele installiert werden.

„Ein weiterer Zielmarkt ist der 2-Teil-Dosendruck“, so CFO Mathias Dähn. Koenig & Bauer ist bereits seit längerem Anbieter im 3-teiligen Blechdosendruck, nun will man mit dem Einstieg in den 2-teiligen Dosenmarkt weiter expandieren. Die im Mai 2017 vorgestellte Neuentwicklung CS Metalcan für das Bedrucken 2-teiliger Dosen sei laut Dähn auf großes Kundeninteresse gestoßen. Mit dem Abschluss von zwei Kundenverträgen könne man mit intensiven Feldtests beginnen mit dem Ziel der Verkaufsfreigabe Ende 2018. Im Digitaldruck sieht Koenig & Bauer eine zusätzliche Wachstumsoption.

2017 guter Geschäftsverlauf im Konzern

Die Konzernerlöse lagen mit 1,217 Mrd. Euro „im Zielkorridor der Guidance bis zu 1,25 Mrd. Euro“, wie es weiter heißt. Mit einem Umsatzanstieg von 4,3 % gegenüber dem Vorjahr (1,167 Mrd. Euro) hat Koenig & Bauer die mittelfristig angestrebte organische Umsatzwachstumsrate von rund 4 % p. a. erreicht und damit den um 25 Mio. Euro weiter rückläufigen Umsatz mit Zeitungs- und Akzidenzrotationen „überkompensiert“. Mit einem Plus von 10,1 % auf 1,266 Mrd. Euro legte der Auftragseingang im Konzern gegenüber 2016 (1,149 Mrd. Euro) zu. Im vierten Quartal war der Auftragszuwachs mit 29,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum besonders stark. Mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,04 stieg der Auftragsbestand auf 606,2 Mio. Euro und lag um 8,7 % über dem Vorjahreswert.

Konzernweit trug insbesondere der Mehrumsatz mit Serviceaufträgen zum Gewinnanstieg bei. Neben den Aufwendungen für Portfolioerweiterungen, neue Produkte und IT-Systeme belasteten der Produktions-Dienstleister KBA-Industrial Solutions und die Anpassungen im flexiblen Verpackungsdruck das Ergebnis. Ohne die Einmalerträge im Vorjahr legte das Ebit von 62,9 Mio. Euro auf 81,4 Mio. Euro zu. Als Folge der positiven Ertragsentwicklung und -perspektiven für den Konzern ergab sich erneut ein Steuerertrag von 12,7 Mio. Euro aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern. Mit 81,1 Mio. Euro entspricht das Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2017 (Vorjahr: 82,2 Mio. Euro) einem anteiligen Ergebnis je Aktie von 4,91 Euro (2016: 4,98 Euro).

„Mit der positiven Ertragsentwicklung und dem bei der Holdinggesellschaft Koenig & Bauer AG generierten Bilanzgewinn können wir die von uns angestrebte Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von 15 % bis 35 % des Konzernergebnisses fortsetzen“, betonte CEO Claus Bolza-Schünemann. Entsprechend werden Vorstand und Aufsichtsrat der am 9. Mai 2018 tagenden Hauptversammlung eine Dividende von 90 Cent je Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 18,4 % auf das Konzernergebnis.

Das größte, vom Verpackungsdruck dominierte Segment Sheetfed hat beim Auftragseingang mit Anlagen für den Faltschachtel- und Commercialdruck und einer erweiterten Vertriebs- und Servicepräsenz in Zukunftsmärkten gegenüber dem Vorjahr (569,7 Mio. Euro) um 15,2 % auf 656,2 Mio. Euro zugelegt. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber 2016 (615,0 Mio. Euro) um 7,3 % auf 660,2 Mio. Euro. Das Ebit stieg von 31,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 37,5 Mio. Euro und die Ebit-Marge von 5,1 % auf 5,7 %.

Vor allem durch das erwartungsgemäß weiter geschrumpfte Maschinengeschäft mit Zeitungs- und Akzidenzrotationen lagen Auftragseingang und Umsatz bei Digital & Web unter dem Vorjahreswert. Das Segmentergebnis war durch Anpassungen im flexiblen Verpackungsdruck und durch F&E-Aufwendungen belastet, so dass das Ebit mit -4,3 Mio. Euro unter dem Vorjahr (0,5 Mio. Euro) lag.

Höhere Bestellungen im Wertpapier-, Blech-, Glas-/Hohlkörper- und Kennzeichnungsdruck führten zu einem Anstieg des Auftragseingangs um 16,1 % auf 533,7 Mio. Euro (2016: 459,7 Mio. Euro). Von 444,3 Mio. Euro im Vorjahr wuchs der Umsatz um 5,3 % auf 467,9 Mio. Euro. Nach einem Segmentgewinn von 44,3 Mio. Euro im Vorjahr wurde 2017 ein Ebit von 53,7 Mio. Euro erzielt.

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit konnte trotz des höheren Net Working Capitals leicht von 21,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 23,8 Mio. Euro gesteigert werden.

Falls sich die konjunkturellen und politischen Rahmenbedingungen für das internationale Geschäft nicht wesentlich verschlechtern, strebt der Vorstand für 2018 einen organischen Umsatzanstieg im Konzern von rund 4 % und eine Ebit-Rendite von rund 7 % an.

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