Industrieverpackung und Logistik

Industrieverpackungen im Wandel: sicher transportieren, Kreisläufe schließen

Umreifungsbänder aus Monomaterialien wie PP oder PET können hochwertig recycelt werden. (Bild: Mosca)

Neue EU-Vorgaben, steigende Transportmengen und höhere Nachhaltigkeitsanforderungen verändern die Industrieverpackung. Der Artikel zeigt, wie Materialien, Kennzeichnung und digitale Technologien heute zusammenspielen, um Güter sicher und ressourcenschonend zu transportieren.

Der weltweite Transport von Maschinen, Anlagen oder Gefahrgut stellt hohe Anforderungen an Industrieverpackungen. Sie müssen Produkte schützen, internationale Regeln einhalten und zugleich nachhaltiger werden. Mit der europäischen Verpackungsverordnung rücken Themen wie Wiederverwendbarkeit, Recycling und Materialnachweise stärker in den Fokus. Transportverpackungen wie Paletten, Kisten und Behälter werden damit zu wichtigen Bausteinen der Kreislaufwirtschaft.

Anzeige

Über alle Packstoffe hinweg ist Circular Economy das zentrale Thema. Kunststoffpaletten aus Recyclingmaterial zeigen, wie sich Altprodukte zu neuen, belastbaren Transporthilfen verarbeiten lassen. Die Eigenschaften entsprechen dabei denen von Neuware, gleichzeitig bleiben die Paletten vollständig recycelbar.

Auch für Umreifungsbänder und Stretchfolien entstehen neue Kreislaufmodelle. Nachdem Wiederverwendungsquoten in der EU-Verpackungsverordnung kritisch diskutiert wurden, hat die EU-Kommission Palettenumwicklungen und Umreifungsbänder davon ausgenommen. Parallel setzen Rücknahme- und Recyclingkonzepte darauf, gebrauchte Materialien sortenrein zu sammeln und erneut einzusetzen. Ähnliche Ansätze gibt es bei Holzpaletten, die geprüft, repariert und wieder in Umlauf gebracht werden.

Neben Kunststoff und Holz entwickelt sich auch die klassische Industrieverpackung weiter. Stahlfässer aus recyceltem Stahl senken den CO₂-Fußabdruck deutlich. Kombinierte Lösungen aus Stahl und Kunststoff erhöhen die Sicherheit beim Transport aggressiver Füllgüter.

Mit dem steigenden Warenverkehr wächst zudem die Bedeutung eindeutiger Kennzeichnung. Nachhaltige Etikettenlösungen und Direktbeschriftung gewinnen an Bedeutung, auch im Hinblick auf den digitalen Produktpass.
„Die EU-Verpackungsverordnung und der Digitale Produktpass treiben momentan unsere Kunden um, denn bei ihrer Umsetzung kommen auch die Kennzeichnungstechnologien auf den Prüfstand“, sagt Frank Debusmann, Sales Director national bei REA Elektronik.

Zunehmend hält außerdem künstliche Intelligenz Einzug in die Logistik. KI-gestützte Systeme vermessen Packstücke präzise, erkennen Abweichungen frühzeitig und helfen, Transportkapazitäten besser zu planen – auch bei unregelmäßig geformten Gütern.

Aktuelle Entwicklungen rund um sichere und nachhaltige Industrieverpackungen zeigt die interpack vom 7. bis 13. Mai 2026 in Düsseldorf. Dort stehen Materialien, Kreislaufkonzepte und digitale Lösungen für den industriellen Transport im Mittelpunkt.