Großbuchbinderei Wennberg schließt voraussichtlich Ende Februar
von Redaktion,
Die Großbuchbinderei Wennberg aus Vaihingen /Enz steht vor dem Aus. (Bild: Matthias_koll_leverkusen/Pixabay)
Nach 165 Jahren endet die Geschichte der H. Wennberg Großbuchbinderei GmbH mit Sitz in Vaihingen/Enz. Das Amtsgericht Heilbronn hat einem Ende Oktober 2025 gestellten Insolvenzantrag stattgegeben. Das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Familienunternehmens in fünfter Generation wurde am 1. Januar 2026 eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jochen Sedlitz von der Kanzlei Grub Brugger bestellt.
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Offenbar wurde bereits Mitte Dezember der vollumfängliche Geschäftsbetrieb auf einen eingeschränkten Umfang reduziert, der noch bis Ende Februar 2026 fortgeführt werden soll. Die Kündigungen der Arbeitsverhältnisse sollen voraussichtlich bereits Ende Januar ausgesprochen werden. Von der Betriebsstillegung sind rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Steinbeisstraße in Vaihingen an der Enz betroffen.
Die Wennberg GmbH war über Jahrzehnte unter anderem als Buchbinderei der Ikea-Kataloge bekannt. Der schwedische Möbelkonzern hatte 2020 nach 70 Jahren die Produktion gedruckter Kataloge eingestellt. Dieser Auftragsverlust allein sei jedoch nicht existenzbedrohend gewesen, so Gesellschafter Martin Wennberg gegenüber der Stuttgarter Zeitung.
Er nennt vielmehr die fortschreitende Digitalisierung, welche Druckprodukte substituiere, sowie die zunehmende Verlagerung von Produktionskapazitäten ins europäische Ausland als Ursachen für die Insolvenz. Länder wie Polen oder Tschechien könnten aufgrund niedrigerer Energie- und Lohnkosten sowie staatlicher Wirtschaftsförderung deutlich günstiger produzieren.