Kunststoffe mit Lebensmittelkontakt

EU-Zulassung für Reiskleiewachs-Additive in Lebensmittelkunststoffen

Clariant erhält die Zulassung der EU-Kommission für erneuerbare Additive auf Basis von Reiskleiewachs in Kunststoffen mit Lebensmittelkontakt.(Bild: Clariant)

Die EU-Kommission erlaubt Additive auf Basis von Reiskleiewachs für bestimmte Kunststoffe mit Lebensmittelkontakt. Grundlage ist eine positive Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Damit können Hersteller in Europa eine erneuerbare Alternative zu fossilem Montanwachs einsetzen.

Die EU-Kommission hat am 2. Februar 2026 mit der Verordnung (EU) 2026/245 die Verwendung von Reiskleiewachs-Additiven in Kunststoffen mit Lebensmittelkontakt zugelassen. Grundlage ist die positive Sicherheitsbewertung durch die European Food Safety Authority (EFSA). Die Änderung der Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011 ist am 23. Februar 2026 in Kraft getreten.

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Die Zulassung umfasst die Licocare RBW 100–300-Serie von Clariant, darunter auch die Typen RBW 360 Vita und RBW 560 Vita. Die Additive dürfen in Konzentrationen von bis zu 0,3 Prozent in PET, PLA und Hart-PVC eingesetzt werden. Zugelassen sind Anwendungen mit nicht fetthaltigen Lebensmitteln bei Raumtemperatur und darunter. Auch Heißabfüllung sowie Erhitzung bis 100 Grad Celsius für bis zu zwei Stunden sind erlaubt. Damit deckt die Regelung viele typische Anwendungen im Bereich Lebensmittelverpackung ab.

Nach Angaben des Unternehmens bestehen bereits entsprechende Zulassungen in den USA und in Japan. Mit der Entscheidung der EU liegt nun ein weiterer Baustein für den internationalen Einsatz vor.

„Die EU-Kommissionszulassung auf Basis der EFSA-Empfehlung für unsere Licocare-Reiskleiewachs-Additive ist das Ergebnis jahrelanger intensiver Arbeit und unterstreicht Clariants Engagement für nachhaltige Lösungen, die höchsten regulatorischen Standards entsprechen“, sagte Diederik Goyvaerts, Segment Manager Additives bei Clariant. „Diese Genehmigung eröffnet europäischen Herstellern bedeutende Chancen, auf erneuerbare Alternativen umzusteigen und gleichzeitig vollständige Konformität mit lebensmittelrechtlichen Vorschriften zu gewährleisten. Sie ist ein Beleg für die Qualität und Sicherheit unserer biobasierten Innovationen.“

Der Zeitpunkt der Zulassung fällt in eine Phase, in der es bei Montanwachs zu Engpässen kommt. Der Rohstoff wird aus Braunkohle gewonnen. Wichtige Lagerstätten in Deutschland gehen zurück, was zu Lieferproblemen und steigenden Preisen führt. Reiskleiewachs gilt hier als Alternative, da es auf einem nachwachsenden Rohstoff basiert und nicht mit der Lebensmittelproduktion konkurriert.

Nach Unternehmensangaben können die Additive den CO₂-Fußabdruck im Vergleich zu fossilem Montanwachs um bis zu 70 Prozent senken. Zudem sind sie biologisch abbaubar und industriell kompostierbar. Technisch dienen sie unter anderem als Schmiermittel, verbessern die Entformung und unterstützen die Verteilung anderer Bestandteile im Kunststoff. Eingesetzt werden sie etwa in Getränkeflaschen, Lebensmittelbehältern und Schutzverpackungen.

Mit der EU-Zulassung können Verarbeiter in Europa die Reiskleiewachs-Additive nun in ihre Rezepturen aufnehmen, sofern sie die vorgegebenen Einsatzbedingungen einhalten.