Sinajet DH-Serie: Türöffner für Aufträge, für die sich eine Stanzform nie gelohnt hätte
von Redaktion,
Der Großformatplotter Sinajet DG2516F für den Formatbereich 2.500 x 1.600 mm mit der Möglichkeit des automatischen Werkzeugwechsels ATC.
Leise ist das hier nicht. Wenn das oszillierende Messer durch eine Lage Graupappe geht, hämmert es schnell und vernehmlich. Dazu das Saugen der Vakuumpumpe und das Sirren des Kopfs, der über den Tisch jagt. Es klingt nach Arbeit – und das ist der Punkt. Denn auf dem Tisch entsteht gerade etwas, das eine klassische Offsetdruckerei sonst auslagern müsste: ein Verpackungsmuster, geschnitten und gerillt, direkt aus der Datei, ohne dass dafür eine einzige Stanzform gebaut wurde.
Genau hier liegt der Reiz der Sinajet DH-Serie, die die Firma dmsDigital aus Dresden als exklusiver Vertriebspartner für Deutschland und Österreich anbietet. Die großen, immer gleichen Auflagen werden weniger, gefragt sind Kurzaufträge, Muster, personalisierte Verpackungen, POS-Displays und Beschilderungen. Für solche Stückzahlen rechnet sich eine konventionelle Stanzform selten – sie kostet Geld und Zeit, schon bevor das erste Teil überhaupt fertig ist. Der digitale Schneidplotter braucht kein Werkzeug: Er schneidet, was die Datei vorgibt, ab Losgröße eins.
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Registerhaltig auf den gedruckten Bogen
Entscheidend ist, dass der Schnitt zum Druck passt. Ein integriertes CCD-Kamerasystem liest dafür Registermarken auf dem Material. Bei einer Wiederholgenauigkeit von 0,1 Millimetern sitzt der Konturschnitt dort, wo er sitzen soll – auch bei filigranen Motiven.
Der Sinajet DH1216, hier ausgestattet mit CNC-Fräskopf, bedient den Formatbereich 1.200 x 1.600 mm, angesteuert über die hauseigene Software SinajetMCC.
Den Job erledigt ein modularer Werkzeugkopf, der sich in Sekunden umrüsten lässt. Das oszillierende Messer übernimmt Wellpappe und Graupappe, das Tangentialmesser dünne Kartonagen und Papiere, das servogesteuerte Kiss-Cut-Werkzeug Selbstklebefolien, Schriftzüge und Etiketten. Dazu kommen Rillwerkzeuge für saubere Falzkanten, ein CNC-Fräskopf für Acryl oder Dibond sowie ein V-Cut-Werkzeug. So schneidet dieselbe Maschine vormittags Faltschachtelmuster und fräst nachmittags ein Acrylschild.
Workflow statt Insellösung
Gesteuert wird das Ganze über die hauseigene Software SinajetMCC. Sie liest die gängigen Formate – PDF, DXF, AI, PLT – und fügt sich damit nahtlos in die bestehende Vorstufe ein. Praktisch im Alltag: die automatische Schneidpfaderkennung über Ebenen oder Farben, eine Materialbibliothek mit erprobten Werkzeugeinstellungen und ein CSV-Reporting, das die Zeit pro Auftrag erfasst – hilfreich, wenn am Monatsende kalkuliert wird. Für die Verpackungsentwicklung steht zusätzlich die Top Package Suite mit Tausenden vordefinierter Schachteltypen bereit.
Je nach Bedruckstoff ist der Werkzeugkopf sekundenschnell auf oszillierendes Messer, Tangentialmesser, Kiss- Cut-, V-Cut-, Rillwerkzeug oder CNC-Fräskopf umrüstbar.
Wächst die Stückzahl, wächst die Maschine mit: automatische Bogenanlage und Abstapelvorrichtung machen aus dem Schneidplotter eine nahezu vollautomatische Linie – der wirtschaftliche Übergang von der Mustererstellung zur echten Kleinserie.
Beim Hinausgehen und Verlassen des Unternehmens läuft die Maschine schon mit dem nächsten Auftrag. Anderes Material, anderes Werkzeug, kein Werkzeugbau dazwischen. Und ja – immer noch laut. Aber es ist der gute Lärm einer Druckerei, die gerade ein Geschäftsfeld dazugewonnen hat.