Nachgefragt bei Tanja Auernhamer

Was kann Print im B2B-Marketing leisten?

Tanja Auernhamer, Leiterin der Geschäftsstelle des Bundesverbands Industrie Kommunikation. (Bild: Bild: BVIK)

Laut einer Studie „B2B-Marketing-Budgets“ des Bundesverbands Industrie Kommunikation e.V. (BVIK) haben die Marketingetats deutscher Industriebetriebe zugenommen. Eine Chance für Druckdienstleister? Tanja Auernhamer, Leiterin der Geschäftsstelle des BVIK, erklärt, was Print im Marketing von B2B-Unternehmen leisten kann – und was nicht.

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print.de: Frau Auernhamer, welche Rolle spielt Print künftig im Marketingmix von B2B?
Tanja Auernhamer: Die Rolle von Print hat in den vergangenen Jahren eine komplette Neubewertung erfahren. Die zunehmende Digitalisierung verändert die Prozesse im Industriemarketing nachhaltig. Gerade bei Printerzeugnissen gehen die Meinungen der Entscheider in der B2B-Kommunikation aktuell weit auseinander.

print.de: Was heißt das konkret?
Auernhamer: Auf Messeständen reicht die Bandbreite vom komplettem Verzicht auf jegliche Druckmedien bis zur umfänglichen Ausstattung der Stände mit designorientierten Hochglanzbroschüren oder dicken Produktkatalogen.

print.de: Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Auernhamer: Dies hat zu einem gewissen Teil mit den Erwartungen der jeweiligen Zielgruppen zu tun. Grundsätzlich stellen wir im BVIK aber fest, dass der Trend zu crossmedialen Inszenierungen geht. Die Druckindustrie ist hier stark gefordert, immer neue Angebote auf den Markt zu bringen. Zum Beispiel nicht nur neue Druck- und Veredelungstechniken, sondern in erster Linie auch digitale Services, Versandarten oder Trackingmöglichkeiten als „Produktkranz“.

print.de: Was können Druckdienstleister außerdem tun, um im Geschäft zu bleiben?
Auernhamer:Wer seine B2B-Kunden als Druckerzeugnisanbieter auf lange Sicht nicht verlieren möchte, darf sich neuen Geschäftsmodellen nicht verschließen. B2B-Marketer erwarten individualisierte und hochwertig produzierte Produkte, die Aufmerksamkeit erregen und auf den Wert der Unternehmensmarke einzahlen. Auch B2B-Kunden sind am Ende Menschen, die in gleicher Weise auf emotionale und ganzheitlich angelegte Kommunikationselemente reagieren. Der Weg geht definitiv weg von der Massenproduktion hin zu multisensorischem Marketing mit starker digitaler Vernetzung. Zwei wesentliche Punkte werden den Erfolg von Druckereien aus meiner Sicht in Zukunft bestimmen: Erstens die Bereitschaft fortwährend neue, hochindividualisierte Lösungen anzubieten, und zweitens die Entwicklung innovativer digitaler Geschäftsmodelle, die sich eng am Bedarf der Kunden orientieren.

Das Interview erschien im Rahmen eines Beitrags über »Printmedien für das B2B-Marketing« von DD-Autorin Nicola Scheifele in Deutscher Drucker 4/2019. Das Heft kann über den print.de-Shop bestellt bzw. für 9,50 Euro heruntergeladen werden.

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