Geschäftsführer Dieter Becker im Interview

Antalis: Voll auf Kurs trotz rauer See?

Dieter Becker, Geschäftsführer der Antalis GmbH.(Bild: Petra A. Killick)

Der Papiermarkt befindet sich seit geraumer Zeit in deutlicher Bewegung. Papierhersteller müssen Insolvenz anmelden, konsolidieren sich oder schaffen es, ihr Unternehmen durch Restrukturierungsmaßnahmen auf Kurs zu halten. Auch für Papiergroßhändler sind Übernahmen oder Zusammenschlüsse an der Tagesordnung. Besonders im Fokus von Mutmaßungen scheint die deutsche Antalis GmbH zu stehen. Wie ist es um das Unternehmen bestellt?

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Die Antalis GmbH, Papiergroßhandels-Tochter der französischen Gruppe Antalis International, ist im deutschen Papiermarkt seit vielen Jahren eine feste Größe. Doch in den vergangenen Monaten gab es im Umfeld der Unternehmens-Gruppe viele Geschehnisse, die die Kunden aus der Druck- und Medienbranche verunsichern. Deutscher Drucker sprach in der Ausgabe 9/2019 mit Dieter Becker, Geschäftsführer der deutschen Antalis GmbH, über die Lage des Unternehmens sowie die der Gruppe und bat um eine aktuelle Markteinschätzung sowie einen Blick in die Zukunft. Lesen Sie nachfolgend einige Auszüge aus dem Interview.

Deutscher Drucker: Herr Becker, im Februar 2017 musste das Unternehmen Sequana, die ehemalige Holdinggesellschaft der Antalis International, Antrag auf Gläubigerschutz stellen. Anfang dieses Jahres wurde das gegen Sequana eröffnete Insolvenzverfahren in ein Zwangsverwaltungsverfahren gewandelt, das vermutlich Mitte Mai 2019 umgesetzt wird. Was bedeutet diese aktuelle Entwicklung für die Antalis Gruppe sowie für die deutsche Antalis GmbH?
Dieter Becker: Zunächst einmal möchte ich etwas zum Hintergrund dieser Insolvenz sagen. Unsere ehemalige Holdinggesellschaft Sequana wurde – im Zusammenhang mit einer Umweltverschmutzung in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren – verurteilt, an British American Tobacco (BAT) 138,5 Mio. US-Dollar zu zahlen. Diese Summe wird nun, aufgrund eines Berufungsgerichtsbeschlusses, fällig. Da Sequana diese Summe nicht tragen kann, wird das Unternehmen ab Mitte Mai in eine Phase der Auflösung überführt. Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Gruppe Antalis International, als damalige Sparte Papiergroßhandel der französischen Sequana, bereits seit ihrem Börsengang Mitte 2017 als eigenständige Aktiengesellschaft geführt wird. Das war eine richtige und wichtige Entscheidung. Seitdem ist die Antalis Gruppe ein eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen. Geblieben ist, dass Sequana, als unser damaliges Mutterunternehmen, nach wie vor Hauptaktionär der Antalis Gruppe ist. Ansonsten gibt es keine Verbindungen mehr zu Sequana und die bevorstehende Liquidation des Unternehmens hat keinerlei Auswirkungen auf die Antalis Gruppe sowie auf die deutsche Antalis GmbH.

DD: Sie sagen es – Sequana ist trotz alledem mit dem bedeutenden Anteil von rund 75 Prozent der Hauptaktionär der Antalis Gruppe. Was bedeutet dies für die Gruppe, wenn Sequana liquidiert wird?
Becker: Zusammen mit den Spezialisten des Investmentbanking- und Wertpapierhandelshauses Goldman Sachs wird aktuell ein neuer Investor gesucht, der zum einen Sequana als Hauptaktionär ablöst und zum anderen auch unsere jahrelange Strategie „Wachstum durch Akquisition“ unterstützt. Faktisch ist das Aktienpaket von Sequana bereits in der Obhut des staatlichen Fonds der französischen Investitionsbank BPI (Banque publique d’investissement), der seit dem Börsengang von Antalis International bereits nominal 8,54 Prozent der Anteile hält. Daher steht die Suche nach einem neuen Investor unter keinem übermäßigen Zeitdruck. Ziel bleibt es dennoch, in diesem Jahr einen neuen Hauptaktionär zu präsentieren.

DD: Inwieweit ergeben sich durch diese Entwicklungen Auswirkungen auf die Antalis GmbH?
Becker: Auf die Antalis GmbH haben diese Geschehnisse keinerlei Auswirkungen. Auch wenn dies von anderen Marktteilnehmern massiv kolportiert und behauptet wird, so weisen wir dies vehement von uns. Ich möchte hiermit bekräftigen: An solchen Aussagen ist nichts dran! Da kann ich nur jedem Kunden raten: Halten Sie sich an die Fakten, lassen Sie sich von Gerüchten nicht verunsichern.

Mehr über über die aktuellen Geschehnisse rund um die Antalis Gruppe sowie die Antalis GmbH – erfahren Sie in einem ausführlichen Interview in Deutscher Drucker 9/2019, der im print.de-Shop zum Download bereit steht.

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