Menschen in der Druckindustrie: Jana Bloss und Angela Strein
„Man muss offen bleiben für das, was kommt“
von Gerd Bergmann,
Frauenpower bei Zieglerdruck (Neckarbischofsheim): Angela Strein (links) und Jana Bloss. (Bild: Fotoatelier Ebinger)
Die 28-jährige Jana Bloss wurde jüngst zur stellvertretenden Vorsitzenden des Verbands Druck und Medien in Baden-Württemberg gewählt. Und wer kann überzeugender für die Druckindustrie werben als eine junge Nachwuchsführungskraft? Ein Gespräch mit Jana Bloss und ihrer Mutter Angela Strein, Geschäftsführerin von Zieglerdruck in Neckarbischofsheim − über Führungstil, Nachwuchsgewinnung und den Wandel der Druckindustrie.
Jana Bloss: Vielen Dank. Die Überraschung war groß. Es kam tatsächlich eher unerwartet, da mein Vater, Joachim Bloss, vorher der stellvertretende Vorsitzende war, bis er 2024 ausgeschieden ist. Er hat Herrn Dr. Lägeler, den Verbandsgeschäftsführer, wohl auf mich aufmerksam gemacht. Ich hatte bereits früher Kontakt zum Verband, vor allem mit Personalthemen und Fragen an die Rechtsabteilung, da ich bei uns im Unternehmen hauptsächlich für Personal zuständig bin. Ich habe das Angebot als Chance gesehen, die Komfortzone zu verlassen und etwas Neues zu wagen. Der Verband leistet gute Arbeit, und ich bin überzeugt, es ist wichtig, ihn zu unterstützen.
print.de: Sie sind in dieser Rolle, wie Sie selbst angedeutet haben, eine Ausnahme. Als weibliche, junge Führungskraft?
Jana Bloss: Die jüngste Vertreterin bin ich meistens schon auf den Jahrestagungen des Verbands. Und als Frauen sind wir definitiv auch in der Minderzahl. Im Vorstand bin ich mit Abstand die jüngste und auch die einzige Frau. Das schreckt mich nicht, sonst hätte ich den Schritt nicht gemacht. Aber man muss in so einer Position natürlich schon zeigen, dass man etwas drauf hat.
print.de: Wenn Sie sich so engagieren und auch in den Familienbetrieb, der ja bereits in der sechsten Generation läuft, eingestiegen sind: Sie gehören also nicht zu jenen, die über die Druckbranche jammern?
Jana Bloss: Ganz und gar nicht. Ich schaue auf jeden Fall positiv in die Zukunft. Die Druckbranche hat sich in den letzten Jahren drastisch gewandelt und stark verändert, aber das zeigt ja auch ihre Stärke: Wir haben gelernt, flexibel auf neue Situationen zu reagieren. Ich hoffe natürlich, dass sich das Schrumpfen der Branche abschwächt und dass unser Unternehmen weiter so stabil bleibt. Es ist ein schönes Erbe, das meine Mutter in der fünften Generation und ich in der sechsten Generation fortführen. Dennoch bin ich nicht komplett darauf festgelegt – falls es irgendwann vielleicht doch nicht mehr so laufen sollte. Ich bin optimistisch, aber man darf nicht krampfhaft an etwas festhalten.
print.de: Frau Strein, bei Ihnen war der Weg in die Branche ein klassischer. Sie haben die Fachhochschule für Druck in Stuttgart besucht. Wie hat sich diese Entwicklung im Familienbetrieb ergeben?
Angela Strein: Wir, meine Geschwister und ich, sind alle quasi in der Druckerei aufgewachsen. Es gab aber nie Druck oder Zwang von meinen Eltern, das Unternehmen zu übernehmen. Wir mussten auch nie in den Ferien im Betrieb jobben, das war immer freiwillig. Man wächst natürlich damit auf, hat aber zuerst idealistische Vorstellungen. Ich wusste ja nicht, was es bedeutet, eine Firma zu führen und Personalverantwortung zu tragen. Ich habe 2013 die Geschäftsführung übernommen. Früher war es ja oft so, dass der älteste Sohn das Unternehmen übernehmen musste – diese Erwartung gab es bei uns gar nicht. Mein Vater wollte die Firma zwischendurch sogar verkaufen, aber ich bat ihn, dies nicht zu tun, da ich ja bereits studiert hatte und den Weg gehen wollte. Ich bin heute froh, dass er sich dagegen entschieden hat. Mein Vater hatte mir geraten, den Weg über die Ausbildung zur Druckformherstellerin am Hauchler Studio und die Fachhochschule in Stuttgart zu gehen, da ich fachlich ausgebildet sein sollte.
print.de: Sie sind also den klassischen Weg der Fachausbildung gegangen. Wie groß ist Zieglerdruck heute?
Angela Strein: Heute haben wir aktuell 55 Mitarbeiter und vier Auszubildende. Im Digitaldruck arbeiten wir eigentlich immer dreischichtig, während der Offsetdruck je nach Auslastung zwischen zwei und drei Schichten schwankt. Alle anderen Abteilungen wie Vorstufe, Sachbearbeitung, Logistik und Weiterverarbeitung arbeiten einschichtig.
print.de: Frau Bloss, Ihr Ausbildungsweg war anders, wirtschaftlicher orientiert. Steht das im Zusammenhang mit den gewandelten Ansprüchen an Führungskräfte in mittelständischen Unternehmen?
Jana Bloss: Ich denke, es ist eine Mischung aus beidem. Ich habe nie in Erwägung gezogen, eine Ausbildung in der Druckerei zu machen. Mit Wirtschaft liegt man nie falsch, gerade wenn man vorhat, einmal eine Führungskraft zu sein. Die Ansprüche haben sich stark gewandelt. Eine gute Führungskraft muss nicht mehr notwendigerweise tiefes Wissen in jedem Detail des Themas haben.
Angela Strein: Ich hatte auch keine Erwartungen. Meine Kinder sollten den Weg gehen, der sich vom Bauchgefühl her richtig anfühlt. Wichtiger als der Weg ist meiner Meinung nach der Wille, die Begeisterung und die Motivation, es zu wollen.
print.de: Angesichts der massiven technischen Umwälzung: Ist das technische Detailwissen für Sie als Führungskraft heute noch zwingend erforderlich?
Jana Bloss: Als Führungskraft sollte man natürlich wissen, was in der Druckerei vor sich geht. Ich muss unsere Druckerei gut kennen, um sie erklären zu können, etwa bei Vorstellungsgesprächen und Führungen. Aber ich muss nicht selbst an der Maschine stehen können, die Farben regeln oder die Maschine einstellen können. Allgemeinwissen ist nötig, aber das Detailwissen, um Prozesse selbst auszuführen, brauche ich meiner Meinung nach nicht.
print.de: Das bedeutet, Sie brauchen fähige Führungskräfte in den Teams, denen Sie vertrauen können, die Ihnen aber auch kein X für ein U vormachen dürfen?
Jana Bloss: Genau. Man sollte natürlich immer kritisch hinterfragen. Ich vertraue meinen Mitarbeitern und Führungskräften, aber wenn mir etwas komisch vorkommt oder ich denke, wir könnten etwas optimieren, muss ich auf externes Wissen zugreifen, zum Beispiel direkt bei Heidelberger Druckmaschinen nachfragen. Es wäre zwar einfacher, wenn ich alles genau wüsste − aber selbst, wenn ich eine Druckerlehre gemacht hätte, den Beruf dann aber jahrelang nicht ausübe, ist es schwierig zu sagen, „der Auftrag könnte schneller gedruckt werden“.
Frauen bringen oft Eigenschaften wie mehr Empathie, Teamorientierung und Kommunikationsstärke mit, sagt Jana Bloss (Bildmitte). „Diese Eigenschaften helfen uns, Mitarbeiter zu halten und das Unternehmen zu führen.“ (Bild: Zieglerdruck)
print.de: Welche Kompetenzen halten Sie für die Führung eines Unternehmens in der heutigen Zeit für unabdingbar?
Jana Bloss: Meiner Meinung nach braucht man Empathie, aber auch Durchsetzungsvermögen. Es geht nicht darum, autoritär von oben herab zu bestimmen, aber man muss klare Ziele vorgeben, aber gleichzeitig den Mitarbeitern Freiraum lassen, damit sie sich selbst entfalten und in Eigenverantwortung arbeiten können.
Angela Strein: Die Basis unserer Führung ist gleich. Wir sind uns einig in der grundlegenden Empathie, der Notwendigkeit von Transparenz und klaren Leitlinien. Wir binden Mitarbeiter mit ein und geben Transparenz bezüglich Zahlen und Projekten. Es ist aber gut, dass wir manchmal eigene Ansichten haben und diese diskutieren können, denn das liefert neue Einblicke und Blickwinkel. Das Grundgerüst ist jedoch ähnlich.
print.de: Frau Strein, ist die Klage über die junge Generation, mit der ein Umgang angeblich immer schwieriger wird, berechtigt – oder ist das die typische Sicht der jeweils Älteren?
Angela Strein: Diese Sichtweise, dass die ältere Generation die nachfolgende als faul und arbeitsunwillig beschreibt, existiert ja schon lange. Wir müssen das durchbrechen. Junge Generationen denken anders; sie haben andere Erwartungen an das Leben, und das ist gut, weil wir uns weiterentwickeln müssen. Ich muss eine Lanze für sie brechen: Wir haben sehr viele gute junge Leute, Millennials und Generation Z, die sehr engagiert, motiviert und zielstrebig in ihrem Beruf sind. Die Generation Z möchte vielleicht lieber leben als arbeiten – wer will das nicht? Vielleicht müssen wir auch wegkommen von der Vollzeitstelle. Vielleicht besetzen irgendwann zwei Personen eine Vollzeitstelle. Wir müssen offen und flexibel für neue Arbeitszeitmodelle sein. Man weiß nicht, was kommt – vielleicht hat jemand ja auch ein eigenes Standbein nebenher. Die jetzt nachrückende Generation ist keineswegs so problematisch, wie ihr der Ruf vorauseilt.
Jana Bloss: Ich gehöre selbst zu dieser Generation. Ich sehe die Zurückhaltung nicht als Faulheit, sondern als gestiegenes Verantwortungsbewusstsein. Wir hinterfragen mehr und wollen bewusster leben und flexibler arbeiten. Gerade bei uns in der Druckerei fordern wir als Arbeitgeber viel Flexibilität von unseren Mitarbeitern, weil unsere Auslastung stark schwankt, etwa zwischen zwei- und dreischichtig. Auch die Tätigkeiten wechseln; heute ist der Drucker an der Bogenoffsetmasschine und morgen vielleicht in der Weiterverarbeitung. Wenn wir also Flexibilität erwarten, ist es gut, wenn die neue Generation diese von vornherein mitbringt.
Angela Strein: Absolut, es ist ein Geben und Nehmen. Wenn jemand dringend einen Tag freibraucht, wird das in Absprache mit dem Team entschieden. Im Gegenzug ist es dann kein Problem, wenn wir sagen: „Könnt ihr mal eine Stunde dranhängen?“ oder „Es müsste mal samstags jemand kommen“ – was selten vorkommt. Nur so funktioniert es: auf Augenhöhe.
print.de: Wo haben Sie erste eigene Spuren im Unternehmen hinterlassen, Frau Bloss?
Jana Bloss: Auf jeden Fall in der Mitarbeitergewinnung und beim Employer Branding. Wir müssen schauen, wie wir zusätzliche Benefits anbieten können, um unsere Mitarbeiter zu binden, da die Druckbranche nicht Unmengen an Gehalt zahlen kann. Da wir wenig Fluktuation beim festen Personal haben, habe ich mich in den letzten Jahren vor allem um die Azubi-Gewinnung gekümmert. Gerade im letzten Jahr, als ich aufgrund der Geburt meiner Tochter länger fehlte, hat man gemerkt, wie schwierig es ist, junge Leute zu finden, wenn sich niemand in Vollzeit darum kümmert. Für dieses Jahr hatten wir deswegen leider keinen neuen Azubi angestellt.
print.de: Was sind Ihre erfolgreichsten Strategien bei der Nachwuchsgewinnung?
Jana Bloss: Wir suchen nur in unserer Region, da wir eine sehr schlechte Anbindung an Bahn und Bus haben. Das Erfolgsversprechendste ist, wenn die jungen Leute in den Betrieb kommen und die Druckerei sehen. Ich gehe an Schulen, mache Speed-Datings bei der IHK und nehme an Praktikumswochen teil. Die jungen Leute sind oft erstaunt, wie groß, komplex, spannend und umfangreich eine Druckerei ist. Sie müssen uns als Firma erleben – das gute Betriebsklima und die tollen Mitarbeiter. Es bringt nichts, nur von außen zu erzählen; sie müssen vor Ort gewesen sein. Der Aufwand, um am Ende jemanden zu finden, ist sehr groß. Aber es geht um unsere Existenz, deswegen lohnt es sich.
„Die jungen Leute sind zwar digital unterwegs und haben
ihr Handy in der Hand. Aber das bedeutet nicht automatisch,
dass sie sich mit Datenhandling auskennen.“ Angela Strein
print.de: Offenbar herrscht „draußen“ ein falscher Eindruck von der Branche?
Jana Bloss: Ja, das Image ist falsch. Der Beruf des Medientechnologen Druck oder Druckweiterverarbeitung ist außerhalb der Branche unbekannt. Keiner würde auf die Idee kommen, nach diesen Berufen zu googeln. Beim Mediengestalter, einem bekannteren Beruf, gibt es oft falsche Vorstellungen. Die Bewerber denken, sie würden den ganzen Tag kreativ Werbekampagnen designen. Aber bei uns in der Druckerei machen die Mediengestalter wenig mit Gestaltung; sie verarbeiten die fertig gestalteten Sachen der Kunden weiter. Hier muss man Aufklärungsarbeit leisten. 80 Prozent der Mediengestalter gestalten gar nichts.
Angela Strein: Viele sind auch erstaunt über die Größe der modernen Maschinen. Manche denken, wir arbeiten mit etwas wie dem Drucker zu Hause am Schreibtisch.
Jana Bloss: Was die Rekrutierung angeht: Ich erwarte keine Bewerbung mit Anschreiben mehr. Ich sage: Schickt mir eine kurze Mail, den Lebenslauf, oder kommt gleich für ein Tagespraktikum vorbei. Man muss die Hürden geringer machen.
print.de: Hilft der Wandel der Branche – hin zu smarteren, datenbasierten Prozessen – bei der Nachwuchsgewinnung?
Angela Strein: Das hängt vom Bereich ab. Die jungen Leute sind zwar digital unterwegs und haben ihr Handy in der Hand, aber das bedeutet nicht automatisch, dass sie sich mit Datenhandling auskennen. Wir hatten ein junges Mädchen zum „Schnuppern“ hier, die wusste nicht, was eine E-Mail ist. Das Verständnis für digitale Prozesse hängt stark vom Menschen ab, egal ob alt oder jung.
print.de: Ihr Vater, Frau Strein, lehnte den Austausch mit anderen Druckbetrieben noch ab. Welchen Stellenwert hat die Netzwerkbildung heute?
Angela Strein: Mein Papa war „alte Schule“; er wollte nichts offenlegen, sich von niemandem in die Karten schauen lassen. Er war nicht bereit, sich mit anderen Druckern zu treffen und Themen zu diskutieren.
Jana Bloss: Das nimmt aber heutzutage immer mehr zu. Austausch wird wichtiger. Wir sitzen alle im selben Boot, kämpfen mit denselben Themen, und jeder profitiert, wenn man miteinander kommuniziert und sich vernetzt. Auch der Austausch mit älteren Kollegen, die das schon lange machen, ist wertvoll.
Angela Strein: Wir sind als Unternehmen Mitglied in einem Strategiekreis. Die Mischung der Firmen macht den Erfolg aus. Es geht nicht darum, dass Jana sich nur mit jungen Unternehmern und ich mich nur mit Gleichaltrigen austausche, sondern dass wir hören, was der Bedarf der Jüngeren und Älteren ist. Und daraus unsere Schlüsse ziehen.
print.de: Wie stehen Sie zu den Branchenverbänden der Druckindustrie?
Jana Bloss: Die Verbände können Netzwerke schaffen und helfen uns, sichtbarer zu werden. Sie vertreten die Themen, die uns wichtig sind, nach außen an die Politik. Beim bildungspolitischen Ausschuss des VDM ging es ja auch um den Austausch von Ideen, wie man Ausbildungsberufe populärer macht und Azubis gewinnt. Kampagnen wie „Hochdruck 2.0“, die über Instagram ausgespielt werden, sind notwendig.
Angela Strein: Ich bin sehr dankbar, dass die Verbände versuchen, uns bei den bürokratischen Themen zu entlasten, aufzuhalten oder hinauszuzögern. Beispielsweise beim Entwaldungsgesetz, dem Hinweisgeberschutzgesetz oder der Verpackungsgesetzgebung. Das bringt für uns als kleines Unternehmen oft genauso viel Aufwand mit wie für eine Firma mit 200 Mitarbeitern. Ich wünsche mir aber mehr Unterstützung in Bereichen wie Datenschutz. Der Verband könnte uns mit vorgefertigten Dokumenten, Formularen und Richtlinien helfen. Wir verdienen mit der Bürokratie kein Geld; es kostet uns Geld.
Zieglerdruck in Neckarbischofsheim (Baden-Württemberg) beschäftigt 55 Mitarbeiter und produziert im Bogenoffset- bzw. Digitaldruck. (Bild: Zieglerdruck)
print.de: Wie sehen Sie die Zukunft der Branche? Spielen Ökothemen bei Ihnen eine große Rolle?
Jana Bloss: Ich denke, Druckereien werden nur überleben, wenn sie sich spezialisieren. Die klassischen Drucksachen im Offsetdruck, die früher unser Hauptgeschäft waren, produzieren wir kaum noch. Die Produkte unserer Kunden werden immer anspruchsvoller und komplexer in der Fertigung. Daher müssen wir explizit nach Kunden in der Tiefe suchen. Das Ökologiethema ist bei uns nicht unbedingt im Vordergrund. Wir sehen, dass Nachhaltigkeitszertifikate und Ökostrom zwar „nice to have“ sind und an Bedeutung zunehmen, aber wenn es die Kunden mehr kostet, ist es manchmal dann doch nicht die erste Wahl.
print.de: Abschließend: Führen Frauen Unternehmen anders?
Jana Bloss: Ich denke schon, ja. Frauen bringen oft Eigenschaften wie mehr Empathie, Teamorientierung und Kommunikationsstärke mit. Diese Eigenschaften helfen uns, Mitarbeiter zu halten und das Unternehmen zu führen. Allerdings ist es manchmal schwierig, wenn man viel Empathie hat, Entscheidungen treffen zu müssen, wo man diese ausschalten muss, weil es existenziell vielleicht nicht anders möglich ist.
Angela Strein: Wir sind beide nicht dominant; wir sind Teamplayer. Die Empathie ist eine Herausforderung, da man manchmal Nein sagen muss und nicht auf jeden Wunsch eingehen kann. Aber sie hilft extrem im Umgang mit den Mitarbeitern und für die Unternehmenskultur.
Jana Bloss: Unsere generationenübergreifende Zusammenarbeit ist hier ein gutes Beispiel für gelebte Flexibilität: Meine Mutter und ich haben unsere Arbeitszeiten aufeinander abgestimmt, damit ich – als jetzt ebenfalls junge Mutter – arbeiten gehen kann. Ohne diese Flexibilität und das Entgegenkommen könnte ich meine Verbandstätigkeit und meine Arbeit im Unternehmen gar nicht so betreiben.
print.de: Vielen Dank für das Gespräch.
JANA BLOSS
hat nach ihrem Wirtschafts-Fachabitur 2015 Business Management studiert. Seit Oktober 2022 ist die 28-Jährige in der sechsten Generation mit in den Familienbetrieb eingestiegen. Vor kurzem wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden des dmpi / Verband Druck und Medien in Baden-Württemberg gewählt.
ANGELA STREIN
studierte nach ihrer zweijährigen Ausbildung zur Druckformherstellerin Wirtschaftsingenieurwesen an der Fachhochschule Druck. 2013 übernahm die heute 57-Jährige in der fünften Generation die Geschäftsleitung im Familienunternehmen.
Das Porträt von Jana Bloss und Angela Strein gehört zu einer Reihe von Interviews und Geschichten über „Menschen in der Druckindustrie“.
Reportagen über weitere Menschen, deren Herz heftig für Print schlägt, finden Sie in Ausgabe 16/2025 von Deutscher Drucker. Die gesamte Ausgabe steht im print.de-Shop zur Verfügung.