Kein Investor in Sicht

Papierfabrik Scheufelen: Kündigungen stehen kurz bevor

Scheufelen muss Kündigungen aussprechen
Es gibt kaum noch Hoffnung für die Papierfabrik Scheufelen (hier eine Luftaufnahme des Firmengeländes in Lenningen).

Genau einen Monat nach der Meldung, dass die insolvente Papierfabrik Scheufelen (Lenningen) bisher keinen Investor gefunden habe (print.de berichtete), sieht sich der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Tibor Braun nunmehr gezwungen, im Verlauf des Monats Mai Kündigungen auszusprechen.

Am 1. April 2018 wurde die überwiegende Zahl der beschäftigten 340 Mitarbeiter vorerst freigestellt, in der Hoffnung, dass insbesondere namhafte Wettbewerber Scheufelen übernehmen könnten. Doch diese Hoffnung habe sich auch bislang nicht erfüllt, wie von Wolfgang Gerster, Rechtsanwaltskanzlei Illig, Braun und Kirschnek, zu erfahren war.

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In Abstimmung mit dem Betriebsrat habe man die Mitarbeiter in der vergangenen Woche darüber informieren müssen, dass es im Verlauf des Monats Mai Kündigungen geben werde. Doch zunächst müsse man in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat einen Sozialplan erarbeiten, erst dann könnten Kündigungen ausgesprochen werden, so Gerster. Und auch wenn die Produktion stillgelegt ist, werde die Abwicklung der Papierfabrik mehrere Monate dauern.

Letzte Option

Mit einer Gruppe von ca. 20 bis 30 Mitarbeitern halte man die Strukturen in der Papierfabrik aufrecht. Denn trotzdem es sich als äußerst schwierig darstelle, so Wolfgang Gerster, gebe man die Hoffnung nicht auf einen Investor zu finden. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens hätte man noch bis ca. Ende Juli/Anfang August Zeit dafür.

„Scheufelen hat noch ca. 1.200 t Papier vorrätig, die man weiterhin zur Auslieferung bringen wird“, so Gerster, „außerdem ist der Handel mit Scheufelen-Papier bevorratet. Die Abteilungen Versand und Logistik der Papierfabrik arbeiteten weiter, ebenso seien Mitarbeiter dafür abgestellt, um das Kraftwerk und die Kläranlage des Unternehmens zu bedienen sowie die Wartung der Maschinen zu übernehmen. Somit können man binnen drei bis vier Wochen wieder mit der Papierproduktion beginnen. Denn laut Meinung von Wolfgang Gerster gäbe es im Falle einer Investorenlösung eine letzte Option, die gekündigten Mitarbeiter wieder für die Mitarbeit in der Papierfabrik zu gewinnen und die Produktion kurzfristig anlaufen zu lassen.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich sehe als ehemaliger Mitarbeiter der Papierfabrik keine Zukunft für Scheufelen…

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