Mediahaus aus Ahaus setzt auf eine Mastermatrix-Flachbettstanze von Heidelberg
von Redaktion,
Von links: Geschäftsführer Jan Hendrik Walfort, Wilfried Munkelt (Heidelberg, Vertrieb), Marco Segeler (Betriebsleitung Druck & Logistik), Maximilian Rengers (Mediahaus, Leitung Projektmanagement/Einkauf Druck & Logistik), Norbert Schäfer (Heidelberg) und Markus Bröker (Verkaufsleitung Druck & Logistik).
Was 1978 als Vier-Mann-Unternehmen in Vreden mit Vorstufen-Dienstleistungen begann, wurde am heutigen Standort in Ahaus zu einem Full-Service-Dienstleister rund um die Verpackung. Jan Hendrik Walfort, der den Betrieb mit rund 140 Mitarbeitern in zweiter Familiengeneration führt, hat mit einer Heidelberg Mastermatrix 106 CSB nun massiv in die automatisierte Weiterverarbeitung investiert.
Von der Idee bis zur Faltschachtel
Das Unternehmen ruht auf zwei Säulen: Media Solutions und Packaging Solutions. Während das 60-köpfige Team der Media Solutions Marketingstrategien, Designkonzepte und Online-Shops entwickelt, kümmern sich die 80 Mitarbeiter der Packaging Solutions um die Konstruktion und Produktion von Verpackungen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, Kunden von der ersten Idee bis zur fertigen Faltschachtel für das Handelsregal rundum zu begleiten.
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Die Verpackungen stehen in den Handelsregalen ganz Europas und sogar Asiens, wobei die Kunden in Deutschland und Benelux beheimatet sind. Besonders stark ist das Mediahaus bei Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln unterwegs. Da es hier penibel auf Hygiene ankommt, ist der Betrieb HACCP-zertifiziert und arbeitet nur mit migrationsarmen Farben, Lacken und Leimen.
Das neue Herzstück der Weiterverarbeitung in Ahaus: Die Heidelberg Mastermatrix 106 CSB sorgt für einen flüssigen Workflow. Das technische Gesamtpaket ermöglicht es, selbst bei komplexen Nutzentrennungen und hoher Geschwindigkeit eine Fehlerrate von nahezu Null zu erreichen. (Bild: Christian Lukas)
Seit 2020 hat Walfort den Maschinenpark modernisiert und vergrößert. Das ist auch nötig: Der Bereich für reine Zuschnitte ist in fünf Jahren von 3 Millionen auf 30 Millionen Stück explodiert. Diese Entwicklung erforderte nicht nur Platz, sondern auch modernste Druckkapazitäten. So bildet eine Sechsfarben-Heidelberg Speedmaster XL das Rückgrat des Drucksaals. Diese Maschine ist exakt auf die Anforderungen im Verpackungsdruck abgestimmt, wo Sonderfarben und Veredelungen zum Standard gehören. Die Zufriedenheit mit der Speedmaster brachte Norbert Schäfer, Systemberater bei Heidelberg, aber nicht automatisch den Folgeauftrag für die Mastermatrix. „Wir waren“, erklärt Jan Hendrik Walfort, „ursprünglich kein Druckbetrieb. Damit sind wir erst 1995 gestartet.“ Eine „feste Bindung“ an bestimmte Hersteller gibt es nicht. Man schaut sich an, was der Markt bietet, und kauft das, was technisch am besten zum Betrieb passt. Dass sich das Mediahaus schließlich für Heidelbergs Mastermatrix 106 CSB entschieden hat, freut Norbert Schäfer umso mehr.
Kauffaktor QuickSet-System
Für Druck-Betriebsleiter Marco Segeler war ein entscheidender Kauffaktor das sogenannte QuickSet-System. Das ist ein vollständig automatisierter Rüstprozess für den Anleger und die Auslage. „Die Maschine stellt bei einem Formatwechsel auf das neue Maß um, was die Stillstandzeiten drastisch reduziert“, so Segeler. Ein weiterer Vorteil liegt für ihn in der Materialzuführung und dem Paletten-Handling: „Die Mastermatrix arbeitet mit einem echten Non-Stop-System. Das bedeutet, sie verarbeitet Paletten im Anleger und in der Ablage direkt und ohne Unterbrechung. Das zeitfressende manuelle Umpacken der Bogen von einer Transportpalette auf eine spezielle Maschinenpalette fällt komplett weg. Das spart nicht nur Zeit, sondern ist auch eine enorme Entlastung für die Mitarbeiter an der Maschine. Die Ware fließt quasi ohne Berührungspunkte durch den gesamten Stanz- und Ausbrechprozess.“
Gedruckte Bogen, frisch aus der Sechsfarben-Speedmaster, warten auf ihre Weiterverarbeitung. (Bild: Christian Lukas)
Entscheidend: Prozessstabilität
Norbert Schäfer stellt derweil die Leistungsfähigkeit in den Vordergrund: „9.000 Bogen pro Stunde sind eine Ansage, aber die entscheidende Leistung liegt in der Prozessstabilität. Wer im Faltschachtelbereich präzise schneiden, rillen und ausbrechen will, darf bei diesem Tempo keine Millimeterabweichungen zulassen.“ Hier greift der spezielle Nockenwellenantrieb der Mastermatrix, der für einen extrem ruhigen und erschütterungsfreien Lauf sorgt. „Das ist für die Nutzentrennung essenziell: Je ruhiger der Bogen geführt wird, desto sauberer lassen sich die einzelnen Nutzen voneinander trennen, ohne dass es zu Stopps oder Ausschuss kommt.“
Das optische Register der Maschine überwacht zudem jeden Bogen einzeln und gleicht Differenzen in Echtzeit aus, was die Fehlerrate im Vergleich zu älteren Systemen fast auf Null senkt. Das System verfügt zudem über einen Schließrahmenwechsler, der die Vorbereitung von Stanzwerkzeugen außerhalb der Maschine ermöglicht und so die Stillstandzeiten beim Jobwechsel minimiert. Zusätzlich sorgt der Schnellspannrahmen für eine sekundenschnelle und präzise Fixierung der Werkzeuge.
Für Marco Segeler war genau dieses technische Gesamtpaket aus der Perspektive des Praktikers ausschlaggebend. Der reibungslose Lauf, das minimierte Stopp-Risiko und die Tatsache, dass die Maschine durch das direkte Paletten-Handling im Grunde permanent durchlaufen kann, sorgen für einen flüssigen Workflow, der bei dem aktuellen Auftragsvolumen zwingend notwendig ist.
Über die Tests, die Segeler bei Heidelberg durchgeführt hat, weiß er vor allem zu sagen, dass sie sehr intensiv waren. Mit der Installation wurde am 9. September 2025 begonnen, zweieinhalb Wochen Installation folgten noch einmal zweieinhalb Wochen Einweisung.