Vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

abcdruck ist insolvent

Blick in die Produktion bei abcdruck. (Bild: abcdruck)

Die abcdruck GmbH (Heidelberg) hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das zuständige Amtsgericht ist dem Antrag gefolgt und hat Rechtsanwalt Dr. Norman Häring von der Kanzlei Tiefenbacher zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Der Sanierungsexperte und Rechtsanwalt Sebastian Netzel von der bundesweit tätigen Kanzlei Brinkmann & Partner unterstützt die Geschäftsleitung während des Eigenverwaltungsverfahrens. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und den Betrieb zu sanieren.

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Derzeit sind bei der abcdruck GmbH in Heidelberg rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen hatte ursprünglich im April 2016 mit der Metzgerdruck GmbH in Obrigheim fusioniert. Als Metzgerdruck im April 2020 beim Amtsgericht in Mosbach einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt hat und Investoren gesucht wurden, war die Tochtergesellschaft abcdruck von der Eigenverwaltung zwar nicht direkt betroffen, wurde aber ebenfalls in den Verkaufsprozess eingebunden. abcdruck war dann auch rasch an Marcus Kalle verkauft worden. Das Unternehmen kündigte damals an, dass das Unternehmen von Kalle und der Familie Rothermel gemeinsam geführt werden soll.

Am 4. Januar 2021 beendete Winfried Rothermel seine Geschäftsführertätigkeit bei abcdruck. Am 23. Juni 2021 endete auch die Geschäftsführertätigkeit von Marcus Kalle bei abcdruck. Neuer Geschäftsführer wurde nun Raoul Fendler. Diese Funktion beendete er bereits wieder am 15. Oktober 2021. Seither ist Oliver H. Lessing Geschäftsführer.

Zu der schwierigen wirtschaftlichen Situation und der unruhigen Entwicklung in der Firmenleitung kamen nun die Umsatzrückgänge durch die Corona-Pandemie hinzu. „Dennoch sind wir in der Lage, sämtliche Aufträge der Kunden weiterhin in gewohnter Qualität anzubieten. Erste Gespräche mit Kunden und Lieferanten verliefen vielversprechend. Wir haben bereits einen Investorenprozess aufgesetzt, um zügig einen Investor für den Geschäftsbetrieb zu finden“, so Rechtsanwalt Netzel auf Anfrage.

Der vorläufige Sachwalter Dr. Häring von der Kanzlei Tiefenbacher hat die Belegschaft gemeinsam mit dem Sanierungsexperten von Brinkmann & Partner sowie der Geschäftsleitung unter anderem darüber informiert, dass die (rückständigen) Löhne über eine sogenannte Insolvenzgeldvorfinanzierung ausgezahlt werden können. Einen entsprechenden Antrag habe man bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt. „Die Löhne und Gehälter sind damit bis einschließlich Januar 2022 gesichert“, bestätigt Dr. Norman Häring.

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