Regierung soll ihre Flüchtlingspolitik überdenken

Gegen den Personalmangel: Onlineprinters beteiligt sich an Resolution

Die Onlineprinters GmbH hat sich an einer Resolution beteiligt, mit der die bayerische Staatdsregierung aufgefordert wird, ihre Flüchtlingspolitik angesichts des akuten Fachkräftemangels zu überdenken.
(Bild: Onlineprinters)
Die Onlineprinters GmbH hat sich an einer Resolution beteiligt, mit der die bayerische Staatsregierung aufgefordert wird, ihre Flüchtlingspolitik angesichts des akuten Fachkräftemangels zu überdenken.

Die Onlineprinters GmbH (Neustadt a.d. Aisch) hat sich im September mit rund 90 anderen Firmen aus der Region zusammengetan und an einer Resolution beteiligt, mit der die bayerische Staatsregierung aufgefordert wird, ihre Flüchtlingspolitik angesichts des akuten Fachkräftemangels zu ändern. In der Region herrscht quasi Vollbeschäftigung, was es den Unternehmen zunehmend schwerer mache, geeignetes Personal für offene Stellen zu finden. Flüchtlinge einzustellen und auszubilden könnte Abhilfe schaffen, doch werde das durch die Politik in vielen Fällen verhindert. Für die Firmen werde das im Bundesvergleich zunehmend zum Standortnachteil, wie es in der Resolution heißt. 

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Mit mehr als 700 Mitarbeitern allein am Stammwerk in Neustadt a.d. Aisch gehört Onlineprinters zu den größten Arbeitgebern des hiesigen Landkreises. Dennoch steht das Unternehmen vor einem gewichtigen Problem: dem Personalmangel. Mit einer Arbeitslosenquote von um die zwei Prozent herrscht in der Region quasi Vollbeschäftigung. Das mache es der Onlinedruckerei zunehmend schwerer, zu wachsen, denn Personal sei in dieser Situation schwer zu finden. Fast 50 Leute könnten laut Patrick Piecha, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, derzeit allein am Standort Neustadt eingestellt werden; 30 weitere in Fürth – und das in allen Bereichen, vom Gabelstaplerfahrer bis hin zum Software-Entwickler. Im Bereich IT sei es besonders schwer, Fachkräfte zu finden.

Um dem Problem entgegenzuwirken hatte Onlineprinters erst im September sein Headquarter nach Fürth und damit in die Metropolregion Nürnberg verlegt. Darüber hinaus beschäftigt das Unternehmen eine zweistellige Zahl an Flüchtlingen, drei von ihnen in der dualen Berufsausbildung. Um die Integration und auch die Verständigung unter den Mitarbeitern zu fördern, bietet das Unternehmen sogar eigene Sprachkurse für die eingestellten Flüchtlinge an.

Resolution soll Politik zum Umdenken auffodern

Vor wenigen Wochen ist Onlineprinters-Geschäftsführer Dr. Michael Fries noch einen Schritt weiter gegangen: Zusammen mit rund 90 anderen Firmen aus der Region hat sich das Unternehmen an einer Resolution beteiligt, mit der die bayerische Staatsregierung aufgefordert wird, ihre Flüchtlingspolititk angesichts des akuten Fachkräftemangels zu ändern. In dem Aufruf heißt es: „Auf unsere offenen Ausbildungs- und Arbeitsstellen bewerben sich gut integrierte, motivierte, meist jüngere Asylbewerber, die seit Jahren hier anständig leben. Wir wollen sie anstellen bzw. weiterbeschäftigen. Trotz Vorlage des Ausbildungs- bzw. Arbeitsvertrages erhalten diese Menschen von den zuständigen Ausländerbehörden meist keine Arbeitserlaubnis. Wir werden hier als Wirtschaftsunternehmen und Handwerksbetriebe im Landkreis benachteiligt. Der bayerische Alleingang in der Auslegung der Aufenthaltsgesetze bedeutet für uns im Bundesvergleich einen er-heblichen Standortnachteil. Uns werden geeignete Auszubildende und Mitarbeiter vorenthalten; der gerade in unserem ländlichen Raum bestehende gravierende Nachwuchsmangel wird verschärft. Wir fordern die zuständigen Stellen auf, bei den Ermessensentscheidungen für die Ausbildungs- und Arbeitsgenehmigungen diesen dringlichen Einwand zu berücksichtigen. Wir fordern die Polititk auf, den Ankündigungen und geäußerten Einsichten endlich Taten folgen zu lassen.“

Die Resolution sei inzwischen vom Kreisausschuss „unterstützend“ zur Kenntnis genommen worden und soll nun dem Gesetzgeber vorgelegt werden.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Wie wär`s mal mit Tariflohn?

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  2. …eher schlecht, dann hätten die ja die gleichen Preise.

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  3. Mir kommen gleich die Tränen, von wegen Fachkräftemangel….
    Ich als sehr gut ausgebildeter war dort vor ein paar Jahren zu einem Vorstellungsgespräch, als es dann auch das Thema Gehalt kam, und ich meine normalen Forderungen stellte und erklärte, dass ich auch von was leben wollte, war das Gespräch sehr, sehr schnell beendet…..

    Schon damals hatte man freie Stellen im 2-stelligen Bereich…

    Ich finde es echt schlimm, wenn für die gut ausgebildeten regional vorhandenen Mitarbeiter kein Geld da ist, und nun die noch günstigeren Flüchtlinge bevorzugt werden.

    Das Verhalten der Druckbranche ist nur noch traurig.

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