Produkt: Deutscher Drucker 22/2018
Deutscher Drucker 22/2018
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Zunehmende konjunkturelle Risiken verlangsamen Wachstum

Heidelberger Druckmaschinen: Ziele für 2018/19 erreicht

Blick auf das Werk Wiesloch-Walldorf der Heidelberger Druckmaschinen AG.(Bild: Heidelberger Druckmaschinen AG)

Nach Vorlage vorläufiger, noch nicht testierter Zahlen hat der Konzernumsatz der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) im Geschäftsjahr 2018/19 (1. April 2018 bis 31. März 2019) die operativen Ziele des Unternehmens erreicht, wie Heidelberg jetzt bekannt gab. Mit 2,490 Mrd. Euro lag der Wert rund 3 Prozent über dem des Vorjahres (2,420 Mrd. Euro). Auch bei der operativen Ergebnismarge bezogen auf das Ebitda ohne Restrukturierungsergebnis befand sich das Unternehmen mit 7,2 Prozent (Vorjahr 7,1 Prozent) im Zielkorridor. Als absolutes Ebitda wurden nach vorläufigen Zahlen 180 Mio. Euro (2017/18: 172 Mio. Euro) generiert.

Beim Gewinn nach Steuern erzielte Heidelberg mit 21 Mio. Euro wie erwartet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr (14 Mio. Euro). Der Free Cashflow fiel im vierten Quartal positiv aus und lag im Gesamtjahr mit –93 Mio. Euro erwartungsgemäß unter dem Vorjahreswert von –8 Mio. Euro. Investiert wurde im abgeschlossenen Geschäftsjahr insbesondere in Digitalprojekte, den Aufbau neuer Geschäftsmodelle und das neue Innovationszentrum am Standort Wiesloch-Walldorf.

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Mit Blick nach vorne geht Heidelberg trotz der zum Geschäftsjahresende hin zunehmend schwächeren Weltkonjunktur von einer stabilen Entwicklung im Kerngeschäft und Zuwachs beim digitalen Subskriptionsmodell aus. Angesichts einer konjunkturbedingt zurückhaltenderen Investitionsbereitschaft in neue Technologien muss jedoch im Bereich des Digitaldrucks mit einem konservativeren Hochlauf als ursprünglich geplant gerechnet werden. Der Umsatz im Bereich Postpress wird aufgrund der Untersagung der Übernahme von MBO durch die Kartellbehörde geringer wachsen. Zudem fällt der Rückgang im Handelsgeschäft mit Verbrauchsgütern voraussichtlich größer als erwartet aus.

„Diese Entwicklung bestärkt uns darin, den Konzernumbau mit Nachdruck fortzusetzen. Der Ausbau digitaler Geschäftsmodelle und der damit deutlich höhere Anteil wiederkehrender Vertragsumsätze wird uns künftig weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen machen“, wird Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, zitiert.

Vorsichtiger Ausblick für 2019/20:

Die weltweite konjunkturelle Abschwächung machte sich in den letzten Monaten in einer reduzierten Dynamik bei den Maschinenneubestellungen bemerkbar. So lag der Auftragseingang Ende März 2019 mit 2,559 Mrd. Euro leicht unter dem Wert des Vorjahres (2,588 Mrd. Euro). Da sich auch der Branchenverband VDMA in seiner jüngsten Jahresprognose aufgrund zunehmender Verunsicherung auf den Weltmärkten durch Handelsstreitigkeiten insbesondere zwischen den USA und China sowie des Brexit deutlich pessimistischer zeigt, geht Heidelberg mit Vorsicht in das neue Geschäftsjahr 2019/20. So rechnet das Unternehmen beim Konzernumsatz und der Profitabilität zwar mit einer stabilen Entwicklung gegenüber 2018/19, jedoch verzögern die konjunkturellen Rahmenbedingungen die mittelfristigen Wachstumsaussichten. Heidelberg erwartet einen langsameren Umsatzanstieg als bisher geplant, mit einem gegenüber heute deutlich höheren Anteil des konjunkturresistenten Vertragsgeschäfts.

Der von Heidelberg in der jüngeren Vergangenheit eingeschlagene strategische Weg der digitalen Transformation hat sich laut Hundsdörfer „angesichts der guten Kundenresonanz als richtig herausgestellt.“ Und im Hinblick auf das neue Subskriptionsmodell, bei dem Heidelberg Produkte, Services und Dienstleistungen in einem mehrjährigen, nutzungsabhängigen Gesamtvertrag offeriert, konnte die Zielsetzung von rund 30 Vertragsabschlüssen im Geschäftsjahr 2018/19 realisiert werden, so Hundsdörfer weiter.

Um der Investitionszurückhaltung der Kunden vor dem Hintergrund der erschwerten konjunkturellen Rahmenbedingungen entgegenzuwirken, fokussiert sich das Unternehmen zur Finanzierung der weiteren Investitionen in digitale Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen weiter auf effizientere Strukturen und führt das Asset- und Net-Working-Capital-Management weiter fort. Mit den so freiwerdenden Mitteln soll die Transformation mit Nachdruck verfolgt und die Nettofinanzverschuldung auf niedrigem Niveau gehalten werden, wie es heißt.

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Anwender von Komori-Druckmaschinen der Reihen Lithrone und Enthrone berichten.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Es ist und bleibt ein Trauerspiel mit HDM seit vielen Jahren. Gut 2 Milliarden Umsatz und laufend rote Zahlen – mit 21Mio + Ergebnis ist man hochzufrieden. Der Aktienkurs geht seit Jahren und auch aktuell nur nach unten. Mit 1,5 €/share ist er nahe am Centstockniveau.
    Was macht HDM seit Jahren alles falsch? ZU Vieles, leider.

    ehemaliger aus besseren Zeiten

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  2. Warum? Heidelberg steigt doch gerade voll auf den Abozug mit auf und verliert dadurch sicher nicht nur mich als Kunden. Beispiel. Ich habe alle Vorstufensoftware von Heidelberg die ich brauch, dazu einen Wartungsvertrag der mich rund 250 Euro im Monat kostet. Ich möchte einfach technisch aktuell bleiben. Nun gibts das System nicht mehr. Alles was du nun machen kannst ist das ganz tolle Komplettpaket mieten, mit viel Zeug drin das ich nicht brauch. Startkosten in Höhe eines Kleinwagens und jeden Monat 650 Euro… für immer oder eben mehr wenn Heidelberg merkt das mann ja von ihnen abhängig ist. Zahlst nicht deine Miete läuft in der Vorstufe nix mehr. Aber irgendwie muss man die Mitarbeiter ja zahlen…
    Rainer Hundsdörfer: 2 015 000 Euro
    Dirk Kaliebe: 1 248 000 Euro
    Prof. Dr. Ulrich Hermann: 1 249 000 Euro
    Stephan Plenz: 1 265 000 Euro
    Ergebnis, die kleinen Druckereien geben noch früher auf und lassen bei größeren drucken. Bei Heidelberg hat eben noch keiner Verstanden das 10 x 250 Euro mehr sind als 1 x 650 Euro. Aber gut was weiss ich schon .-)

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  3. Unglaubliche Zahlen! Rund 100.000 € Monatsgehalt?! Wofür?!

    Man kann HDM gut mit Müller Martini vergleichen. Auch die Schweizer bewegen sich im ähnlichen Fahrwasser.

    MM hat es geschafft 2014 und 2018 die größten Konkurrenten aufzukaufen und agiert jetzt allein im Kerngeschäft.

    HDM hat den entscheidenden Trend im Kerngeschäft (Digitaldruck) fast verschlafen und kanabalisiert sich weiterhin mit MAN & KBA.

    Zusätzlich bekommt man nicht einmal eine kleine Übernahme im Randsegment Postpress (MBO) auf die Reihe.

    Wer merkt den Unterschied? Und dafür 100.000 € Monatsgehalt?!

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