Produkt: Deutscher Drucker 1/2019
Deutscher Drucker 1/2019
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Erstanwender Druckerei Etiket Schiller

Herma produziert Etiketten aus Silphie-Papier

Herma produziert Etikettenmaterial auf Basis der Silphie-Pflanze. (Bild: Herma)

Der Etikettenhersteller Herma hat ein neues Haftmaterial im Programm, das auf den Fasern der Silphie-Pflanze basiert. Erster Anwender ist die Druckerei Etiket Schiller in Plüderhausen, die bereits Etiketten aus dem Material produziert hat.

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Die Silphie-Pflanze wird schon seit einigen Jahren in Deutschland als Energiepflanze angebaut, um Biogas zu erzeugen. Bislang wurde die Donau-Silphie in Gänze energetisch verwertet. Nun ist die stoffliche Nutzung der Fasern im Sinne einer Kaskadennutzung möglich. Das heißt, sie werden mittels eines biothermischen Verfahrens vor der Bioenergieerzeugung separiert und zu einem neuen Rohstoff – zum Beispiel für die Papierherstellung – aufbereitet.

Die daraus hergestellten Etiketten können laut Herma unbehandelt bedruckt werden. Durch zusätzliche Prägungen ergebe sich ein edles, aber zugleich natürliches Erscheinungsbild, da auch in der Struktur des Materials noch einzelne Fasern der Silphie-Pflanze zu erkennen seien. Das unterstreiche auch optisch den Ansatz der Nachhaltigkeit.

Erstanwender Etiket Schiller

Ausgerüstet ist das Haftmaterial mit dem UV-Acrylathaftkleber Herma Haftkleber 63B. Lieferbar ist das Haftmaterial bereits in einer Menge ab 1.000 Quadratmeter. Auf Basis des Haftmaterials Herma-Silphie (Sorte 341) hat Etiket Schiller in Plüderhausen als erste Druckerei in Deutschland bereits damit begonnen, Silphie-Etiketten zu produzieren. „Mit diesem neuen, komplett in Deutschland hergestellten Material können wir unser umweltfreundliches Portfolio gezielt ausbauen“, sagt Susanne Daiber, Geschäftsführerin von Etiket Schiller. „Unsere Kunden erhalten eine weitere Option für ein sehr ansprechendes Green Packaging von Kosmetika, Getränken und Lebensmitteln.“

Der Anteil der Silphie-Fasern an dem Etikettenmaterial beträgt laut Etiket Schiller derzeit mindestens 35 Prozent, künftig können es sogar 50 Prozent werden. Das trage zu einem deutlich geringeren CO2-Fußabdruck der Etiketten bei, da der Anteil des meist von weither importierten Holzzellstoffs entsprechend sinkt. Die Silphie-Etiketten lassen sich nach Angaben von Herma später im regulären Altpapierkreislauf recyclen. Bei der Herstellung von Faltschachteln würden Silphie-Pflanzen bzw. ihre Fasern bereits seit längerem eingesetzt.

Über Silphie

Die gelb blühende Ackerpflanze Silphie stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie bietet einen Lebensraum für Bienen und andere Insekten oder Wildtiere. Bei Imkern ist sie wegen des hohen Honigertrags beliebt. Sie wurzelt bis zu drei Meter tief und ist eine mehrjährige Kultur, das heißt, die Pflanze überwintert nach der Ernte im Herbst und treibt im Folgejahr erneut aus. In der Regel steht sie etwa zehn Jahre an einem Standort. Das führt zu einer guten CO2-Aufnahme, welches sie über das Wurzelwerk im Boden in Form von Humus binden kann. Im Gegensatz zum Energiemais benötigt die Silphie-Pflanze weniger Wasser und wenige bis keine Pflanzenschutzmittel.

Jüngst hatte noch die Lenninger Papierfabrik Scheufelen auf die Herstellung von Silphie Paier gesetzt. Die Produktion wird allerdings nun Mitte dieses Monats eingestellt, da sie sich für Scheufelen als zu unwirtschaftlich erwiesen hatte.

 

Produkt: Deutscher Drucker 4/2019
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