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Im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig

Initiative “Fonts for Freedom” erhält Gutenberg-Preis – und Ausstellung

Drei Beispiele aus der Initiative "Fonts for Freedom": Links: Als Symbol der Pressefreiheit ist dieses Plakat in der Schriftart der verbotenen Zeitung „Özgür Gündem“ aus der Türkei gestaltet. Mitte: Die Schriftart der verbotenen Zeitung „AZADLIQ“ aus Aserbaidschan und rechts die Schriftart der verbotenen Zeitung „Magyar Nemzet“ aus Ungarn.

“Fonts for Freedom”, eine Aktion von “Reporter ohne Grenzen”, die Schriften weltweit verbotener oder geschlossener Tageszeitungen rekonstruiert, ist mit dem Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig ausgezeichnet worden. Anlässlich dessen widmet das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) der Preisträgerin noch bis zum 21. Dezember 2019 eine Ausstellung in Leipzig.

Die Aktion „Fonts for Freedom“ rekonstruiert die Schriften verbotener und geschlossener Tageszeitungen nicht nur, sondern stellt sie zur kostenfreien Nachnutzung auch ins Netz. Damit will „Reporter ohne Grenzen“ zusammen mit der Hamburger Agentur Serviceplan ein Zeichen gegen die weltweit zunehmende Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit setzen. Allein im vergangenen Jahr wurden, wie es in einer Mitteilung der DNB heißt, Hunderte von Journalisten verhaftet und ebenso viele Medienorganisationen zensiert oder geschlossen, darunter etliche Zeitungen – eines der kostbarsten Güter der Demokratie.

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Die Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, die noch bis zum 21. Dezember 2019 zu sehen ist, zeigt Beispiele verbotener Zeitungen und deren Schriften, Plakataktionen von „Fonts for Freedom“ sowie Filmdokumentationen. Die Aktion mache die Typografie, wie es von Seiten der DNB heißt, “zu einer Botschafterin für das freie Wort, denn wie vor mehr als 550 Jahren steht der vervielfältigte Buchstabe auch heute noch für die Verbreitung und Demokratisierung von Informationen. Zugleich erinnert der Preis 2019 an den 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution in Leipzig, indem er das Thema Meinungsfreiheit in den Fokus nimmt.”

Eigens für die Ausstellung hat “Reporter ohne Grenzen” zudem eine Zeitung herstellen lassen, in der die unterschiedlichen Aktionen von “Fonts for Freedom” erläutert und historisch eingebettet werden. Besucherinnen und Besucher können diese Zeitung mitnehmen und so zur Verbreitung der Idee beitragen.

Mit der Auszeichnung der Initiative “Fonts for Freedom” ist in der sechzigjährigen Geschichte des Gutenberg-Preises erstmals keine Person, sondern eine kooperativ angelegt Initiative ausgezeichnet worden.

Die Ausstellung ist noch bis dem 21. Dezember 2019 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr und Donnerstag von 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei.

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