Produkt: Deutscher Drucker 4/2020
Deutscher Drucker 4/2020
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Das aktuelle Konjunkturtelegramm des BVDM

Konjunktur im Mai: Hoffen auf Erholung

Der vom BVDM herausgegebene Geschäftsklimaindex für den Monat Mai 2020. (Bild: BVDM)
Nachdem der Geschäftsklimaindex der deutschen Druck- und Medienbranche im Zuge der Coronavirus-Pandemie im April auf ein Zehnjahrestief gefallen war, hat er sich im Mai wieder etwas erholt. Die Hoffnungen auf eine baldige konjunkturelle Normalisierung führten zu deutlich optimistischeren Erwartungen als im Vormonat.

Im Mai stieg der vom Bundesverband Druck und Medien (BVDM) berechnete Geschäftsklimaindex auf 84,1 Punkte und lag damit saisonbereinigt 3,5 Prozent über seinem Vormonatsniveau. Im Vorjahresvergleich verlor der Index jedoch 13,6 Punkte.
Im Mai beurteilten die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage deutlich schwächer als im Vormonat. Allerdings bewerteten sie ihre zukünftige Geschäftslage wesentlich optimistischer als noch im April. Die Werte der aktuellen und der erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Kleiner Auftragsbestand, schlechte Ertragslage

Nachdem der Geschäftslageindex schon im April auf den niedrigsten Stand seit November 2009 gestürzt war, verschlechterte er sich im Mai nochmals um saisonbereinigt 6,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Mit 75,7 Zählern lag der Index 23 Prozent unter seinem Vorjahresniveau. Dies ist der stärkste im Vorjahresvergleich gemessene Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991. Die Umsetzung erster Lockerungsmaßnahmen im Mai beeinflusste die Coronavirus-bedingte schlechte Nachfrage- und Auftragsentwicklungen somit kaum. So gaben rund 62 Prozent der Befragten an, dass sie den derzeitigen Auftragsbestand als zu klein erachten. Lediglich rund 1 Prozent der Befragten berichtete von einem verhältnismäßig großen Auftragsbestand – das entspricht einer Verschlechterung des Saldos in Höhe von rund 24 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Dementsprechend ist es auch nicht überraschend, dass 53 Prozent der Befragten ihre aktuelle Ertragssituation als schlecht einstufen, wohingegen nur 10 Prozent eine gute Ertragslage vermelden.

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Zuversichtlichere Erwartungen

Dass sich das Geschäftsklima im Vergleich zum Vormonat dennoch leicht erholt hat, ist überwiegend auf die deutlich zuversichtlichere Erwartungshaltung der Druck- und Medienunternehmen hinsichtlich ihrer zukünftigen Geschäftslage zurückzuführen. Die nach den ersten Lockerungen entstandenen Hoffnungen auf eine baldige Konjunkturerholung scheinen ein wesentlicher Grund für die Verbesserung des Index der Geschäftserwartungen zu sein. Im Vormonatsvergleich legte der Index um saisonbereinigt 14,6 Prozent zu und notierte mit 93,6 Punkten nur noch 3,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. So gingen rund 24 Prozent der Befragten von einer günstigeren Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten aus. Rund 42 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sich ihre zukünftige geschäftliche Situation eher noch verschlimmern wird. Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Saldo somit um rund 7 Prozentpunkte ab.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. In Sachen Hoffnung war die Branche schon immer ganz weit vorne…Ich befürchte nur das es auch diesmal nicht hilft und eine weitere Marktbereinigung (sicherlich auch sinnvolle) stattfindet und der Preisdruck im Überlebenskampf weiter steigt. Und leider ist es auch ein Fakt, dass nichts so schwer aus dem Keller zu holen ist, wie Tiefstpreise, wenn eine ganze Branche ums Überleben kämpft.

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  2. Seit mehr als ein Jahrzehnt befindet sich die Druckindustrie in einem starken Wandlungsprozess und Hoffnung kann ein Motivator sein, aber jetzt zählen nur Fakten, wie ertragreich war ich in den letzten Jahren, konnte ich als Dienstleister meinen Kunden einen Mehrwert bieten und wurde dieser auch honoriert, usw.,spiegelt dich dieses auch in den BWAs und Cashflowberechnugen usw. wieder? Denn wieder mal eine neue Preisspiralrunde nach unten zu starten, bedeutet sein eigenes Geld zum Fenster raus zu schmeissen, dann lieber sozialen Projekte unterstützen.Wenn nicht, so sollte dann der Entscheidungsträger/in umgehend Kontakt zu seiner/n Steuerberater/Wirtschaftsprüfer/in aufnehmen und harte Entscheidungen treffen!
    Hart, aber wahr, im Interesse der eigenen Familien!

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