Das aktuelle Konjunkturtelegramm des bvdm

Konjunkturtelegramm im Mai: Geschäftsklima hellt sich etwas auf

Konjunkturtelegramm Druckindustrie
Laut aktuellem Konjunkturtelegramm stieg der Geschäftsklimaindex Index im Mai mit einem Zugewinn von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. (Bild: bvdm)

Nachdem das Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienbranche im April eingebrochen war, hellte es sich im Mai etwas auf. Dies gibt der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) in seinem aktuellen Konjukturtelegramm bekannt. 

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Demnach stieg der vom bvdm berechnete Geschäftsklimaindex stieg gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 4,5 Prozent und machte die Verluste aus dem April wett. Damit notierte er mit 99,9 Punkten, in etwa auf seinem Vorjahresniveau. Die Schwankungen der Energiepreise sowie die hohen Kosten bei Vorleistungsgütern und die anhaltende Materialknappheit bestimmen allerdings weiterhin die Geschäftserwartungen der Unternehmen.

Im Mai bewerteten die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung der nächsten sechs Monate besser als im Vormonat. Die Werte für das Geschäftsklima nahmen ebenfalls zu. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Nachdem der saisonbereinigte Geschäftslageindex im April stagnierte, stieg der Index im Mai mit einem Zugewinn von 1,2 Prozent im Vormonatsvergleich. Der Index notierte bei 103,3 Punkten und erreichte damit den saisonbereinigt bisher höchsten Stand des Jahres 2022. Der Anteil der Unternehmen, die mit der derzeitigen Geschäftslage zufrieden sind, nahm im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozentpunkte ab. Gleichzeitig jedoch sank der Anteil der Unzufriedenen um 26,8 Prozentpunkte.

Somit bestätigten rund 75 Prozent aller Befragten eine gleichbleibende Geschäftslage im Mai. Zwar notiert der Index damit 13 Prozent über seinem Vorjahresniveau, dennoch gilt es zu berücksichtigen, dass rund 26,8 Prozent der Unternehmen ihren Auftragsbestand als „zu klein“ und 23 Prozent ihre aktuelle Ertragslage als schwach einstufen.

Worst-Case-Szenarien blieben aus

Die unmittelbaren Unwägbarkeiten des Ukrainekriegs sind mittlerweile einer gewissen Kalkulierbarkeit gewichen. Das akute Ausbleiben einiger Worst-Case Szenarien, wie dem Eintreten einer Gas-Mängellage, führte zu einer Verbesserung der Geschäftserwartungen. Der Index der Geschäftserwartungen stieg im Mai 7,9 Prozent und machte damit einen großen Teil des Rückgangs vom April wieder wett. Mit 96,5 Punkten notiert der saisonbereinigte Index jedoch noch immer 11,3 Prozent unter seinem Vorjahresniveau. Rund 29 Prozent der Befragten in der Druck- und Medienbranche rechnen mit einer Eintrübung der Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten. Lediglich rund 13,5 Prozent erwarten, dass sich die Lage bessert.

Somit stieg der saisonbereinigte Saldo im Mai um rund 13 Prozentpunkte, liegt allerdings noch bei -14 Prozentpunkten. Im Vergleich zu dem Vorjahreswert ist dies ein Minus von rund 24 Prozentpunkten. Die Unternehmenserwartungen werden weiterhin von Materialknappheit und den hohen Energie- und Papierpreisen bestimmt. Viele Unternehmen sehen die bleibende Gefahr von Produktionsausfällen, durch eine Verschärfung von Lieferengpässen und zusätzliche Kostenbelastungen durch hohe Preise für Vorleistungsgüter. Hinzu kommt, dass die Preisanstiege für Druckprodukte zwar anteilig durchgesetzt werden konnten, dies langfristig aber zu einer Reduktion im Auftragsvolumen oder einer Abwanderung von Aufträgen führen kann.