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Die Ausbildungsstatistik 2018 ist da

Mehr neue Azubis, aber auch mehr unbesetzte Stellen

Neue Ausbildungsstatistik: Den höchsten prozentualen Anstieg bei den Neuverträgen verzeichneten 2018 die Medientechnologen Druckverarbeitung mit 5,62 Prozent.(Bild: BVDM)

Die gute Nachricht zuerst: Offensichtlich entscheiden sich wieder mehr junge Leute für eine Ausbildung in der Druck- und Medienindustrie. Wie der Verband Druck + Medien NordWest in seinem Newsletter berichtet hat laut der aktuellen Ausbildungsstatistik hat die Zahl der Neuverträge 2018 zum zweiten Mal in Folge zugenommen. Die schlechte: Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen ist trotzdem gestiegen.

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4.777 neue Ausbildungsverträge wurden 2018 abgeschlossen, dies entspricht einem Plus von 1,42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt befanden sich 2018 in den drei Ausbildungsjahren 12.118 Jugendliche in der Ausbildung (2017: 12.172). Das Ergebnis zeigt nach Angaben des VDMNW, dass die Unternehmen in der Ausbildung ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel sehen.

Den höchsten prozentualen Anstieg bei den Neuverträgen verzeichnen demnach die Medientechnologen Druckverarbeitung mit 5,62 Prozent, gefolgt von den Packmitteltechnologen mit einem Plus von 4,69 Prozent. Die Medientechnologen Druck und Siebdruck weisen ein Plus von 2,08 Prozent auf. Der beliebteste Beruf bleibe weiterhin der Mediengestalter Digital und Print, der mit 3.077 neuen Auszubildenden ein Plus von 0,69 Prozent aufweist. Nur beim Buchbinder verzeichnet die Statistik ein Minus von 17,50 Prozent. Die entspreche aber lediglich einem Rückgang um 7 Neuverträge.

Wie der VDMNW weiter berichtet, konnten laut Berufsbildungsbericht 2019 im vergangenen Jahr über alle Ausbildungsberufe 1,6 Prozent mehr Neuverträge abgeschlossen werden, gleichzeitig sei aber auch die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen gestiegen. Die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden habe sich um 9.000 Bewerber auf 556.000 Personen erhöht, was auf eine zunehmende Integration von jungen Menschen mit Fluchthintergrund zurückzuführen sei. Auf je 100 Ausbildungsinteressierte kamen 106 angebotene Ausbildungsplätze.

Eine zentrale Herausforderung des Ausbildungsmarktes bleibe das Passungsproblem von Angebot und Nachfrage. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze sei um 17,7 Prozent gestiegen. Dabei spielten bei den Jugendlichen verschiedene Faktoren wie das Image des Berufes, angebotene Konditionen während der Ausbildung oder auch der Standort eine Rolle. Um den passgenauen Bewerber zu finden, böten die Verbände seit Jahresbeginn neue Online-Eignungstests an. Weiterhin stünden die Materialien der Nachwuchskampagne „Gestochen scharf – Perfekt veredelt“ zur Verfügung. In der Ausbildungsplatzbörse auf der Webseite druckindustrie.de könnten Betriebe ihre offenen Ausbildungsplätze anbieten.

Die gesamte Bildungsstatistik des Zentral-Fachausschusses Berufsbildung Druck und Medien (ZFA) ist gerade erschienen. Sie kann steht auf der Website des Bundesverbandes Druck und Medien (BVDM) zum Download bereit.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Das Problem ist nicht die fehlende Passung von Angebot und Nachfrage. Von 4.777 neuen Ausbildungsverträgen in 2018 wurden 3.077 für Mediengestalter abgeschlossen. Kann man inzwischen bestens außerhalb der Druckindustrie lernen, bei den früheren Kunden der Druckereien.
    Insolvenzen, aktuell Oberndorfer, uninteressante Arbeitszeiten(Schicht und Wochenende), risikobehaftete Bezahlung machen die Jobs für junge Menschen vollkommen uninteressant. Was interessiert einen jungen Menschen der Generation Z, dass aufgrund wirtschaftlicher Zwänge Buchbindereien und Druckereien in Schicht arbeiten. Überhaupt nicht, reines Inhaberproblem. Letzlich ist unternehmerisches Versagen der letzten Jahrzehnte und die massiven Printrückgänge verantwortlich für die Inattraktivität der Ausbildungsberufe. Dem entgehen Mediengestalter am einfachsten durch Beschäftigung ausserhalb der Druckindustrie. Regelmäßige jährliche Lohnsteigerungen in Industriebetrieben tun ihr übriges.
    Die Aussicht: Es wird noch viel schlimmer! Vielleicht findet auf diesem Wege die lange überfällige Marktbereinigung statt.

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