PEFC


Das PEFC-Zertifizierungssystem gibt es bereits seit 1999. Aber was genau ist PEFC überhaupt? Alle Infos + News jetzt auf print.de!

Das PEFC-Siegel ist auch als sogenannter „Wald-TÜV“ bekannt und zeigt Kunden und Endverbrauchern, dass das Holz oder die entsprechenden Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft und kontrollierten Quellen stammen. Doch welche Richtlinien stecken hinter der PEFC-Zertifizierung und warum sollten sich Waldbesitzer und Unternehmen zertifizieren lassen? Das Wichtigste zum Thema PEFC finden Sie hier!

Inhaltsverzeichnis:

Was bedeutet PEFC?

PEFC ist eine Abkürzung und steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“. Beim PEFC handelt es sich also um ein Kontroll- und Zertifizierungssystem für die Forstwirtschaft. Die gemeinnützige und internationale Organisation wurde 1999 von Waldeigentümern verschiedener europäischer Länder gegründet und setzt sich seither für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder weltweit ein.

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Das PEFC-Siegel

Das PEFC-Siegel ist ein Gütesiegel, vergleichbar mit dem des TÜVs, das Verbrauchern Anhaltspunkte über die Bedingungen gibt, unter denen Holzprodukte hergestellt werden. Das PEFC-Siegel kann daher auch als „weltweiter Wald-TÜV“ angesehen werden, denn die Hauptaufgabe des Systems ist es, die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder rund um den Globus sicherzustellen.

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Zahlen und Fakten zu PEFC

Nachfolgend sind die wichtigsten Zahlen zu PEFC zusammengefasst.

PEFC-zertifizierte Waldfläche in Deutschland 7,5 Mio. Hektar
PEFC-zertifizierte Waldfläche weltweit 312 Mio. Hektar
Anzahl Mitglieder des internationalen PEFC Councils (PEFCC) 51
In Deutschland PEFC-zertifizierte Unternehmen 2.548

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Die PEFC-Standards

Die PEFC-Standards dienen der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder und der Sicherstellung des Schutzes anderer Ökosysteme sowie des Klimas. Basis dieser Standards sind die Umweltkonferenz von Rio im Jahr 1992 und deren nachfolgende Konferenzen.

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Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung

Die Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung beruhen auf Kriterien, die während der Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa  beschlossen wurden. Die erste dieser Konferenzen fand im Jahr 1990 in Straßburg statt. Nachfolgend sind die aktuellen Standards aufgelistet, die ausführlich auch auf der Website des PEFC zu finden sind.

  1. Forstliche Ressourcen und die damit verbundenen wichtigen Funktionen der Wälder sollen aufrechterhalten und verbessert werden.
  2. Rücksichtnahme auf die Waldökosysteme
  3. Sicherung der Produktionsfunktion der Wälder
  4. Die Biodiversität der Wälder soll geschützt und verbessert werden
  5. Aufrechterhaltung der Schutzfunktion der Wälder
  6. Förderung und Sicherstellung der sozioökonomischen Funktionen der Wälder

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Standards für Weihnachtsbaumkulturen

Die Standards für Weihnachtsbaumkulturen bauen auf den PEFC-Richtlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes auf, enthalten jedoch noch weitere Regelungen zu anderen wichtigen Aspekten wie der Arbeitssicherheit, dem Herbizid-Einsatz oder der Erhaltung der Biodiversität. Die Zertifizierung von Weihnachtsbaumkulturen erfolgt immer nur für Einzelbetriebe und wird jährlich durchgeführt. Insgesamt gibt es fünf Zertifizierungsstellen, die sich um die Weihnachtsbaumzertifizierung kümmern.

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Standards für Erholungswälder

Wer bereits an einer regionalen Zertifizierung teilgenommen hat, kann darüber hinaus auch eine PEFC-Erholungswaldzertifizierung erlangen und zur Erhaltung des Waldes als Erholungsort beitragen. Waldbesitzern wird dies durch eine einzelbetriebliche Überprüfung ihres Erholungswaldgebiets ermöglicht. Um ein solches Zertifikat zu erhalten, müssen Waldbesitzer ein Erholungskonzept nachweisen können. Dazu zählen unter anderem waldpädagogische Angebote, Grillplätze, Beschilderungen von Waldwegen und vieles mehr.

Ein Weg der durch einen Wald führt.
Neben seiner wirtschaftlichen Funktion, stellt der Wald auch einen wichtigen Rückzugsort zur Entspannung dar.

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Wie läuft das PEFC-Zertifizierungsaudit ab?

Die Zertifizierung erfolgt in simplen Schritten, die im Folgenden für Waldbesitzer sowie Unternehmen erklärt und beschrieben werden.

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Ablauf für Waldbesitzer

Für Waldbesitzer gibt es die Möglichkeit, sich einzeln oder als forstlicher Zusammenschluss zertifizieren zu lassen. Dazu wird die Forstwirtschaft einer bestimmten Region von einer Zertifizierungsstelle begutachtet. Der Zertifizierungsprozess läuft für Waldbesitzer folgendermaßen ab.

  1. Unterzeichnen einer freiwilligen Selbstverpflichtungserklärung zur Einhaltung der PEFC-Standards und Gewährleistung des Zugangs für den Fall eines vor-Ort-Audits.
  2. Einsendung der Selbstverpflichtungserklärung bei der PEFC-Geschäftsstelle und anschließende Bearbeitung des Antrags durch diese.
  3. Begleichen der anfallenden Gebühren durch den Waldbesitzer.
  4. Nach Begleichen der Gebühren erhält der Waldbesitzer das PEFC-Zertifikat.

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Ablauf für Unternehmen

Jedes Unternehmen, das etwas mit Holz oder Papier zu tun hat, hat die Möglichkeit eine PEFC-Zertifizierung für seine Produktkette (Chain of Custody, kurz CoC) zu erwerben. Dazu begutachtet ein unabhängiger und von der PEFC Deutschland e. V. zugelassener Zertifizierer das Unternehmen. Nach erfolgreichem Audit erhalten geprüfte Unternehmen das PEFC-Chain-of-Custody-Zertifikat (PEFC-CoC-Zertifikat) und dürfen Produkte, die aus entsprechend zertifizierten Wäldern bzw. kontrollierten Quellen stammen, mit dem PEFC-Siegel kennzeichnen.

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Die folgenden Schritte beschreiben den Zertifizierungsprozess für Unternehmen näher und zeigen, worauf zu achten ist.

  1. Zunächst sollten Mitarbeiter über das Vorhaben informiert werden und ein Verantwortlicher, der sich um die Umsetzung und spätere Aufrechterhaltung der Zertifizierung kümmert, bestimmt werden.
  2. Anschließend sollte man sich mit den Anforderungen vertraut machen, um sicherzustellen, dass Chain-of-Custody-Prozesse richtig umgesetzt werden können. Ggf. müssen auch interne Prozesse entsprechend angepasst werden.
  3. Im nächsten Schritt geht es darum, sich für eine Zertifizierungsoption zu entscheiden. Ist es sinnvoller, einen Einzelbetrieb zu zertifizieren oder doch gleich mehrere Standorte?
  4. Dann muss die Art der Lagerung des zertifizierten Materials bestimmt werden. Entweder haben Unternehmen die Möglichkeit, zertifiziertes von nicht-zertifiziertem Material durch Kennzeichnung bzw. zeitlich oder räumlich getrennt zu halten oder ein gewisser prozentualer Anteil des vermischten Lagermaterials muss zertifiziert sein (Prozentsatzmethode).
  5. Ebenfalls sollte ein System zur Risikominimierung eingeführt werden, welches das Risiko der Verwendung von Holz aus nicht-zertifizierten Quellen minimiert.
  6. Dann kann ein geprüfter Zertifizierer engagiert werden.
  7. Als nächstes müssen alle Dokumente für das Zertifizierungsaudit vorbereitet werden.
  8. Nachdem das Zertifizierungsaudit erfolgreich abgeschlossen wurde, geht es darum Lieferanten zu wählen, die bereits zertifiziert sind oder bestehende Lieferanten zu bitten, sich zertifizieren zu lassen.
  9. Wer die Zertifizierung erhalten hat, sollte dies anschließend an Kunden und Endverbraucher mithilfe der Verwendung des PEFC-Logos auf seinen Produkten und über weitere Kanäle kommunizieren.
  10. Vor Ablauf der Gültigkeit der Zertifizierung – diese ist fünf Jahre gültig – muss sie erneuert werden. Zusätzlich wird jährlich begutachtet, ob das Unternehmen die Chain-of-Custody-Anforderungen noch erfüllt. Sollte dies nicht der Fall sein, kann es zum Entzug des Zertifikats kommen.

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Wie viel kostet eine PEFC-Zertifizierung?

Die Kosten einer PEFC-CoC-Zertifizierung für Unternehmen belaufen sich auf rund 1.500 Euro jährlich, zuzüglich der umsatzabhängigen Notifizierungsgebühr, die bei einem Erst-Audit bestimmt wird. Für Waldbesitzer, deren Waldfläche größer als 15 Hektar ist, werden die Zertifizierungskosten mithilfe eines Hektarsatzes berechnet. Dieser beträgt jährlich 18 Cent je Hektar. Ist die Waldfläche kleiner als 50 Hektar, so bezahlen Waldbesitzer einen Pauschalbetrag von fünf Euro im Jahr.

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Warum lohnt sich eine PEFC-Zertifizierung?

Eine PEFC-Zertifizierung lohnt sich in hohem Maße, da es weltweit als eines der größten Waldzertifizierungssysteme angesehen wird und die Zertifizierung für Unternehmen sowie Waldbesitzer mit nur geringem Aufwand und niedrigen Kosten verbunden ist. Darüber hinaus bietet eine solche Zertifizierung weitere Vorteile.

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  • Konsumenten fragen zunehmend nach nachhaltig produzierten Produkten – die PEFC-Zertifizierung ermöglicht den Zugang zu solchen Märkten.
  • Durch Verwendung des PEFC-Logos auf den Produkten erfolgt eine Steigerung des Markenwerts, gerade in den Augen der Konsumenten, die stark auf Nachhaltigkeit achten.
  • Es bieten sich neue Vermarkungsmöglichkeiten dank des PEFC-Zertifikats
  • Der Nachhaltigkeitsaspekt wird immer wichtiger und Unternehmen, die diesen in Ihrer Unternehmenspolitik berücksichtigen, haben einen Vorteil gegenüber anderen Wettbewerbern auf dem Markt.
PEFC-Logo
Das PEFC-Logo zeigt Konsumenten und Endkunden, dass die Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen.

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Unterschiede zwischen PEFC und FSC

Beide Zertifizierungssysteme setzen sich für Nachhaltigkeit im Forstwirtschaftssektor ein und gewährleisten somit eine umweltfreundliche Herstellung von Produkten aus dem Rohstoff Holz. Dennoch gibt es einige Unterschiede zwischen beiden Zertifizierungen, die in der folgenden Tabelle aufgelistet sind.

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PEFC FSC
Gründung durch Waldeigentümer Skandinaviens, Deutschlands, Österreichs und Frankreichs Gründung durch Unternehmen, Umweltverbände und Gewerkschaften
Bundesweite Waldfläche, die das PEFC-Siegel besitzt: rund 7 Millionen Hektar Bundesweite Waldfläche, die das FSC-Siegel besitzt: über 1 Million Hektar
Vereinfachtes Zertifizierungsverfahren für große Waldgebiete – nur etwa 10 % der Fläche werden kontrolliert Jährliche Kontrollen jedes Forstbetriebs
Kostengünstig Weniger kostengünstig
Einsatz von Pflanzenschutzmitteln soll so gering wie möglich gehalten werden – keine genaue Angabe Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nur nach behördlicher Anordnung erlaubt
Wahrung der Interessen der Waldbesitzer steht im Vordergrund Waldeigentümer sind in der Minderheit

 

03.09.2019