Medien & Verlage

Axel Springer kauft für 660 Mio. Euro den britischen „The Telegraph“

Das Berliner Medienunternehmen Axel Springer verstärkt seine Präsenz im englischsprachigen Markt.

Der deutsche Medienkonzern Axel Springer hat eine Vereinbarung über den Kauf der britischen Telegraph Media Group geschlossen. Der Kaufpreis beträgt umgerechnet rund 660 Mio. Euro in bar.

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Nach einer jahrelangen Hängepartie um die Eigentümerschaft des Daily Telegraph hat Axel Springer das Rennen gemacht. Der Berliner Konzern, der in Deutschland unter anderem durch seine Marken Bild und Welt bekannt ist, einigte sich mit dem bisherigen Rechteinhaber RedBird IMI auf eine Übernahme der Telegraph Media Group (TMG).

Für Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner ist der Deal mehr als ein strategischer Zukauf, schließlich hatte man schon vor über 20 Jahren vergeblich versucht, das Traditionsblatt zu erwerben. Nun ist es gelungen. „Eigentümer dieser Institution des britischen Qualitätsjournalismus zu sein, ist Privileg und Verpflichtung zugleich“, konstatiert Döpfner.

Das erklärte Ziel ist ambitioniert: Axel Springer will den Telegraph „zum meistgelesenen und intellektuell inspirierenden, bürgerlich-konservativen Medium der englischsprachigen Welt machen“. Dabei soll auch ganz gezielt der US-Markt erschlossen werden. Die konzerneigenen Marken Politico und Business Insider sollen hierbei ihre Expertise einbringen. Darüber hinaus setzt Springer auf technologische Transformation: KI-gestützter Journalismus sowie Wachstum in den Bereichen digitale Werbung, Abonnements und Events stehen auf der Agenda.

Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung des britischen Department of Culture, Media and Sports (DCMS) sowie weiterer Behörden.