Polar Cutting Technologies (PCT) Maschinenbau unter Schutzschirmverfahren
von Redaktion,
Das Maschinenbauunternehmen Polar Cutting Technologies (PCT) Maschinenbau GmbH ist in der Insolvenz in Eigenverwaltung.(Bild: PCT)
Das Maschinenbauunternehmen Polar Cutting Technologies (PCT) Maschinenbau mit Sitz in Hofheim befindet sich in der Insolvenz. Wie die Frankfurter Neue Presse berichtete, wurden die Beschäftigten in einer Mitarbeiterversammlung darüber informiert, dass sich das Unternehmen in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung (Schutzschirmverfahren) begeben habe. PCT fertigt und entwickelt die Polar-Schneidmaschinen, deren Marke inzwischen zur Heidelberger Druckmaschinen AG gehört.
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Die Insolvenz in Eigenverwaltung soll eine strukturelle und wirtschaftliche Sanierung bei laufendem Betrieb trotz Liquiditätsproblemen ermöglichen. Der Geschäftsführung wird dabei ein gerichtlich bestellter Insolvenzverwalter zur Seite gestellt. Bei Polar in Hofheim, wo die Fertigung und Entwicklung stattfindet, sind derzeit rund 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der aktuellen Entwicklung betroffen. Hinzu kommen 25 Beschäftigte am Standort in Qingpu, einem Vorort von Shanghai, der dort direkt neben dem Werk von Heidelberg angesiedelt ist. Dieser Standort soll jedoch aufgegeben werden, wie der im Dezember neu eingesetzte Geschäftsführer Yorck Richter erklärte. Auch in Deutschland drohen betriebsbedingte Kündigungen.
Der Polar-Stammsitz in Hofheim, an dem PCT ansässig ist, ist bereits verkauft und muss Ende bis des Jahres verlassen werden. Inzwischen ist klar, dass das Unternehmen in eine Bestandsimmobilie ins 16 Kilometer entfernte Eschborn ziehen wird. Das künftige Firmengebäude sei bis 2023 von der japanischen Robotik-Firma Yaskawa genutzt worden, die in eine neue Zentrale nach Hattersheim umgezogen war.
Nach der Insolvenz der damaligen Polar-Gruppe im Jahr 2022 war das Unternehmen im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens saniert und an den österreichischen Finanzinvestor Sol Capital verkauft worden. Sol Capital hatte dabei die Produktionsgesellschaft Adolf Mohr Maschinenfabrik und die Polar‑Mohr Maschinenvertrieb übernommen und den Betrieb mit mehreren hundert Beschäftigten in Hofheim und Shanghai fortgeführt. Im Juli 2025 waren zudem Markenrechte, Technologie und geistiges Eigentum an der Marke Polar an die Heidelberger Druckmaschinen AG veräußert worden, die seitdem exklusiv den weltweiten Vertrieb und Service der Polar‑Produkte verantwortet.
Heidelberg teilte auch Nachfrage von print.de mit, es sei geplant, die Zusammenarbeit mit der PCT Maschinenbau GmbH fortzusetzen. Dazu stehe man im Austausch mit der Geschäftsleitung.“