Fujifilm zieht sich großflächig aus dem Großformat-Inkjet zurück
von Redaktion print.de,
Fujifilm stellt im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung den Vertrieb der Großformat-Inkjetdrucksysteme Acuity Prime (Flachbett) und Acuity Ultra (Super-Großformat, Rolle, im Bild) ein. (Bild: Redaktion print.de)
Fujifilm richtet sein Druckgeschäft neu aus und zieht sich in wesentlichen Teilen aus dem Segment der großformatigen Inkjetdrucksysteme (Large/Wide Format Printer) zurück. Schon zu Jahresbeginn hatte das Unternehmen zentrale Produktionssysteme im kommerziellen Inkjetdruck eingestellt. Damit vollzieht der Hersteller einen deutlichen Strategiewechsel hin zu margenstärkeren, rentableren Anwendungsfeldern.
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Strategische Neuausrichtung im Inkjet-Bereich
Im Fokus des Rückzugs steht insbesondere das Wide-Format-Geschäft. Branchenberichten zufolge betrifft der Verkaufsstopp die Produktlinien Acuity Prime (Flachbett) und Acuity Ultra (Super-Großformat, Rolle). Diese Systeme werden künftig nicht weitergeführt beziehungsweise nicht mehr aktiv vermarktet. Als Gründe gelten vor allem der anhaltend hohe Preisdruck sowie eine zunehmende Marktsättigung im Großformatsegment. Bestehende Maschinen sollen weiter unterstützt werden; Tinten, Service und Verbrauchsmaterialien bleiben laut Fujifilm verfügbar. Der bestehende Lagerbestand an Systemen soll bis Sommer 2026 abgebaut werden. Korrespondierend hierzu wird Fujifilm nicht auf der Fachmesse Fespa Global Print Expo Mitte Mai 2026 in Barcelona als Aussteller vertreten sein.
Fujifilm betont jedoch, nicht gänzlich aus dem Inkjet-Markt auszusteigen, sondern sich auf Bereiche zu konzentrieren, „die stärkere Rentabilität und Wachstumspotenzial bieten“. Als strategische Schlüsselprodukte für 2026 nennt das Unternehmen den Acuity Triton (wasserbasierende UV-Technologie Aquafuze) und die Jet Press FP790 für flexible Verpackungen.
Hintergrund: Über das Großformatgeschäft hinaus hatte Fujifilm bereits zu Jahresbeginn den Vertrieb seiner zentralen Inkjet-Produktionsplattformen eingestellt. Konkret betroffen sind die Modelle Jet Press 750S und Jet Press 1160CF. Für diese Systeme werden insbesondere in Europa seit April 2026 keine Neuverkäufe mehr realisiert. Darüber hinaus gilt der Schritt als Teil eines globalen Auslaufprozesses, bei dem auch in anderen Regionen keine neuen Installationen mehr erwartet werden. Beide Maschinen adressierten den kommerziellen Akzidenzdruck und galten lange als technologische Aushängeschilder im Inkjet-Portfolio von Fujifilm. Ihr Rückzug unterstreicht die Neuausrichtung des Unternehmens, das sich zunehmend von margenschwächeren Segmenten trennt.
Klar fokussierte Strategie
Mit dem Rückzug aus Teilen des Wide-Format- und Commercial-Print-Geschäfts verfolgt Fujifilm eine klar fokussierte Strategie. Künftig sollen vor allem industrielle Inkjet-Anwendungen, der Verpackungsdruck, spezialisierte Produktionslösungen und Softwarelösungen mit KI-Technologien im Mittelpunkt stehen. Beim kommerziellen Digitaldruckgeschäft liegt der Fokus künftig auf der Revoria-Serie, darunter die 5-Farben-Modelle EC2100 und SC285. In diesen Bereichen sieht das Unternehmen stabilere Wachstumschancen und bessere Ertragsperspektiven. Zugleich dürfte Fujifilm seine Stärken in der Entwicklung von Tinten, Druckköpfen und integrierten Systemlösungen weiter ausbauen.