Ergebnisse des Fespa Print Census 2025

Viele Druckdienstleister bei Automatisierung, KI und Nachhaltigkeit noch zurückhaltend

Mit dem brandaktuellen Aufruf zur Teilnahme am Fespa Print Census 2026, bei dem es thematisch um E-Commerce und Web-to-Print, Personalkrise- und Qualifikationslücken sowie Wachstumsmöglichkeiten, Preisdruck und Rentabilität gehen soll, hat die Fespa ein Executive Summary der Ergebnisse des Print Census 2025 veröffentlicht
Mit dem brandaktuellen Aufruf zur Teilnahme am Fespa Print Census 2026, bei dem es thematisch um E-Commerce und Web-to-Print, Personalkrise und Qualifikationslücken sowie Wachstumsmöglichkeiten, Preisdruck und Rentabilität gehen soll, hat die Fespa ein Executive Summary der Ergebnisse des Print Census 2025 veröffentlicht. (Bild: Fespa)


Die Ergebnisse des internationalen Fespa Print Census 2025 zeigen deutliche Unterschiede bei der Umsetzung von Automatisierung, Künstlicher Intelligenz und Nachhaltigkeit in der Druckbranche. Vor allem kleinere Druckdienstleister stoßen demnach bei Investitionen und Implementierung neuer Technologien an Grenzen.

 

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Transformation der Druckbranche erfolgt noch mit „gebremstem Schaum“

Die Fespa, weltweiter Dachverband von nationalen Verbänden für die Spezialdruck- und Werbetechnikbranche, hat zentrale Ergebnisse ihres Print Census 2025 veröffentlicht. Die Untersuchung basiert auf Angaben von 774 Unternehmen aus 89 Ländern und befasst sich im Kern mit den Themen Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit. Der Print Census wurde erstmals seit 2018 wieder durchgeführt und ist in einem neuen Format erschienen.

Ein prägendes Ergebnis der Studie ist, wenig überraschend, die kleinteilige Struktur der Branche: 75 Prozent der befragten Druckunternehmen beschäftigen weniger als 50 Mitarbeitende, knapp die Hälfte sogar zehn oder weniger. Laut der Fespa wirkt sich diese Unternehmensgröße unmittelbar auf die Transformationsgeschwindigkeit aus. Viele Betriebe müssten kurzfristige operative Anforderungen priorisieren, während langfristige Transformationsprojekte langsamer vorankämen.

Beim Thema Automatisierung zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Zwar gilt sie laut Studie als wichtiger Hebel, um Effizienz, Konsistenz und Skalierbarkeit zu verbessern. Dennoch gibt fast die Hälfte der befragten Druckdienstleister an, bislang keine Automatisierungslösungen einzusetzen. Wo Automatisierung bereits genutzt wird, betrifft dies vor allem Workflow-Tools, Web-to-Print-Plattformen und Prozesse in der Druckvorstufe.

Auch Künstliche Intelligenz ist in vielen Betrieben noch nicht fest in die Abläufe integriert. Rund 40 Prozent der Druckdienstleister nutzen laut Fespa bislang keine KI-Anwendungen. Die bisherige Nutzung beschränkt sich häufig auf klar abgegrenzte Einsatzfelder wie Designunterstützung, Farbmanagement oder einfache Planungsaufgaben. Als Hürden nennt die Studie unter anderem fehlendes internes Know-how, unklare Einstiegspunkte und begrenzte zeitliche Ressourcen.

Beim Thema Nachhaltigkeit ist das Problembewusstsein deutlich ausgeprägter als die Umsetzung. 92 Prozent der befragten Unternehmen bewerten Nachhaltigkeit als wichtig, aber nur 40 Prozent haben sie als zentrale strategische Priorität verankert. Besonders kleinere Betriebe sehen sich laut Studie durch höhere Materialkosten, begrenzte Einkaufsmacht und eine noch verhaltene Kundennachfrage ausgebremst.

Der Dachverband Fespa sieht über alle drei Themenfelder hinweg eine Lücke zwischen verfügbaren Lösungen und tatsächlicher Umsetzung. Während Anbieter zunehmend Automatisierungs-, KI- und Nachhaltigkeitslösungen entwickeln, fehlten vielen Druckdienstleistern die nötigen Ressourcen, Kenntnisse oder Strukturen für eine konsequente Einführung.

Der vollständige Report zum Fespa Print Census 2025 zu Automatisierung, KI und Nachhaltigkeit ist (nur) für Fespa-Mitglieder sowie angeschlossene Fespa-Verbände über die Fespa-Website zugänglich.


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