Hohe Energiekosten werden als eine der Ursachen genannt
Spezialpapier-Hersteller Coldenhove für insolvent erklärt
von Redaktion,
Coldenhove Paper in Eerbeek (Provinz Gelderland, Niederlande) gilt als eine der ältesten Papierfabriken der Welt. Die Geschichte der Fabrik reicht bis 1661 zurück.
Der niederländische Spezialpapier-Hersteller Coldenhove B.V. (Eerbeek) ist am 7. Mai 2026 von einem Gericht in Gelderland für insolvent erklärt worden. Anfang Mai hatte Coldenhove zunächst Zahlungsaufschub erhalten, doch weil die Papierfabrik ihren laufenden Verbindlichkeiten nicht nachkommen konnte, wurde das Insolvenzverfahren beantragt.
Durch die Finanzprobleme des Unternehmens sind die Arbeitsplätze von rund 110 Mitarbeitern gefährdet. Insolvenzverwalter Bavo König prüft derzeit Möglichkeiten für eine Übernahme oder einen Neustart des Betriebs. Das Ziel sei es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Coldenhove bleibt vorerst in Betrieb.
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Laut der zuständigen Gewerkschaft CNV waren es vor allem die hohen Energiekosten, die das Unternehmen in die Enge getrieben haben. Die US-Importzölle wirkten dann als Katalysator. Auch die Situation im Iran spielte laut der Gewerkschaft eine Rolle, weil dadurch Rohstoffe später oder schwerer geliefert werden konnten.
Coldenhove Paper gilt als eine der ältesten Papierfabriken der Welt. Die Geschichte der Fabrik reicht bis 1661 zurück, als die Familie Boshoff an der Eerbeekse Beek eine Papiermühle gründete. Das Unternehmen ist vor allem für Transferpapiere (Sublimationsdruck, Marke Jetcol), sterile Papiere für medizinische Anwendungen sowie weitere Spezialpapiere bekannt.