Beteiligung / Softwareindustrie

Durst Group übernimmt Mehrheit an CoCoCo Platform

Christoph Gamper, CEO und Miteigentümer der Durst Group.(Bild: Durst Group / Thomas Roetting)

Die Durst Group hat sich mehrheitlich an der Triple C Labs GmbH beteiligt, dem Unternehmen hinter der CoCoCo Platform. Damit stärkt Durst seinen Software- und KI-Stack Kyveris um eine herstellerübergreifende Datenschicht, die Druckmaschinen, Prepress-Systeme und Shopfloor-Software miteinander verbindet. CoCoCo soll dabei unabhängig und offen für Dritte bleiben – auch für Konkurrenten von Durst.

Die Durst Group hat am 8. Juli 2026 bekannt gegeben, dass sie eine Mehrheitsbeteiligung an der Triple C Labs GmbH übernommen hat. Das Unternehmen steht hinter der CoCoCo Platform, einer Software, die auf den Standards JDF und JMF aufbaut und Druckmaschinen, Prepress-Systeme und Software auf dem Shopfloor herstellerübergreifend vernetzt.

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Für Durst ist die Beteiligung eine gezielte Ergänzung des eigenen Software- und KI-Stacks Kyveris. Kyveris liefert bislang vor allem die Intelligenz rund um Physik, Farbe und Ablaufsteuerung einzelner Maschinen. CoCoCo bringt die horizontale Ebene dazu: ein System, das dafür sorgt, dass verschiedene Maschinen und Programme dieselbe Sprache sprechen, wenn es um Aufträge, Produkte oder Ressourcen geht. Alles, was darauf aufbaut – Dashboards, Automatisierung oder KI-Anwendungen – greift auf dieses gemeinsame Datenmodell zu.

Trotz der Mehrheitsbeteiligung soll CoCoCo Platform als eigenständiges Unternehmen mit eigener Marke, eigener Führung und bestehenden Kundenverträgen weiterarbeiten. Das Unternehmen bleibt laut Durst herstellerneutral und offen für andere OEMs, Softwareanbieter und Druckbetriebe. Diese sollen von der Investition profitieren, weil sich dadurch die Weiterentwicklung der Plattform beschleunigen lässt – etwa durch schnellere Updates und mehr Integrationen mit anderen Systemen.

Christoph Gamper, CEO und Miteigentümer der Durst Group, erklärt den Schritt so:

„Die richtige Antwort auf komplexe Produktionslandschaften ist selten mehr Maschinen. Es ist mehr Klarheit über die Maschinen, die bereits laufen. CoCoCo hat genau das gebaut: eine gemeinsame Datensprache, die Druckmaschinen, Prepress-Systeme und Shopfloor-Software tatsächlich teilen können. Dashboards, Automatisierung, KI-Assistenten sind alles nachgelagerte Fragen. Stimmt das Datenmodell, folgt der Rest von selbst. Wir bündeln unsere Kräfte, um die Roadmap zu beschleunigen. Und wir halten die CoCoCo Platform offen, denn ein Datengeflecht, das nicht offen ist, ist kein Geflecht. Es ist ein Zaun.”

Karl Ciz, Mitgründer von CoCoCo Platform und Triple C Labs, betont ebenfalls die Unabhängigkeit des Unternehmens:

„Das Team von CoCoCo freut sich sehr über die Partnerschaft mit der Durst Group. Schon beim ersten Gespräch war klar, dass wir eine gemeinsame Vision für die vernetzte Zukunft des Drucks teilen, und eine Partnerschaft wurde unausweichlich. Ein offenes Ökosystem ist nicht nur eine strategische Entscheidung, sondern eine Voraussetzung für bedeutsame Innovation. Wir freuen uns darauf, Dursts Kyveris-Stack mit unserem Datengeflecht zu stärken, bleiben dabei aber wirklich agnostisch und herstellerneutral. Diese Investition schränkt uns nicht ein, sondern beschleunigt unsere Roadmap und ermöglicht es uns, die CoCoCo Platform zu skalieren und viele weitere Dritt-OEMs, Softwareanbieter und Druckdienstleister weltweit zu erreichen.”

Die operative Führung von CoCoCo, bestehende Kundenverträge und Partnerschaften bleiben von der Transaktion unberührt. Über die finanziellen Details der Beteiligung machten beide Unternehmen keine Angaben.