Schließung des Druckzentrums Hagen voraussichtlich bis Mitte 2027
von Redaktion,
Das Zeitungs-Druckzentrum der Funke Mediengruppe in Hagen-Bathey soll voraussichtlich bis Mitte 2027 geschlossen werden.(Bild: Website)
Die Funke Mediengruppe (Essen) will ihr Geschäftsmodell “weiter auf die Zukunft des digitalen Medienmarktes ausrichten”. Deshalb plant das Unternehmen, sein Zeitungs-Druckzentrum in Hagen-Bathey voraussichtlich bis Mitte 2027 zu schließen. Diese Planung werde vorbehaltlich der Abschlüsse von Interessenausgleich und Sozialplan umgesetzt, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung. Betroffen sind rund 70 Beschäftigte, die derzeit in der Druckzentrum NRW GmbH arbeiten.
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Mit einer “digitalen Wachstumsstrategie” will die Funke Mediengruppe nach eigener Aussage künftig gezielt in den Ausbau digitaler Geschäftsmodelle investieren und ihre Strukturen “an den veränderten Bedürfnissen von Leserinnen und Lesern sowie Werbekund*innen ausrichten”. Die Veränderungen im Mediennutzungsverhalten und der damit verbundene Wandel der Branche würde sich “trotz des großen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht aufhalten lassen”, schreibt Funke.
Weil sich die Rahmenbedingungen im Druckgeschäft seit Jahren signifikant verändern würden, plane das Unternehmen, die Druckproduktion ihrer in Nordrhein-Westfalen erscheinenden Titel künftig extern zu vergeben. In Nordrhein-Westfalen gibt Funke unter anderem die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), die Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (NRZ), die Westfalenpost (WP) und die Westfälische Rundschau (WR) heraus.
Die ersten Gespräche mit den Sozialpartnern haben laut Funke Mediengruppe begonnen. „Unser Dank gilt allen Mitarbeitenden, die seit vielen Jahren erstklassige und verlässliche Arbeit geleistet haben. Sie haben entscheidend zu der zuverlässigen Produktion unserer Zeitungen beigetragen“, sagt Christoph Rüth, für die Regionalmedien zuständiger Konzerngeschäftsführer von FUNKE.
Druckzentrum in Braunschweig soll “entwickelt” werden
Ganz will sich die Funke Mediengruppe aber nicht aus dem Druck verabschieden. Unabhängig von den Überlegungen zum Standort Hagen-Bathey planen die Funke Regionalmedien demzufolge “ihre Unabhängigkeit im Printbereich durch die weitere Entwicklung des Druckzentrums Niedersachsen in Braunschweig sicherzustellen”. In diesem Zusammenhang werde auch die Übernahme von Teilen des Hagener Druckvolumens in Braunschweig geprüft.
Die WAZ zitiert in ihrem Bericht über die Schließung auch den stellvertretenden Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Berlet: „Wir haben immer loyal zu Funkegestanden. Das ist für uns ein Schlag ins Gesicht. Viele von uns haben noch einige Jahre bis zur Rente. Jetzt droht die Arbeitslosigkeit.“ Der NRW-Geschäftsführer der Journalistengewerkschaft DJV, Volkmar Kah, spricht von einer „absoluten Tragödie“. Auch wenn man perspektivisch mit einem solchen Schritt habe rechnen müssen, erfülle er ihn dies zum jetzigen Zeitpunkt mit Sorge: „Print ist auch bei Funke immer noch Umsatzbringer Nummer eins. Mit der Entscheidung, nicht mehr in Westfalen zu drucken, schwächt Funke sein Produkt. Und damit auch den Standort Südwestfalen.“
Für Hagen bedeutet die Entscheidung das Ende einer langen Ära. Das Druckzentrum gehört seit den 1970er Jahren zur Funke-Mediengruppe. Aktuell sind dort noch neun Wifag-Zeitungsrotationen installiert, die je 48 Seiten in zwei unterschiedlichen Broadsheet-Formaten 4/4-farbig drucken können. Die Funke-Zeitungsdruckerei in Essen war bereits Anfang der 2020er-Jahre geschlossen worden um den Standort Hagen besser auszulasten.