Europapremiere für die Revoria Press PC2120

Fujifilm und creart setzen auf neue Produktionsmöglichkeiten

Trafen eine Systementscheidung für die Zukunft: Torsten Gröger (Prokurist bei der creart Neidhardt Werbe GmbH, rechts) und Björn Girgert (Fujifilm).

Mit der Installation einer Fujifilm Revoria Press PC2120 bei der creart Neidhardt Werbe GmbH in Fulda erledigt erstmals ein Nachfolgemodell der Revoria Press PC1120 seine Arbeit auf europäischem Boden. Torsten Gröger ist der Prokurist des hessischen Druckspezialisten, und um zu erklären, warum sich sein Unternehmen für die Fujifilm-Innovation entschieden hat, muss man ein wenig ausholen.

creart wurde 1970 von Torsten Grögers Schwiegervater Ernst Neidhard und einem Freund als Designbüro gegründet. „creart war nie eine Druckerei, sondern von Anfang an eine Full-Service-Agentur“, erklärt Gröger. Im Laufe der Jahre wuchs das Unternehmen zu einem Betrieb, der den gesamten Weg von der Idee bis zum fertigen Produkt im eigenen Haus abbildet. Das zeigt die 35-köpfigen Belegschaft, zu der neben Druckhausmitarbeitern auch Designer und eine Fotografin zählen. Von der Entwicklung eines Corporate Designs bis zum fertigen haptischen Produkt bleibt damit alles in einer Hand. Zu den Kunden zählen Marken und Konzerne wie McDonald‘s, Lufthansa und Bionade.

Anzeige

Die Produktion versteht sich als Problemlöser für Aufgaben, bei denen Standardlösungen an ihre Grenzen stoßen. Das können speziell entwickelte Werbemittel sein, aber auch technische Anwendungen: „Für einen Kunden fertigen wir witterungsbeständige Kennzeichnungsaufkleber für Aluminiumgehäuse, die Temperaturen von minus 25 bis plus 60 Grad standhalten müssen. Das klingt nicht spannend“, schmunzelt Torsten Gröger, „ist es aber, wenn sie halten sollen.“ Häufig arbeitet das Unternehmen auch als verlängerte Werkbank für Agenturen, Partner-Druckereien und Papierhersteller, wenn es um das Besondere geht. Beim Thema Besonderes geht es schnell um Farbraum und Lacke – und damit zunächst um den Offsetdruck, der bislang den Schwerpunkt bildete. Neben dem klassischen Vierfarbdruck wird hier mit Dispersions- und UV-Lackierungen, Deckweiß und UV-Spotlack gearbeitet, vieles in einem Durchgang bei Grammaturen zwischen 45 und 1.200 g/m². Zum Einsatz kommen je nach Job konventioneller Offsetdruck, LE-UV oder UV-Druck. Und damit kommt Torsten Gröger zu Björn Girgert, Gebietsleiter Süd-West bei Fujifilm.

Die Fujifilm Revoria Press PC2120 bei der creart Neidhardt Werbe GmbH in Fulda ist die europaweit erste Installation des neuen Modells.

Grün gab den Ausschlag!

„creart war vor Jahren schon an der PC1120 interessiert“, so Girgert. Doch damals winkte Torsten Gröger ab. „Durch das seinerzeit neue Pink“, erinnert der sich, „wurde der Farbraum für unsere Bedürfnisse nicht spürbar vergrößert.“ Die Druckqualität allerdings wusste er schon damals zu schätzen. Das System passte einfach für die damaligen Bedürfnisse nicht. Dann kündigte Fujifilm die PC2120 an: „Mit Pink und jetzt auch Grün als zusätzlichen Farben lässt sich ein deutlich größerer Farbraum abbilden und damit ein wesentlich größerer Teil dessen, was Kunden heute auf ihren Monitoren im RGB-Farbraum sehen.“

Genau das war für Gröger entscheidend. Denn die Maßstäbe setzen heute vor allem Grafiker, Designer und Marketingverantwortliche, die ihre Kommunikation am Bildschirm entwickeln und Farben im RGB-Farbraum beurteilen. CMYK ist für sie zunächst keine gestalterische Vorgabe, sondern die technische Übersetzung ins Druckverfahren. Was auf dem Monitor leuchtet, soll auf dem Papier nicht plötzlich stumpf aussehen. „Wir müssen schauen, dass wir die Substratvielfalt, das Thema Deckweiß, Folien, Gold, Silber und den erweiterten Farbraum in Zukunft abdecken“, erklärt Gröger die Herausforderung. Die neue Maschine sollte also die Lücke zwischen digitaler Gestaltung und gedrucktem Ergebnis so gering wie möglich machen. Gleichzeitig eröffnet die Revoria Press PC2120 wirtschaftliche Spielräume.

Das Sechsfarbwerk der Revoria Press PC2120 ermöglicht bei creart einen deutlich vergrößerten Farbraum durch den Einsatz von Pink und Grün.
Beim Besuch der Grafischen Palette in Fulda spielte während des Druckvorgangs Weiß für den aktuellen Auftrag eine entscheidende Rolle.
Dank des neuen KI-gestützten Substrat-Profilers dauert die Papiereinrichtung gerade einmal vier Minuten.
Alles in einem Arbeitsgang: Ausgabe einer fertigen Broschüre an der Plockmatic BK 435e.

Neuer KI-gestützter Substrat-Profiler

So verfügt die Maschine beispielsweise über einen hochmodernen Substrat-Profiler, der die Papiereinrichtung im Produktionsdruck revolutioniert. Die auf Fujifilm-eigener Technologie basierende Lösung macht das Experimentieren mit Einstellungen überflüssig und reduziert den Zeitaufwand für die Auftragsvorbereitung. Die Einrichtung für das Papier, die normalerweise 22 Minuten dauert, ist nun in vier Minuten erledigt und erfordert kein Spezialwissen.

Der All-in-One-Profiler misst physikalische Papiermerkmale (Sorte, Strich, Grammatur zwischen 52 und 400 g/m²) und erfasst sogar die Papierfarbe zur automatischen Einstellung der optimalen Druckparameter. Er unterstützt vielfältige Substrate, darunter Normalpapier, geprägtes Papier, Folien, Klarsichtfolien und sogar diverse Metallic-Papiere.

Die Mustertafel (links) veranschaulicht, wie sich mit dem erweiterten Farbraum im Vergleich zu herkömmlichem CMYK deutlich größere und brillantere Farbspektren abbilden lassen. Ein farbintensives Testmotiv (rechts) zeigt, wie der erweiterte Farbraum mit Pink und Grün auf dem Papier leuchtet.

Inline-Weiterverarbeitung mit Plockmatic

Zur weiteren Prozessautomatisierung ist die Maschine zusätzlich mit der Broschürenfertigung Plockmatic BK 435e ausgestattet. Damit können gedruckte Bögen direkt in der Kette gefalzt, geheftet und zu hochwertigen Broschüren verarbeitet werden, was manuelle Zwischenschritte überflüssig macht.

Der Weg zur Entscheidung führte schließlich über umfangreiche Tests. „Wir haben uns das System im Showroom in Ratingen sehr genau angesehen und mit unseren eigenen Anwendungen getestet“, erzählt Gröger. Was ihn besonders reizt, ist die Kombination aus unterschiedlichen Grammaturen, einer großen Substratvielfalt und den Möglichkeiten der Veredelung. Gerade bei ungewöhnlichen Materialien (von Folien und synthetischen Bedruckstoffen bis hin zu schweren Kartonagen) und kleinen Auflagen kann die Maschine definitiv ihre Stärken ausspielen.

TECHNISCHE FEATURES

Das Druckwerk der Fujifilm Revoria Press PC2120 arbeitet mit einer Auflösung von 2.400 × 2.400 dpi und erreicht bis zu 120 A4-Seiten pro Mi-nute. Standardmäßig verarbeitet die Maschine Bedruckstoffe von 52 bis 400 g/m² und Formate bis 330 × 488 mm; mit entsprechender Ausstattung sind Langbogen bis 330 × 1.300 mm möglich. Das Sechsfarbwerk kombiniert CMYK mit Pink und Grün. Zusätzlich stehen Sondertoner wie Gold, Silber, Weiß, Clear und Textured Paper zur Verfügung. Die automatische Farbseparation kann RGB-Daten in die benötigten CMYK-, Pink- und Grün-Ebenen aufteilen; eine Vorschaufunktion zeigt die Wirkung der Sondertoner bereits am Bildschirm. KI-gestützte Funktionen erkennen Bildmotive und optimieren beispielsweise Helligkeit, Kontrast und Sättigung. Der neue KI-gestützte Substrate Profiler automatisiert die Zeit für die Papiereinrichtung. Er misst physikalische Papiermerkmale (Sorte, Strich, Grammatur) und erfasst sogar die Papierfarbe. Während des Drucks überwacht das Smart Monitoring Gate Papierfarbe und Register und korrigiert Abweichungen automatisch. Optional prüft ein Print Inspection System die Drucke zudem in Echtzeit auf Fehler und kann Texte sowie Barcodes gegen Referenzdaten kontrollieren.

Kontakt:

Fujifilm
www.fujifilm.com/de

creart
www.creart.de