Ink2Heart hat in einen Direct-to-Object-Flachbettdrucker X5-T High Throw von Inkcups investiert, um Thermogetränkebehälter aus Edelstahl auf Bestellung zu personalisieren. Das 2025 gegründete Unternehmen aus Sachsen bedruckt damit Einzelstücke und Kleinserien im selben Produktionsablauf wie größere B2B-Aufträge. Die Maschine ist die erste Investition des Start-ups und soll die Basis für weitere Anwendungsfelder bilden.
Ink2Heart wurde 2025 mit dem Ziel gegründet, die Produktpersonalisierung für Verbraucher und B2B-Kunden wirtschaftlich tragfähiger zu machen. Gründer und Geschäftsführer Richard Müller, der auf 20 Jahre Erfahrung in der Druckbranche verweist, wollte dafür den Digitaldruck nutzen und einen neuen Fertigungsansatz verfolgen. Das führte ihn zum Direktdruck auf Objekte.
„Bei herkömmlichen Druckverfahren können Rüstzeiten, Werkzeuge und andere Produktionsschritte die Herstellung sehr kleiner Auflagen wirtschaftlich schwierig machen“, erklärt Müller. „Mit dem digitalen Direktdruck auf Objekte können wir den Inhalt von einem Produkt zum nächsten ändern. Ein Kunde könnte 100 Flaschen bestellen, und jede Flasche kann einen anderen Namen tragen. Für uns sind das nicht 100 komplizierte Einzelaufträge. Es ist ein einziger digitaler Produktionsauftrag, der 100 einzelne Produkte umfasst.“
Auswahl nach monatelanger Recherche
Der Entscheidung für den X5-T High Throw ging nach Unternehmensangaben eine monatelange Recherche zur Direct-to-Object-Technologie voraus. Bewertet wurden dabei Druckqualität, Flexibilität, Produktivität und die Bandbreite der bedruckbaren Objekte. „Wir brauchten eine Lösung, die zu unserem Geschäftsmodell passt – kleine Auflagen, Einzelstücke, unterschiedliche Produkte und gleichzeitig professionelle Druckqualität. Der X5-T High Throw passte sehr gut dazu“, sagt Müller.
Ausschlaggebend war aus seiner Sicht nicht allein die Technik. „Ich wollte nicht einfach nur eine Maschine kaufen“, so Müller. „Es war wichtig, dass der Hersteller Service und Support ernst nimmt. Ich wollte einen Partner, der uns auch bei der Installation, der Inbetriebnahme und dem Produktionsstart unterstützt.“ Die Unterstützung durch Inkcups habe entscheidend dazu beigetragen, schnell die volle Produktivität zu erreichen. „Die Tatsache, dass wir so schnell nach der Installation in die eigentliche Produktion einsteigen konnten, bestätigte, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten“, sagt er. „Die Maschine hatte sofort begonnen, Umsatz für das Unternehmen zu generieren.“
Edelstahlbehälter mit gekrümmten Oberflächen
Im Fokus der Produktion stehen personalisierte Thermogetränkebehälter aus Edelstahl – Flaschen, Becher, Thermotassen und Shaker – für Privatkunden, Unternehmen, Vereine, Trainer und Veranstaltungen. Die Motive reichen von einzelnen Namen oder Logos bis zu mehrteiligen Designs. Dabei ist laut Hersteller die Fähigkeit des X5-T High Throw maßgeblich, hochwertige Grafiken mit einer Umhüllung von bis zu 25 Prozent auf gekrümmten oder unebenen Oberflächen zu drucken.
Über das Kernsegment hinaus hat Ink2Heart bereits weitere Objekte bedruckt, darunter eine Bohrmaschine. „Wir wollten keine Maschine, die nur für eine bestimmte Anwendung perfekt geeignet ist“, sagt Müller. „Wir wollten eine Maschine, mit der wir unser Geschäftsmodell weiterentwickeln können.“ Nach Darstellung des Unternehmens lässt sich damit ein einzelner Becher personalisieren und unmittelbar danach ein Auftrag über mehrere hundert Produkte mit jeweils unterschiedlichem Design abwickeln. „Ein Produkt mit einem individuellen Namen ist für uns genauso ein regulärer Produktionsauftrag wie ein größerer B2B-Auftrag“, so Müller. „Das ist einer der größten Vorteile der Maschine.“
Produktion auf Bestellung statt Lagerhaltung
Die flexible Produktion ist auch Teil des Nachhaltigkeitsansatzes des Unternehmens. „Nachhaltigkeit beginnt damit, was und wie viel produziert wird. Unser Geschäftsmodell basiert darauf, Produkte auf Bestellung zu personalisieren. Das bedeutet, dass wir keine großen Mengen produzieren und auf Lager halten müssen. Wir produzieren, was tatsächlich bestellt wird“, erklärt Müller. Einen pauschalen Nachhaltigkeitsvorteil des Digitaldrucks will er daraus nicht ableiten: „Wir behaupten nicht, dass der Digitaldruck automatisch nachhaltig ist. Die Technologie ermöglicht jedoch ein Produktionsmodell, das dazu beitragen kann, Überproduktion und unnötige Lagerbestände zu reduzieren.“
Weitere Schritte geplant
Ink2Heart will sich als Anbieter personalisierter On-Demand-Produkte in Deutschland etablieren; die Investition sieht Müller dabei als Ausgangspunkt. „Es war ein wichtiger Baustein, der die Umsetzung unseres gesamten Geschäftsmodells erst möglich gemacht hat“, sagt er. „Der X5-T High Throw gibt uns die Möglichkeit, das, was wir mit Ink2Heart erreichen wollen, in die Praxis umzusetzen – nämlich die Flexibilität individueller Personalisierung mit der Qualität und Effizienz professioneller industrieller Produktion zu verbinden.“
Inkcups Europe mit Sitz in Freudenberg liefert digitale Inkjet-Systeme, Tampondruckmaschinen, Laser-Plattenbelichter und zugehöriges Zubehör und betreibt dort Direktvertrieb, technischen Support und Lager. Die Maschinen des Herstellers kommen unter anderem in der Bekleidungs-, Trinkgefäß-, Werbeartikel-, Elektronik-, Medizin-, Sportartikel- und Automobilbranche zum Einsatz.