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Druckplattenlogistik

Wie Stibo die Platten-Logistik mit Beil-Technik automatisiert

Der Beil-Roboter versorgt bei Stibo Complete in Katrineholm zwei Avalon-N24-Linien mit Druckplatten.

2020 startete Stibo Complete in Horsens ein Projekt, das seinerzeit als weltweit erste robotergestützte Beschickungslösung für CTP-Systeme vorgestellt wurde. Inzwischen kommt das Konzept auch in Katrineholm und Meldorf zum Einsatz. Die drei Standorte zeigen, wie aus einer kundenspezifischen Idee ein übertragbares Produktionsmodul entstand – und welche Rolle die Druckplattenlogistik von Beil bei dieser Entwicklung spielt.

Am Standort Meldorf hat EversFrank seine Druckplattenproduktion neu organisiert. Zwei Plattenbelichterlinien vom Typ Avalon N48-50 SD, ein robotergestützter Plattenbelader und eine vollautomatische Stapellösung bilden einen durchgängigen Produktionsablauf.

Der Sechsachsroboter nimmt die unbelichteten Platten direkt von den Paletten auf, entfernt das Zwischenlagepapier und führt die Platten den Belichtern zu.

Die Installation ist Teil einer Investition von rund zwei Millionen Euro in die Druckvorstufe am Standort Meldorf. Gleichzeitig bildet sie das dritte Kapitel einer Entwicklung, die im dänischen Horsens begann und im schwedischen Katrineholm fortgesetzt wurde. 2020 startete Stibo Complete in Horsens ein Projekt, das seinerzeit als weltweit erste robotergestützte Beschickungslösung für CTP-Systeme vorgestellt wurde. Inzwischen kommt das Konzept auch in Katrineholm und Meldorf zum Einsatz. Die drei Standorte zeigen, wie aus einer kundenspezifischen Idee ein übertragbares Produktionsmodul entstand – und welche Rolle die Druckplattenlogistik von Beil bei dieser Entwicklung spielt.

Ausgangspunkt Horsens

Als Stibo Complete 2020 in Horsens das nach eigenen Angaben weltweit erste robotergestützte Beschickungssystem für CTP-Anlagen einführte, versorgte der Plattenbelader zwei Avalon-N36-Belichter mit unterschiedlichen Plattenformaten. Im Mittelpunkt standen die sichere Handhabung der Druckplatten sowie die Abstimmung von Steuerungen und Schnittstellen. Die dort gewonnenen Erfahrungen flossen in die nachfolgenden Projekte ein.

Roland Beil, Geschäftsführer der Beil-Registersysteme GmbH: „Es gab einen klaren Bedarf an einem VLF-Palettenbelader für unterschiedliche Formate, aber niemand wollte der Erste sein. Stibo wandte sich an Agfa – heute Eco3 – und signalisierte Investitionsbereitschaft, sofern ein praktikables Konzept vorgelegt werden konnte. Agfa und Beil entwickelten daraufhin gemeinsam eine überzeugende Lösung, noch bevor überhaupt ein Auftrag erteilt worden war. Daraus entstand schließlich die weltweit erste Installation dieser Art.“

Katrineholm liefert messbare Erfahrungen

Am schwedischen Standort Katrineholm wurde das Konzept 2025 um zwei neue Avalon-N24-Linien, einen Sechsachsroboter und eine Plattenstapellösung von Beil erweitert. Nach Angaben von Stibo Complete und Eco3 kann der Roboter unterschiedliche Plattenformate verarbeiten und bis zu 80 Platten pro Stunde zuführen. Der tatsächlich nutzbare Durchsatz hängt von der Leistungsfähigkeit der Gesamtanlage ab.

Besonders deutlich zeigt sich der ergonomische Vorteil: Nach Berechnungen von Stibo Complete mussten die Beschäftigten im bisherigen Prozess pro Jahr rund 55 Tonnen an Druckplatten heben. Größere Aufträge können nun zudem über die regulär besetzten Arbeitszeiten hinaus weiterproduziert werden. Die dadurch frei werdende Zeit lässt sich verstärkt für Datenverarbeitung und Kundenkommunikation nutzen.

Niels Henrik Nielsen, Head of Prepress Group, Stibo Complete: „Der größte Vorteil ist die stabile Produktion rund um die Uhr. Besonders deutlich wird das beim Umgang mit den Zwischenlagepapieren zwischen den Platten. Diese werden flach in einem Wagen abgelegt, sodass bis zu 3.000 Bögen gesammelt werden können, bevor der Wagen geleert werden muss. Zuvor kam es bei den VLF-CTP-Anlagen immer wieder zu Stillständen aufgrund von Problemen mit dem Zwischenlagepapier. Dadurch ging wertvolle Produktionszeit verloren. Um eine kontinuierliche Produktion aufrechtzuerhalten, war es deshalb häufig notwendig, rund um die Uhr Personal vor Ort zu haben. Heute produziert der Roboter einfach weiter – und braucht keine Kaffeepause. Eine nächtliche Besetzung der CTP-Abteilung ist nicht mehr erforderlich, da die Drucker bei Bedarf selbst eine Ersatzplatte produzieren können.“

Haben das Pilotprojekt bis zum Gruppenstandard entwickelt (v.l.n.r.): Ulrich Jung, Leitung Zentrale Vorstufe, Evers & Evers GmbH & Co. KG, Niels Henrik Nielsen, Head of Prepress Group, Stibo Complete, Roland Beil, Geschäftsführer Beil-Registersysteme GmbH, und Michael Hafemann, COO Industrial Business, Evers & Evers GmbH & Co. KG.

Meldorf übernimmt und erweitert das Konzept

Die Installation in Meldorf überträgt die bisherigen Erfahrungen auf eine Druckvorstufe, die besonders große Formate verarbeitet. Der Robotic Loader versorgt zwei Avalon-N48-Systeme und ist für Druckplatten mit einer Breite von bis zu 2,6 Metern ausgelegt. Jeweils zwei Druckplatten im 70/100-Format können gleichzeitig an einen Plattenbelichter übergeben werden. Über beide Linien hinweg können somit vier Platten parallel in den Belichtungsprozess gelangen. Die zentrale Steuerung ist in den Apogee-Workflow integriert.

In Meldorf umfasst die Lösung darüber hinaus den automatisierten Weitertransport und das geordnete Stapeln der belichteten Platten. Neben dem Durchsatz zählen für den Standort vor allem Verfügbarkeit, einfache Bedienbarkeit und die sichere Handhabung unterschiedlicher Formate.

Meldorf gehört seit dem Zusammenschluss von Stibo Complete und EversFrank im Jahr 2023 zur gemeinsamen Unternehmensgruppe. Die Investition zeigt, wie technische Erfahrungen standortübergreifend genutzt werden können. Was in Horsens als Pilotprojekt begann, wurde in Katrineholm unter anderen Produktionsbedingungen weiterentwickelt und in Meldorf erneut an Formatmix, Platzverhältnisse und erforderliche Leistung angepasst.

Standardisierung ohne identische Anlagen

Die drei Installationen folgen demselben Grundprinzip, sind jedoch keine identischen Kopien voneinander. Plattenformate, Belichtertypen, räumliche Gegebenheiten und nachgelagerte Prozesse unterscheiden sich. Das übertragbare Konzept basiert deshalb auf klar definierten Schnittstellen und bewährten Modulen, die an die jeweiligen Anforderungen des Standorts angepasst werden.

Der wirtschaftliche Nutzen hängt davon ab, dass Materialfluss, Software, Sicherheit und Arbeitsorganisation gemeinsam geplant werden. Auf das Pilotprojekt in Horsens folgten daher zwei gezielt auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnittene Weiterentwicklungen in Katrineholm und Meldorf.

TECHNISCHE AUSSTATTUNG

Horsens, Dänemark:
Zwei Avalon-N36-Plattenbelichter mit Multiformat-VLF-Palettenlader; Rollenoffsetanlagen der 16-, 72- und 80-Seiten-Klasse sowie KBA/Heidelberg Bogenoffsetmaschinen.

Katrineholm, Schweden:
Zwei Avalon-N24-Linien mit Sechsachsroboter und Beil-Abstapellösung; Rollenoffsetanlagen für 32 und 48 Seiten sowie Heidelberg Bogenoffsetmaschinen.

Meldorf, Deutschland:
Zwei Avalon-N48-50-SD-Systeme mit Beil Robotic Loader sowie automatisiertem Transport und Abstapeln; drei Heatset-Rollenoffsetanlagen für 40, 64 und 80 Seiten sowie Heidelberg Bogenoffsetmaschinen.