Produkt: Deutscher Drucker 7/2020
Deutscher Drucker 7/2020
Schwerpunkt: VERPACKUNGPRODUKTION +++ Folienkaschierung von Digitaldrucken +++ Potenzial im Tiefdruck? +++ Alternative Metallic-Effekte
Zuvor ging der Digitaldruckbereich an Better Ventures Group

Bosch Druck übernimmt Offsetdruckbereich der Straub Druck+Medien AG

Bosch Druck übernimmt Industriegeschäft der Straub Druck+Medien AG
Bosch Druck in Ergolding bei Landshut hat den Industriedruck, das heißt den Offsetdruckbereich der Straub Druck+Medien AG übernommen.

Nachdem die Straub Druck+Medien AG ihren Digitaldruckbereich mitsamt der Marke Metaprint24 zum Jahreswechsel an die Better Ventures Group verkauft hat, wird nun bekannt, dass der Offsetdruckbereich – ebenfalls seit 1. Januar – zur Bosch Druck Solutions GmbH (Ergolding bei Landshut) gehört.

Der bisherige Standort Schramberg-Sulgen solle weitergeführt werden, wie der „Schwarzwälder Bote“ unter Berufung auf Bosch-Druck schreibt. Allerdings, so heißt es in einer Stellungnahme von Francisco Martinez, Vorstandsvorsitzender der Straub Druck + Medien AG, ist eine Verlegung der Offset-Produktion nach Bayern geplant. Diese solle in den nächsten Monaten umgesetzt werden. Von Schramberg aus würden damit künftig vor allem Prepress-, Vertriebs- und andere administrative Aufgaben für Bosch Druck erledigt.

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Vorstandsmitglied Thomas Haberstock erklärte gegenüber der Neuen Rottweiler Zeitung, dass die vorhandene Offsetdruckmaschine nach wie vor zu Straub Druck gehöre, aber im Laufe des Jahres verkauft werden soll – an Bosch Druck, wie Francisco Martinez auf Nachfrage von print.de bestätigt. Mit der Offsetdruckmaschine sollen ebenso die Schneidanlage, Falzmaschinen, Belichter und der digitale Sammelhefter an Bosch Druck veräußert werden.

Wie es von Seiten des Unternehmens heißt, seien 70 der zum Jahreswechsel 130 bei Straub Druck beschäftigten Mitarbeiter inzwischen bei der Better Print Production GmbH angestellt, die aus dem Verkauf des Digitaldruckbereichs an Better Ventures entstanden ist. 33 Mitarbeiter aus Vertrieb und Prepress würden zu Bosch Druck wechseln. Die anderen Mitarbeiter, die bisher in der Offsetproduktion von Straub Druck beschäftigt waren, haben nach Aussage von Martinez, der nun Geschäftsführer der Better Print Production GmbH ist, weiterhin die Möglichkeit, dorthin zu wechseln.

Hintergrund

Die Straub Druck + Medien AG, die aus dem klassischen Offsetdruck kommt, hat in den letzten zehn Jahren vor allem in Digitaldruck-Technologien investiert und sich zu einem modernen Digitaldruck-Dienstleister entwickelt. Mit dem Kunden „Kartenmacherei“ habe man zudem schon 2012 einen Kunden gefunden, auf den der Großteil des Digitaldruck-Geschäfts gründete. Wachstumsraten von durchschnittlich 25 Prozent pro Jahr – und wie Francisco Martinez erklärt, aktuell gar 40 Prozent – hätten das Unternehmen aber in eine ebenso „glückliche wie auch gefährliche Lage“ versetzt. Allein 2019 investierte Straub Druck vier Millionen Euro in die Bereiche Digitaldruck, Druckveredelung und Logistik (print.de berichtete). „Investitionen in dieser Höhe – ohne absolute Konzentration auf einen Geschäftszweig und ohne Investor – wären wegen einer möglichen Überschuldung zunehmend gefährlich für das Unternehmen“, erklärt Martinez. So habe man bereits im März 2019 beschlossen, nach Investoren und Partnern zu suchen und sich von einem Teil der Offsetabteilung zu trennen.

Verschiedene Lösungen für Offset- und Digitaldruckbereich

Mit dem Verkauf des Digitaldruckbereichs an Better Ventures (print.de berichtete) und der Gründung der Better Print Production GmbH sei nun, so der Geschäftsführer Francisco Martinez, „eine Fokussierung auf das Onlinegeschäft“ möglich. Mit dem Venture Builder im Hintergrund seien zudem weitere Investitionen einfacher möglich. Martinez rechnet mit einer Verdoppelung von Umsatz und Belegschaft bis zum Jahr 2023.

Die Verhandlungen über den Verkauf des Offsetdruckbereichs von Straub Druck hätten sich jedoch schwieriger gestaltet. Im Oktober 2019 konnte Bosch Druck zuerst als Partner gewonnen werden, der sich später dazu bereit erklärte, das operative Geschäft mit Wirkung zum 1. Januar 2020 zu übernehmen. Wie Daniel Schieb, Geschäftsführer von Bosch Druck, gegenüber dem Schwarzwälder Boten erklärte, werde der strategische Fokus des Unternehmens auf dem Ausbau des Industriekundengeschäfts liegen – die Übernahme dieses Geschäftsbereichs von Straub füge sich daher in diese Strategie ideal ein.

Wie Francisco Martinez zusammenfasst, habe durch die Veräußerung der beiden großen Geschäftsbereiche von Straub Druck, die „Kartenmacherei“ nun ihre eigene Druckerei, während Bosch Druck seine „Leistungen im Bereich Vertrieb und Prepress durch eine Erweiterung des Absatzgebietes“ ergänzen könne.

Die Straub Druck + Medien AG soll ohne Produktion weiterbestehen und werde sich künftig auf das Immobiliengeschäft konzentrieren. Im Zuge dessen werde vermutlich auch der Firmenname geändert.

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