bvdm-Konjunkturtelegramm für Januar 2023

Druckindustrie: Geschäftsklima entwickelt sich zum Jahresbeginn positiv

Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex stieg damit saisonbereinigt um 5 Prozent im Vergleich zum Vormonatsniveau.
Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex stieg damit saisonbereinigt um 5 Prozent im Vergleich zum Vormonatsniveau.(Bild: bvdm)

Nachdem das Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienbranche im Dezember des letzten Jahres stagnierte, legte es im Januar 2023 deutlich zu. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex stieg damit saisonbereinigt um 5 Prozent im Vergleich zum Vormonatsniveau. Der Index notierte mit 92,2 Punkten jedoch rund 7,2 Prozent unter seinem Vorjahresmonatsniveau.

Zu Beginn des neuen Jahres bewerteten die vom ifo Institut befragten Entscheider der Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als im Vormonat. Gleichzeitig fielen ihre Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung der nächsten sechs Monate erneut deutlich weniger pessimistisch aus als im Vormonat. Die Werte für das Geschäftsklima nahmen daher sichtlich zu. Die Ausprägungen der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

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Index-Werte deutlich unter dem Vorjahr

Nachdem der saisonbereinigte Geschäftslageindex im Dezember rückläufig war, legte er im Januar rund 3,7 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Der Index notierte bei rund 91,6 Punkten, blieb damit jedoch rund 7,5 Prozent hinter den Werten des Vorjahresmonats zurück. Zwar hatte sich die Lage zuletzt verbessert, jedoch macht die bereits seit dem 2. Halbjahr 2021 konjunkturbedingt stockende Nachfrage den Unternehmen der Druck- und Medienindustrie auch zu Beginn des Jahres 2023 weiter zu schaffen. Die Kapazitätsauslastung der Betriebe sank im Vergleich zum Vorjahr und lag mit durchschnittlich 77,7 Prozent rund 3,5 Prozentpunkte unter den Werten des Vorjahresmonats. Auch bei den Produktionsbehinderungen steht der Auftragsmangel bei den Betrieben an erster Stelle.

Fehlende Aufträge

So gaben rund 58 Prozent aller befragten Unternehmen an, unter Einschränkungen im Produktionsbetrieb durch fehlende Aufträge zu leiden. Positiv zu bewerten ist, dass die zu Beginn des Vorjahres vorherrschenden Lieferengpässe bei Druckpapieren und anderen Vorprodukten mittlerweile – mitunter auch durch die gesunkene Nachfrage – deutlich rückläufig waren und im Januar rund 70 Prozentpunkte unter dem Vorjahresmonatsniveau notierten. Nur noch rund 13 Prozent aller Unternehmenslenker gaben an, von Produktionsbehinderungen durch Materialmangel betroffen zu sein.

Gleichbleibende Geschäftslage erwartet

Die Erwartungen der Unternehmen in der Druck- und Medienbranche hinsichtlich der zukünftigen Geschäftslage legten zu Beginn des Jahres 2023 erneut deutlich zu und folgten damit der seit Oktober 2022 anhaltenden Aufwärtsbewegung. Mit saisonbereinigt 92,7 Punkten lag der Index rund 6,3 Prozent über dem Niveau zum Ende des Jahres 2022. Zwar darf die positive Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Index der Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate weiterhin rund 7 Prozent unter dem Vorjahreswert notiert, jedoch liegt der Index mit rund 20 Prozentpunkten mittlerweile deutlich über den saisonbereinigten Tiefstwerten des Jahres 2022. Im Januar 2023 gaben rund 29 Prozent der Befragten an, die zukünftige Geschäftslage als „eher ungünstig“ einzuschätzen, rund 66 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus und rund 5 Prozent bewerten die zukünftige Geschäftslage „eher günstiger“.